Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner bietet auch in diesem Jahr wieder Exerzitien im Alltag an.
Das ist eine geführte Zeit in der Fastenzeit, in der man/ frau sich auf die Suche begibt nach Spuren des Göttlichen im Alltag. Dazu helfen die Materialien, die wöchentlichen Gruppentreffen und die täglichen Zeiten für die eigene Besinnung.
Eingeladen sind Menschen in der 2. Lebenshälfte. Die wöchentlichen Gruppentreffen finden immer mittwochs statt von 9 bis 11 Uhr im Kloster Zangberg – beginnend am 25. Februar.
Marianne Kaltner bittet um eine Anmeldung bis zum 13. Februar. Die Kontaktdaten und nähere Informationen finden Sie auf dem Flyer unten.
Die bagso (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) hat einen Ratgeber überarbeitet und neu veröffentlicht. Er richtet sich an Angehörige von Pflegebedürftigen, die ja oftmals bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen (oder gar darüber hinaus). Damit ist freilich niemandem gedient.
Die bagso schreibt in ihrer Präsentation:
Der Ratgeber beschreibt typische Herausforderungen, die sich aus dem Pflegealltag ergeben können, und zeigt Wege auf, wie ein gesunder Umgang mit den eigenen Kräften gelingen kann. Er ermutigt dazu, rechtzeitig Entlastung und Hilfen von außen in Anspruch zu nehmen und gibt eine Übersicht über konkrete Unterstützungsangebote. Die Publikation wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung erstellt und im Rahmen der Neuauflage vollständig überarbeitet.
In dieser Broschüre werden verschiedenste Belastungen der Pflegenden angesprochen und auch Hinweise gegeben, wie man/ frau damit selbstfürsorglich umgehen kann. Dazu zählen etwa Entspannungstechniken, Gespräche mit anderen Pflegenden, u. U. auch therapeutische Unterstützung. Auch, sich Wissen anzueignen, gehört dazu – genauso wie professionelle Unterstützug in der Pflege in Anspruch zu nehmen.
Wer den Ratgeber herunterladen möchte, findet ihn unter folgendem Link:
Dieses Bild stammt aus einem handgeschriebenen Rezeptbuch. Die Schrift ist die sog. „Sütterlinschrift“. Wir Ältere haben sie noch in der Schule gelernt.
In einer WhatsApp-Gruppe meiner Abiturklasse gab es allerdings sehr unterschiedliche Erfahrungen. Manche haben sie als erste Schrift gelernt – vielleicht noch auf der Schiefertafel mit Kreide; manche noch in der Volksschule (auch ein Wort aus vergangenen Zeiten), wenn auch später; wieder andere erst am Gymnasium.
Wenn Sie im Seniorenkreis das Wort „Sütterlin“ in den Raum stellen, gibt es bestimmt (wie in unserer Gruppe) eine Erinnerungsexplosion, wie es Adelheid Widmann, Leiterin der Seniorenpastoral im Erzbistum München, sagt. Sie meint damit, dass die Erinnerung einer Teilnehmerin bei anderen weitere Erinnerungen hervorruft und so in deshalb kürzester Zeit ein lebhafter Austausch entsteht.
Wenn Sie noch dazu einen Text in dieser Schrift verteilen, fangen die Senior*innen sicher das Lesen an. Gedruckte Texte eignen sich dazu besser als handgeschriebene. Auch darüber wird man sicher gut ins Gespräch finden.
Wenn Sie vielleicht eine alte Schiefertafel auftreiben, wird der Weg zu den Kindheitserinnerungen nochmal leichter.
Die Caritas Müldorf bietet im Rahmen ihrer Reihe Kino im Quartier wieder einen Film an. Diesmal wird „Ziemlich beste Freunde“ gezeigt – die Geschichte zweier ungleicher Männer, die doch zusammenfinden müsen und es auch tun. Der eine ist schwer behindert, der andere sein unkonventioneller Pfleger. Es ist ein sehr heiterer Film mit durchaus nachdenklichen Aspekten.
Der Termin für die Vorführung ist morgen, am Donnerstag, den 15. Januar 2026 um 16.30 Uhr im Cafe Ratatouille in der Münchener Str. 52 in Mühldorf.
Der Eintritt ist frei, Kaffee und Kuchen gibt es gegen eine Spende.
Ich habe gerade einen Artikel von PatriziaErben-Grütz gelesen, der bei feinschwarz erschienen ist. Die Autorin beschäftigt sich mit der zunehmenden Diskrepanz zwischen Alltagssprache einerseits und religiöser Sprache andererseits. Sie untersucht das an Hand der Schulsituation im östlichen Deutschland, wo es religiöse Sprache im Alltag kaum mehr gibt.
Ich erlebe diese Diskrepanz auch bei uns in Bayern. Auch bei Erwachsenen und Senioren. Die kirchliche Sprache, zumal in den Gottesdiensten, erscheint mir sehr oft abgehoben von der Lebenswirklichkeit der Menschen. Ich stelle mir da drei Fragen:
Merken die sprechenden Seelsorger das überhaupt?
Haben die Seelsorgenden eine Ahnung vom Leben der Menschen in ihren Gemeinden (und das sind mehr als die Kirchenbesucher)?
Machen sich die Seelsorgenden die Mühe (und das ist es auch), theologische Sprache zu übersetzen?
Gerade bei den Gottesdiensten in der Weihnachtszeit haben viele von „Gnade“, von „Heil“, von „Erlösung“ etc. geredet. Was bedeutet das für Menschen im 21. Jahrhundert? Etwa für Sozialhilfeempfänger, für Suchtkranke, für Rentnerinnen in der Altersarmut, für Vereinsamte und Verlassene etc. ?
Ich fürchte eine zunehmende Entfremdung von Lebenswelt und Kirchenwelt. Ich fürchte, dass die Rede von Gott nicht mehr verstanden wird. Dass sie damit ihre lebensförderliche Dynamik einbüßt.
In meinen „kleinen Gottesdiensten“ auf dieser Homepage versuche ich eine Alternative. Ich versuche den Brückenschlag zwischen Leben und Glauben. Ob der gelingt? Ich bin für Rückmeldungen (auch und gerade kritische) dankbar.
Wer den Beitrag von Patrizia Erben-Grütz lesen will, findet ihn unter folgendem Link:
Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner lädt auch im neuen Jahr wieder ein „auf einen Ratsch„.
Das ist eine sehr niederschwellige Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen bei einer kostenlosen Tasse Kaffee. Den spendiert der Edekamarkt in der Oderstraße in Mühldorf.
Das Angebot der Seniorenseelsorge im Dekanat Mühldorf findet 14-tägig immer freitags von 9 bis 11 Uhr statt, 2026 erstmals am kommenden Freitag, den 9. Januar.
Segen bedeutet, dass Gott mit uns unseren Weg geht. Dass er uns begleitet – auch und gerade bei den schwierigen Wegstrecken. Davon wird es auch im kommenden Jahr etliche geben – sei es im öffentlichen, gesellschaftlichen Leben, sei es im Zusammenleben (oder eher im Auseinanderleben und in den Auseinandersetzungen) der Staaten, sei es auch im privaten und persönliche Leben.
All das soll von Gott gesegnet sein, von Gott begleitet, von Gott zu einem guten Ende gebracht werden. Mit unserer tätigen Mithilfe. Ohne die geht es nicht. Und wenn diese Mithilfe „nur“ darin besteht, die Notlagen dieser Welt im Gebet vor Gott zu bringen.
Möge also der Segen Gottes groß werden in diesem Jahr, in Ihrem Leben und weit hinauswirken in die Welt, in der Sie und ich leben!
Endlich! Heiliger Abend. Ein letztes Mal Hochspannung. Dann: Kinderleuchten in den Augen!
Das Sehnen, das Hoffen, das Warten und Suchen kommt an ein Ende. Bisher war Zukünftiges im Blick. Jetzt richtet er sich auf das Gegenwärtige.
Wie hat es sich angefühlt, als ein lang gehegter Wunsch von Ihnen in Erfüllung gegangen ist? Z. B. eine Reise, die Sie schon immer gerne machen wollten? Was haben Sie dabei empfunden? Wie schauen Sie von heute auf diese Wunscherfüllung zurück?
Ich erinnere mich sehr viele Jahre zurück an eine ganz arme Familie, die einen Tisch gebraucht hat, sich aber keinen kaufen konnte. Ein Nachbar hat ihnen überraschend einen Tisch geschenkt. Welch ein Glück für diese Familie! Und noch lange Zeit war auch der Schenkende präsent bei den Mahlzeiten, saß – bildlich gesprochen – mit am Tisch. Und auch ich erinnere mich an diese Familie und ihre Überraschung und ihr Glück.
In der Erfüllung steckt die Fülle drin. Kein Mangel, kein „zu wenig“, nicht nur ein bisserl. Fülle. Fülle des Lebens.
Was stellen Sie sich unter „Fülle des Lebens“, unter einem „Leben in Fülle“ vor? Was gehört für Sie dazu? Und was ist zweit- oder drittwichtig?
Fülle des Lebens ist etwas anderes wie Überfluss. Kein noch so großer Reichtum und Luxus kann einen Mangel beheben, wenn er auf einer ganz anderen Ebene, etwa der von zufriedenen Beziehungen, liegt. Und auch umgekehrt: noch so viele glückliche Beziehungen können den Mangel einer wirtschaftlichen Not nicht zudecken.
Fülle des Lebens ist auch etwas anderes als ein angefülltes Leben. Ein voller Terminkalender bedeutet noch lange nicht, dass das Leben erfüllt ist. Eher im Gegenteil.
Erfüllung: das Wort markiert eine Veränderung. Das Leben verändert sich – sei es im Großen oder im Kleinen. Eine Sehnsucht wird gestillt, kommt zur Ruhe. Bewegungen kommen zur Ruhe. Lebensbewegung kommt zur Ruhe. Wenn Kinder ihre Wünsche zu Weihnachten erfüllt sehen, werden sie ruhig, friedlich. Erwachsene auch. Zufriedenheit.
Bei den ganz großen Wünschen (Frieden in der Welt, Gerechtigkeit für alle, Gesundheit etc.) wird sich dieses Gefühl von Frieden, von Zu-frieden-heit wohl nicht einstellen. Auch im Privaten wird an keinem anderen Tag der Mangel so spürbar, so leidvoll, so schmerzhaft erfahrbar wie an Weihnachten. Alleinsein, Einsamkeit, Verlassenheit tut an diesem Tag besonders weh.
Jesus sagt: Die Zeit ist erfüllt. Gottes Reich ist da. Mit ihm selber – so glauben die Menschen damals, so glauben wir Christen heute – ist Gott selber auf die Welt gekommen. Nicht in Macht. Nicht mit Gewalt (wie es heute so manche fundamentalistisch und totalitär Denkende [und vielleicht auch Glaubende] sagen und vertreten in ihrem Kampf für eine Macht von rechten Weißen und gegen andere). Sondern empathisch, solidarisch, heilend, versöhnend. So kommt Gott zur Welt, zu uns.
Wir sind daran beteiligt. Wir können sein „Ich bin da“ sichtbar und spürbar machen:
Wo Heilung geschieht, kommt Krankheit an ein Ende.
Wo Versöhnung geschieht, kommt Streit und Unfriede an ein Ende.
Wo Solidarität geschieht, kommt Ungerechtigkeit an ein Ende.
Wo Verbundenheit erfahrbar wird, kommt Einsamkeit an ein Ende.
Im Großen und viel häufiger noch im Kleinen (wenn auch nur vorübergehend).
Erfüllung: das Wort markiert ein Ende. Was kommt danach?
Ein Neues fängt an.
Alles beginnt mit der Sehnsucht
Alles beginnt mit der Sehnsucht,
immer ist im Herzen Raum für mehr,
für Schöneres, für Größeres.
Das ist des Menschen Größe und Not:
Sehnsucht nach Stille, nach Freundschaft und Liebe.
Warten hat etwas Passives an sich. Der Wartende tut nichts, um das Ende des Wartens herbeizuführen. Es gibt aber eine Alternative. Sie wird uns im Buch Das Hohe Lied vorgestellt (Hld 3). Es schildert eine junge Frau, die auf den Geliebten wartet. Und als ihr das Warten zu lange dauert, macht sie sich auf und sucht ihn. Frau wird aktiv.
Dieses Bibelwort macht deutlich, worum es beim Suchen geht: sich aufmachen, sich in Bewegung setzten, aktiv werden. Es geht aber natürlich auch viel banaler, alltäglicher:
Ich hatte vor vielen Jahren mal meinen Schlüsselbund verloren. Da war ich ganz schön verzweifelt. Weil der Schaden groß gewesen wäre. Und weil das kurz vor Ostern war, konnte ich nicht dort suchen, wo ich ihn (nach langem Überlegen) vermutet hatte. In einem Einkaufszentrum, das natürlich über Ostern geschlossen hatte. Wie froh war ich dann, dass mir am Dienstag der gefundene Schlüssel ausgehändigt worden war. Einschließlich des Namens der ehrlichen Finderin.
Sie kennen sicher auch dieses ganze Gefühlschaos: erst ein Erschrecken; dann ein fieberhaftes Nachdenken; dann immer hektischeres Suchen und schließlich die Erleichterung, wenn das Gesuchte auftaucht.
Suchen – ein Wort, das Bewegung ausdrückt. Es kommt vom althochdeutschen Wort suohhen = vorangehen (vom Jagdhund, der die Fährte des Wildtieres aufgenommen hatte). An der Fährte erkennt der Hund unter vielen anderen Spuren das gesuchte Tier und folgt ihm mit dem Jäger im Schlepptau.
In einer Predigt über den Schatz im Acker hatte ich mal in einer kleinen Kiste voller Erde einen Schatz versteckt. Ein Bub sollte ihn suchen. Er hatte aber keine Vorstellung davon, was das für ein Schatz war. So hat er die Erdkartoffel (wenn auch nicht von mir beabsichtigt!) immer übersehen.
Erdkartoffel. Foto: Michael Tress
Man muss also eine (wenigstens ungefähre) Vorstellung von dem haben, was man sucht.
Was haben Sie neulich mal gesucht? Die Brille? Eine Notiz? Eine Erinnerung? Sie haben sich sicher immer aufgemacht und überlegt: Wo ist das Gesuchte? Wo kann ich es finden? Begleitet war das Suchen mit Sorge und im Finden mit Erleichterung.
Das Wort „suchen“ steckt in einigen Wortverbindungen. Dazu gehört nicht die Suchterkrankung. (Da kommt das Wort Sucht von siechen = krank sein.) Aber die Suche steckt z.B. in der Sehnsucht. Oder auch im Wort Besuch. Früher sagte man dazu auch Heimsuchung (Mariä Heimsuchung etwa).
Ein Besuch löst in der Regel Freude aus – schon beim Ausmachen erwächst die Vorfreude. Ein Besuch schafft Begegnung. Ein Besuch verfestigt die Freundschaft. Anders als am Telefon oder in den sozialen Medien können wir uns dabei gegenseitig mit allen Sinnen wahrnehmen. Es wird intensiver, inniger.
An Weihnachten besucht uns Gott. Besucht Gott die Gott-sucher. Man erkennt ihn dann, wenn die Augen und Ohren offen sind und nicht von eigenen Vorstellungen verstellt sind. Gott besucht uns nicht im Großen, Überwältigenden (das wird eher selten sein). Gott besucht uns im Kleinen, Unscheinbaren, leicht zu Übersehenden. Als kleines Kind in einem schäbigen Stall.
Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner macht wieder ein feines Angebot. Sie lädt mit der evangelischen Pfarrerin Anita Leonhardt zu einem Abend mit meditativen Tänzen ein. Diese werden durch besinnliche Texte ergänzt, sodass sich die Besucher*innen auf einen ruhigen Abend freuen können.
Die Veranstaltung ist am kommenden Dienstag, den 16. Dezember von 18:30 bis 20:00 Uhr in der evangelischen Gemeinde in Mühldorf.
Getanzt wird – entgegen der Ankündigung im Flyer – in der Kirche.