Am morgigen Donnerstag, den 11. September entfällt meine offene Sprechstunde. Am 18. September bin ich wieder für Sie da.
Unter dem Motto „offenes Ohr – offenes Herz“ bin ich jeden Donnerstag von 10bis 11 Uhr in der Cafeteria des Globus-Einkaufsmarktes. Wer etwas auf dem Herzen hat oder einfach nur ein bisserl ratschen möchte, darf mich gerne ansprechen. Meistens sitze ich gleich am Gang. Sie erkennen mich an meinem Aufsteller.
offenes Ohr – offenes Herz
Übrigens bin ich natürlich verschwiegen. Sie brauchen auch nicht befürchten, dass jemand anderer zuhört.
Die Caritas Mühldorf bietet im Rahmen des Ferienprogramms MÜHLIX für Kinder einen Spielenachmittag an. Er steht unter dem Motto: Bring deine Oma mit. Er findet am Dienstag, den 9. September von 14 bis 16 Uhr in den Räumen des Caritaszentrums in der Münchener Straße statt. Eigene Spiele können mitgebracht werden, es gibt aber auch Spiele der Caritas.
Gestern wurde gemeldet, dass die Anzahl der Menschen, die in Teilzeit arbeiten, weiter angestiegen ist. Erstmals überschritt die Quote die 40-Prozent-Marke.
Dass so viele Menschen in Teilzeit arbeiten, wurde in den Nachrichten (des BR) mit der „Work-Life-Balance“ begründet, d.h. dem Wunsch vieler eher jüngerer Menschen nach mehr Freizeit und weniger Arbeitszeit. Diese Begründung ist mir aber viel zu einseitig (und damit diskriminierend). Denn viele Menschen können aus ganz anderen Gründen nur teilweise arbeiten: Kinderbetreuung, Pflege eines pflegebedürftigen Kindes oder alten Menschen, eigene gesundheitliche Einschränkungen, mangelnde Jobangebote etc.
Bei der gestrigen Meldung schaue ich aber schon viele Jahre weiter. Wer heute in Teilzeit arbeitet (ob freiwillig oder gezwungen), wird später eine geringe Rente haben. Auch die Möglichkeiten der privaten Vorsorge sind geringer. Hier kommen also riesige Aufgaben auf unsere Gesellschaft zu.
Ich muss und will mich korrigieren : diese Aufgaben haben wir jetzt schon. Und zwar schon seit mehr als 20 Jahren. Die Rente muss dringend reformiert werden. Und zwar nicht an einzelnen Stellschrauben: (Höhe (48%), Eintrittsalter (an die Lebenserwartung gekoppelt), Bezugskreis (etwa die Mütter), Einzahler (Beamte und Unternehmer) etc. Es braucht sicher eine sehr viel umfassendere Lösung mit vielen Veränderungen. Zu denen viele, alle Menschen beitragen in gemeinsamer Solidarität.
Der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher hat neulich ein soziales Pflichtjahr für Rentner ins Gespräch gebracht. Damit hat er eine heftige Kontroverse ausgelöst.
Sein Anliegen ist zum einen die Generationengerechtigkeit. Wenn junge Menschen einen Wehrdienst leisten sollen, sollten sich auch die Senioren für unsere Gesellschaft engagieren. Zum anderen geht es ihm (soweit ich ihn verstehe) darum, die beruflichen und menschlichen Kompetenzen der Senior*innen zu nutzen. Da hat er sicher einen wichtigen Punkt getroffen. (Die Frage ist nur, ob sie nicht sinnvoller in einer verlängerten Lebensarbeitszeit eingesetzt wären.)
Meines Erachtens hat das ganze ein paar Einschränkungen:
Manche Senioren können nach ihrer Arbeitsphase aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tun.
Manche Senioren müssen arbeiten, weil ihre Rente nicht zum Leben reicht.
Andere Senioren sind mit einer Pflege gebunden (Eltern, Partner, Familienangehörige etc.).
Etliche Senior*innen engagieren sich eh schon ehrenamtlich.
Gerade dieser letzte Punkt ist vielleicht der bedenkenswerteste. Mein Sohn hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ein ehrenamtliches Engagement ein äußerst wirksames Mittel gegen die Vereinsamung ist. Das ist vielleicht der größte Gewinn aus Herrn Fratzschers Vorschlag. Aber ob dazu eine Verpflichtung nötig ist? Und wie will man das herausfinden, wer (aus welchen Gründen auch immer) sich nicht engagiert, obwohl er es vielleicht könnte?
Es wäre schön, wenn solche Vorschläge den Blick schärfen würde in der öffentlichen Diskussion für die tatsächliche Lebenswelt der Senior*innen. Und nicht nur zu einem großen Lamento der einen wie der anderen Seite führen.
Durch ein Buch angeregt habe ich das Thema „Lebensprogramm“ wieder entdeckt. Es war mir schon in so vielen Gesprächen begegnet – und begegnet mir immer noch. Seltener in der optimistischen Form, dass alles irgendwie sich zum Guten wendet. Meistens in der Gestalt, dass jemand sein Leben unter einem bedrückenden Aspekt sieht: „Ich komme immer zu kurz.“ – „Ich werde immer verlassen.“ – „Ich stehe immer auf der Verliererseite.“ …
Wenn mir früher solche Menschen begenet sind, habe ich oft versucht, ihnen etwas Lebensfreundliches zu vermitteln. Habe mich auf die Suche gemacht nach etwas Schönem in ihrem Leben: verlässliche Beziehungen, frohe Erlebnisse, Erfolge … Die Ergebnisse waren ernüchternd. Immer gab es ein „Aber“. Immer gab es einen Einwand, immer gab es einen Vorbehalt. Veränderung schien unmöglich, so sehr ich mich auch abgemüht hatte: es war nie passend. Vielleicht kennen Sie ja auch solche Menschen aus Ihrem Bekanntenkreis, dem Seniorenclub, der Nachbarschaft…..
Jetzt bin ich auf den Gedanken gekommen, dass Menschen mit einer derartigen Prägung und Einstellung sich in diesem Erleben heimisch und beheimatet fühlen könnten. Vielleicht gibt ihnen dieses Erleben eine Art Sicherheit. Vielleicht geben ihnen diese Erfahrungen auch ein Stück Identität.
Ich weiß das alles natürlich nicht. Es würde mir aber erklären, warum sich diese Menschen so sehr gegen eine Veränderung wehren. Denn dann bräche ja unter Umständen ihr Selbstbild (zumindest in Teilen) zusammen.
Für mich als Gegenüber bedeutet das aber eine andere Umgehensweise. Ich muss mich nicht mehr wie bisher anstrengen. Vielmehr könnte es hilfreich sein, dieses schwere Leben des/ der anderen zu würdigen und die Kraft, die nötig war und ist, dieses Leben bis zum jetzigen Zeitpunkt zu führen.
Heute feiern wir „Mariä Himmelfahrt“. Eigentlich heißt es „Mariä Aufnahme in den Himmel“. Im volkstümlichen Sprachgebrauch liegt die Aktivität bei Maria, im liturgischen Sprachgebrauch bei Gott. Aber was feiern wir da eigentlich?
Kirche „Mariä Himmelfahrt“ in Mössling bei Mühldorf Foto: M. Tress
Es gibt natürlich keine biografische Erzählung vom Tod Mariens. Aber bald schon Legendenbildungen.
Am Anfang eines „Auferstehungsglaubens“ wurden besondere Menschen in den Himmel aufgenommen. Biblische Beispiele sind etwa Henoch oder Jesaja. Die Vorstellung einer Auferstehung der Toten hatte sich dann viel später etwa ab dem 2. Jahrhundert vor Christus langsam im Judentum entwickelt. Dabei glaubte man an ein Leben in einem Schattenreich, in dem alle Menschen nach ihrem Tod vereint waren. Noch die Apostel wussten nicht, was es mit der „Auferstehung der Toten“ auf sich hatte. Das hat sich erst mit Jesu Auferstehung geändert.
Den Legenden nach war Maria dann die erste, die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, in das Reich Gottes, in den Herrschaftsbereich Gottes. Dort, wo Jesus, ihr Sohn, eben auch schon war. Ihr „Pass“ sozusagen war der Glaube der Menschen, dass sie als „Gottesgebärerin“ ebenfalls von der Erbsünde befreit war. Es war also nicht eine besondere Leistung, die Maria erbracht hätte, sondern die Erwählung durch Gott.
Im Laufe der Kirchengeschichte ist dann der Gedanke der „Erbsünde“ dominant geworden. Menschen zögerten die Taufe bis auf das Sterbebett hinaus, um nur ja „rein“ zu sterben und so in den Himmel zu kommen. Oder sie verlangten nach den Sterbesakramenten, die das gleiche Ziel hatten. Nur wer ganz besondere Leistungen aufzuweisen hatte, gelangte in den Zustand der Seligkeit oder gar der Heiligkeit.
Heute betonen wir wieder mehr den Aspekt der Gnade Gottes, der Erbarmen hat mit uns Menschen, zu deren Wesen die Fehlerhaftigkeit dazugehört. Da kann uns das heutige Fest eine Perspektive weisen: wir werden – wie Maria, die ja auch ein Mensch mit Fehlern war – in den Himmel aufgenommen werden. Das ist für mich sehr tröstlich.
Am kommenden Freitag, den 8. August lädt Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner wieder auf einen Ratsch ein.
Von 10 bis 12 Uhr gibt’s im Café des Einkaufsmarktes Wimmer-Lechertshuber in der Oderstraße in Mühldorf einen kostenlosen Kaffee und nette Leute zum Unterhalten.
Die „Zentrale Anlaufstelle Hospiz“ hat zwei Broschüren veröffentlicht, die sich mit dem Lebensende befassen. Die eine richtet sich an Sterbende, die andere an deren Angehörige. Ihre Titel sind: Begleitung am Lebensende und Begleitung am Lebensende – Ratgeber für Angehörige
Darin gibt es auf sehr einfühlsame Weise Informationen über den Sterbeprozess in seinen verschiedenen Phasen. Außerdem findet man dort Hinweise, wie man die/ den Sterbende/n gut begleiten kann.
Mich hat besonders beeindruckt , dass es immer wieder einen Merkpunkt Selbstfürsorge gibt. Da wird sehr deutlich, wie wichtig es ist, als Angehöriger für sich selbst zu sorgen. Damit kann man dann auch den sterbenden Angehörigen besser begleiten. Natürlich gibt es zur Selbstfürsorge praktische Tipps.
Wer sich die Broschüren kostenfrei herunterladen möchte, findet sie unter folgendem Link:
Meine Sprechstunde, die ich jeden Donnerstag von 10 bis 11 Uhr unter dem Motto „Offenes Ohr – offenes Herz“ in der Cafeteria des Globus anbiete, entfällt an diesem Donnerstag.
offenes Ohr – offenes Herz
Die nächste ofene Sprechstunde findet dann wieder am 24. Juli 2025 statt. Ich freue mich auf Ihren Besuch – ganz ohne Anmeldung, einfach spontan vorbeikommen. Ganz egal, ob Sie „nur“ ratschen wollen oder etwas auf dem Herzen haben; auch wenn Sie „nur“ ein paar Minuten Zeit haben; egal, ob Frau oder Mann: