Liebe das Leben und denk an den Tod

Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner lädt zu einem Bibelgespräch ein. Passend zum Totenmonat November regt sie zum Nachdenken über die eigene Endlichkeit nach. Als „Begleiter“ hat sie einen Senior aus der Bibel gefunden: den 80-jährigen Barsillai. Sie kennen ihn noch nicht? Dann sind Sie herzlich eingeladen, Bekanntschaft mit ihm zu schließen

Der Einkehrvormittag findet am 31. Oktober von 9 bis 12 Uhr im Pfarrheim in Ampfing statt.

Marianne Kaltner bittet um eine Anmeldung bis zum kommenden Montag. Die Kontaktdaten finden Sie auf ihrem Flyer unten.

Flyer von Marianne Kaltner

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Wer bin ich (noch)?

Im Laufe des letzten Monats hatte ich zwei Gespräche, die mir noch nachgehen. Einmal mit einem jungen Mann, halb so alt wie ich. Und dann mit einem Mann, der ein gutes Stück älter war als ich.

Der junge Mann hat mich mit dem konfrontiert, was für unsere Generation wichtig war – und wo es Versäumnisse gab, mit denen seine Generation jetzt leben und zurecht kommen muss. Der ältere Herr hat erzählt, unter welchen Bedingungen er gelebt hat und was für ihn im Laufe seines Lebens wichtig war und wie sich das auch verändert hat. Das war sozusagen das Erbe meiner Generation.

Ich habe mich gefragt, wie sich die Werte, für die Menschen einstehen, im Laufe eines Lebens verändern. Etwas, wofür ich in jungen Jahren eingetreten bin und gekämpft habe, sind jetzt in den Hintergrund getreten. Ich habe mich teilweise sehr geändert. Was ist gleich geblieben? Bin ich noch derselbe, der ich mal war? Was macht meine Persönlichkeit aus? Welcher Mensch ist gemeint, wenn mein Name fällt?

Schon früher habe ich mich dagegen gewehrt, wenn jemand gesagt hat: „Das ist nicht mehr mein Vater!“ Bloß weil er dement geworden ist. Doch, es ist der Vater – nur mit einer Erkrankung. Der Kern seines Wesens ist ja immer noch da. Seine Geschichte ist in ihm präsent. Sein ganzes Leben ist ja da. Mit allen Prägungen, mit allem Schönen, mit allem Schweren. Auch wenn er oder sie das alles vergisst, ist es immer noch dieser unverwechselbare, individuelle Mensch.

Fühlend und fühlbar, körperlich und seelisch, traurig und froh, mit Ängsten und Hoffnungen, hoffentlich auch in freundlichen und zugewandten Beziehungen.

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Demenzerkrankte in Seniorenkreisen

Die Anzahl der Menschen, die an einer der vielen Formen von Demenz erkranken, steigt mit dem Alter an. Es ist also damit zu rechnen, dass es auch in den Seniorenkreisen Teilnehmer*innen mit einer Demenzerkrankung gibt.

Allerdings beginnt diese Erkrankung schleichend, ganz allmählich, anfangs kaum zu bemerken. Für die Leiterinnen der Seniorenkreise ist das eine Herausforderung (zumal die Betroffenen und ihre Angehörigen sicher zunächst ebenfalls mit Unsicherheit und Scham reagieren). Wie also mit diesen Menschen umgehen? Das Schlechteste wäre, wenn sie nicht mehr kämen. Denn dann fehlt der Kontakt, dann fehlen die Anregungen.

Die Seniorenpastoral der Erzdiözese München bietet im Herbst eine Fortbildung für Seniorenkreisleiterinnen an. Sie trägt den Titel „Wenn die Lebensbibliothek durcheinander gerät“. Referentin ist Frau Dr. Maria Kotulek, Fachreferentin für Demenz in der Seniorenpastoral. Sie wird Informationen geben und auch auf die Fragen der Teilnehmerinnen eingehen.

Die Fortbildung findet an verschiedenen Orten der Erzdiözese statt. Im Dekanat Mühldorf ist es am 16. Oktober von 14 bis 16:30 im Pfarrheim von St. Laurentius in Altmühldorf.

Eine Anmeldung ist in der Seniorenpastoral erforderlich. Hier ist der Link dazu:

https://www.erzbistum-muenchen.de/ordinariat/ressort-4-seelsorge-und-kirchliches-leben/seniorenpastoral/seniorenpastoral-vor-ort/110344

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Pflegegrad 1 abschaffen?

In der Bundesregierung , namentlich der Union, gibt es Überlegungen, den Pflegegrad 1 abzuschaffen. Diesen Pflegegrad haben Menschen, die sich noch weitgehend selber versorgen können, aber schon Unterstützungsbedarf haben. So gibt es etwa einen Zuschuss für den Hausnotruf (total hilfreich für Alleinlebende) oder auch für Umbaumaßnahmen, damit man länger in der eigenen Wohnung bleiben kann. Auch ein Kurs für die Angehörigen wird bezuschusst. Das alles (und noch etwas mehr) dient dazu, ein weitgehend selbständiges Leben daheim zu ermöglichen.

Wenn diese Leistungen wegfallen: was passiert dann?

Die Unterstützungsbedürftigen sind mehr auf sich angewiesen. Etwa bei der Raumpflege. Sie müssen es entweder alleine bewerkstelligen (was aber nicht funktioniert) oder eine Putzhilfe bezahlen. Das dürfte bei etlichen auf finanzielle Schwierigkeiten stoßen.

Wenn Pflegebedürftigen schon für das Wohnen daheim die finanziellen Mittel fehlen und es zudem an Unterstützung für den Alltag fehlt, liegt es nahe, ins Seniorenheim zu ziehen. Aber unabhängig von der Belegungssituation dort: wer soll das bezahlen? Es fällt wieder auf den Staat zurück – mit ungleich höheren Kosten.

Den sorgenden Angehörigen fehlt eine Entlastung, etwa in der Tagesbetreuung, bzw. sie müssen sie selbst voll bezahlen. Alternative: sie kümmern sich selbst, was aber bedeutet, dass sie nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können.

Natürlich muss sich in der Finanzierung der Pflege was ändern. Aber: es braucht viele verschiedene Maßnahmen. Und vor allem nicht nur solche, die Menschen treffen, die sowieso schon einen Hilfebedarf haben.

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Engel – ganz nah

Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner bietet in ihrer Reihe Bibel und Leben im Gespräch wieder ein nächstes Thema an. Diesmal geht es um Engel. Sie sind bei uns seit einigen Jahren hoch im Kurs, manchmal als Lebenswegbegleiter, manchmal in sehr kitschigen Versionen.

Bild: M. Tress

Aber was sagt die Bibel über Engel? Darüber können sich die Teilnehmer*innen Gedanken machen und austauschen. Gelegenheit dazu ist am kommenden Mittwoch, den 1. Oktober von 9 bis 11 Uhr im Kloster Zangberg. Es kann jede*r teilnehmen, Marianne Kaltner bittet zur besseren Planung um eine Anmeldung bis zum kommenden Dienstag. Die Kontaktdaten finden Sie in ihrem Flyer unten

Flyer von Marianne Kaltner

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Runder Tisch für Angehörige von Demenzerkrankten

Im Mühldorfer Anzeiger habe ich den Bericht über einen „Runden Tisch“ für Familienangehörige gelesen.

Wenn jemand an Demenz erkrankt, gibt es ja nicht sofort eine Diagnose. Es gibt zunächst einmal viele Unklarheiten und Auffälligkeiten. Der Angehörige wird merkwürdig. Erst allmählich kommt der Verdacht hoch, dass da was nicht stimmt. Und dann weiß man/ frau immer noch nicht Bescheid und rätselt über den besten Umgang damit. Selbst wenn es dann irgendwann Mal eine Diagnose gibt, haben etliche Angehörige keine Vorstellung, was da für den Demenzerkrankten gut ist.

In dieser Situation bietet die Nachbarschaftshilfe Kolbermoor einen „Runden Tisch“ an. An dem nimmt außer (möglichst) allen Familienmitgliedern eine Fachkraft für Demenz teil. Sie gibt Informationen über die Erkrankung und lässt sich im geschützten Rahmen der Familie auf die Fragen und Unsicherheiten ein.

Ich finde: eine gelungene Idee, die sicher sehr hilfreich ist.

Wer sich näher informieren will: hier ist der Link zur Nachbarschaftshilfe:

https://www.nachbarschaftshilfe-kolbermoor.de/ehrenamtliche-aktivitaeten/demenzhilfe/

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Offenes Singen

Im Rahmen der „Bayerischen Demenzwoche“ bietet Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner ein offenes Singen an. Die Lieder handeln vom Herbst und können mit Hilfe der musikalischen Begleitung gut von allen – auch von Demenzerkrankten mitgesungen werden. Das gemeinsame Singen weckt Erinnerungen an früher und macht auch viel Freude.

Es findet am kommenden Mittwoch von 15:30 bis 16:30 im Ökonomiestadel in Mühldorf statt.

Flyer der Caritas

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Demenzwoche 2025

Vergiss-mein-nicht-Gottesdienste der Seniorenseelsorge im Dekanat Mühldorf

Die beiden Seniorenseelsorger im Dekanat Mühldorf Marianne Kaltner und Georg Stürzl laden im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche zu zwei Gottesdiensten ein. Sie heißen Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst„, weil sie sich zuerst an Demenzerkrankte und ihre Angehörigen richten. Aber natürlich kann jede*r kommen. Es werden bekannte Lieder gesungen, die das Erinnern erleichtern.

Die Gottesdienste finden zeitgleich am kommenden Sonntag, den 21. September um 10 Uhr statt – einmal in Flossing und einmal in Haag. So sind die Wege kürzer.

Flyer der Seniorenseelsorge

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Seniorenkreis Zangberg unternimmt historische Stadtführung mit MarianneZollner

Der Seniorenkreis Zangberg hat im September zu einer historischen
Stadtführung nach Mühldorf eingeladen. Für die Führung konnte zur großen Freude aller Teilnehmenden die ehemalige Zangbergerin Marianne Zollner gewonnen werden.
Marianne Zollner führte kompetent und mit viel Humor durch die Geschichte
der Stadt Mühldorf. Sie berichtete über historische Gebäude und deren
Bedeutung aus der Zeit der Salzburger Herrschaft sowie über bekannte und
weniger bekannte Persönlichkeiten der Vergangenheit, die zum Teil auf großen
Gemälden im Sitzungssaal des Rathauses verewigt wurden.

Foto: Inge Holzner

Marianne Zollner referierte über die Schlacht bei Mühldorf, die im Jahr 1322 als letzte Ritterschlacht auf deutschem Boden ausgetragen wurde. Auch der verheerende Stadtbrand und der anschließende Wiederaufbau der Gebäude im sog. Inn-Salzach-Stil war Thema des Vortrags. Der Besuch der Hexenkammer sowie eine Besteigung des Nagelschmiedturms rundete die informative und kurzweilige Stadtführung ab. Im Anschluss hatten die Seniorinnen und Senioren bei einer Einkehr im Cafe-Bistro Goa viel Gesprächsstoff.

Bericht: Bianca Reindl


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Gedanken zum Fest der Kreuzerhöhung

Am kommenden Sonntag feiert die katholische Kirche das Fest der Kreuzerhöhung Christi. Es erinnert daran, dass am 14. September 320 die Kaiserin Helena das Kreuz Jesu gefunden haben soll. 15 Jahre später erfolgte dann die Einweihung der Grabeskirche in Jerusalem. Der Name „Kreuzerhöhung“ bezieht sich auf den Brauch, an diesem Tag in den Kirchen, die eine Kreuzreliquie haben, diese hochzuheben und dem Volk zu zeigen. In allen anderen Kirchen betrachtet man ein normales Kreuz.

Dieses alte Kreuz zeigt Jesus am Kreuz. Moderne Kreuze verzichten oft auf den Korpus:

Und jetzt mein Gedanke: Was passiert, wenn man Jesus am Kreuz sieht? Und was, wenn er fehlt?

Meine Befürchtung ist, dass wir dann, wenn der gefolterte und hingerichtete Jesus fehlt, auch der Blick verloren geht für die Gewaltopfer unserer Tage. Das wäre fatal. Insofern kommt den Kirchen eine wichtige Rolle zu mit Blick auf den Gekreuzigten.

In meiner zweiten Gemeinde St. Ignatius in München haben wir am Karfreitag mit Bildern auch an heutige Gewaltopfer erinnert. Der tote Jesus zeigt uns mit seinen Wunden und der Dornenkrone, wozu Menschen fähig sind. Nicht nur im Rahmen des Rechts, sondern viel mehr noch im Alltag – auch im Alltag eines Krieges, im Alltag häuslicher Gewalt, im Alltag institutionalisierter und systemischer Gewalt. Ein Kreuz mit Korpus ist so gesehen ein Mahnmal an die Betrachter.

Bei einem Kreuz ohne Korpus sieht man das nicht mehr. Da ist es dann ein Zeichen der Auferstehung. Ein Zeichen dafür, dass Gewalt überwunden werden kann.

Wenn man sich nur über die Kreuze aufregt, greift das zu kurz: man müsste sich viel mehr über die Gewalttätigkeit der Menschen aufregen. Und zwar in der Hoffnung und Zuversicht, dass man der Gewalt ein Ende bereiten muss und kann.

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