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Gewalt – Gedanken zum Karfreitag 2021

Am Karfreitag denken wir an Jesu Martyrium, an seine Folter, an seinen Kreuzestod. Der wird manchmal gedeutet als Erlösungstod – dass wir von allen Sünden erlöst und befreit sind. Die Realität ist leider anders: wir sind von Gewalt und vom Leiden unter Gewalt nicht erlöst. Quer durch die Geschichte – und auch von gläubigen Christen – wurde und wird Gewalt ausgeübt. Darin unterscheiden wir uns nicht von anderen. Quer durch die Geschichte leiden und litten Menschen unter Gewalt.

Schon zu „normalen“ Zeiten ist die Statistik hoch, wie Zahlen aus dem Bundesfamilienministerium (1) belegen:

Demnach wurden 2019 insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (2018: 140.755). Knapp 115.000 Opfer waren weiblich. Die Statistik erfasste folgende versuchte oder vollendete Delikte gegen Frauen im Jahr 2019:

∙Vorsätzliche, einfache Körperverletzung: 69.012 Fälle

∙Gefährliche Körperverletzung: 11.991 Fälle

∙Bedrohung, Stalking, Nötigung: 28.906 Fälle

∙Freiheitsberaubung: 1514 Fälle

∙Mord und Totschlag: 301 Fälle

Gewalt hat in Zeiten von Corona zugenommen. Das zeigen Untersuchungen aus dem vergangenen Sommer. Neuere Zahlen habe ich nicht gefunden. Die Dunkelzahl ist wohl sehr viel höher. Auch, dass die Hilfetelefone weniger in Anspruch genommen wurden, ist ein eher bedenkliches Zeichen.

Im Bild gesprochen:

Nicht nur Jesus wurde gekreuzigt. Am Kreuz der Gewalt hängen heute Kinder, Frauen, auch Männer. Die Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Phänomen.

Es gibt Initiativen dazu: „ni una mas“ in Süd- und Mittelamerika etwa richtet sich gegen den Machismo, das männliche Imponier- und Machtgehabe von Männern, auch gegen strukturelle Gewalt gegen Frauen. In Deutschland gibt es Vereine mit Unterstützungsangeboten (etwa: Frauen helfen Frauen, Marktler Straße 29, 84489 Burghausen – Tel: 08677/7007), auch Frauenhäuser, die Zuflucht bieten bei häuslicher Gewalt. Es gibt ein bundesweites Notfalltelefon unter 08000 116 016.

Gewalt versteckt sich – in Coronazeiten noch mehr. Kontrollmechanismen fallen weg: Schule, Kindergarten, Ärzte … Das erfordert vielleicht einen geschärfteren Blick in der eigenen Umgebung.

Wenn wir also am Karfreitag auf den Gekreuzigten schauen, können wir in seinem Gesicht viele heutige Menschen sehen. Menschen in der Ferne, vielleicht auch Menschen in der Nähe, Menschen, die wir kennen – von denen wir aber nicht vermuten, dass sie dieses Schicksal erleben. Menschen, die Hilfe brauchen.

Quelle (1):

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/haeusliche-gewalt-80642

Weitere Links:

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/corona-lockdown-haeusliche-gewalt-gegen-kinder,SNsY0YF

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/lockdown-haeusliche-gewalt-100.html

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Gedanken zur Fastenzeit 2021 – Großartigkeit

Am Palmsonntag ist Jesus (scheinbar) auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Die Massen jubeln ihm zu wie heute einem Popstar oder populistischen Führer. Wer würde sich da nicht mitreißen lassen?

Aber bald schon scheint es mit Jesu Großartigkeit nicht mehr weit her zu sein. Seine Gefolgschaft reduziert sich radikal. Erst auf zwölf, dann auf elf, dann bröselt es radikal. Am Schluss bleibt eine Handvoll Frauen übrig, die vorher gar nicht mitgezählt worden waren.

Wie schnell „Großartigkeit“ zerbröckeln kann, erleben wir auch in unseren Tagen. Wer nicht mehr an der Macht ist, verschwindet auch schnell aus dem Bewusstsein. Wer kein Forum in den „sozialen“ Netzwerken hat, gilt nichts (mehr). Wer kein Aufhebens um sich macht, der wird auch nicht beachtet. Das wirft die Frage auf, wer wirklich „großartig“ ist.

Vor einem Jahr hat man auf einmal die „systemrelevanten Berufe“ entdeckt. Das waren nicht die Politiker und auch nicht die Spitzensportler oder die Stars der Kulturszene. Das waren die Pfleger*innen, die Verkäufer*innen, die Erzieher*innen, die Lehrer*innen… Heute hört man diesen Begriff nicht mehr – und die Berufsgruppen machen auch keine Schlagzeilen mehr mit ihrer tatsächlich großartigen Arbeit. Höchstens noch dadurch, dass manche nicht mehr können und das Handtuch werfen. Dann erinnert „man/ frau/ Organisation“ sich, dass man/ frau/ Organisation ja die Attraktivität steigern wollte, die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen verbessern wollte, die Anerkennung steigern wollte.

Wirkliche Großartigkeit kommt also – so mein Verdacht – eher klein daher und unscheinbar. Das, was so großartig wirkt, ist in Wirklichkeit oft eher ziemlich armselig. Zumindest kritisch hinterfragbar.

In meiner Arbeit komme ich oft mit großartigen Menschen zusammen. Aber ich musste erst lernen, das wahrzunehmen. Diese Lektion habe ich einer besonderen Frau zu verdanken. Seither sehe ich großartige Menschen. Es sind Menschen, die ihr Leben in allen Schwierigkeiten in die Hand nehmen. Die manchmal brutale Lebenserfahrungen verdauen müssen. Die Tag für Tag kämpfen müssen mit den Rahmenbedingungen ihres Lebens. Die Tag für Tag ihre Aufgaben bewältigen.

Die oben erwähnte Frau, meine „Lehrerin“, hat erzählt, wie sie von ihre Suchterkrankung weggekommen ist, nämlich, indem sie ihre Lebensaufgabe gefunden hat. Auf meine Frage, worin diese Lebensaufgabe besteht (und ich habe mir etwas Großartiges erwartet), hat sie gesagt: „Meinen Körper zu pflegen, meine Wäsche sauber zu halten, mein Zimmer zu putzen …“ Das war – weil sie es lange nicht mehr praktiziert hatte – für sie unglaublich viel und auch schwer. Sie übt darin, sich selbst für einen wertvollen Menschen zu achten. Das ist, genau wie ihre Abstinenz, eine beständige Herausforderung.

Eine großartige Frau. Sie lebt unterhalb des gesellschaftlichen Radars. Niemand kennt sie.

Aber viele kennen Frauen (und Männer) wie sie.

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Reform der Pflegeversicherung

Ich habe von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft folgende nachricht bekommen in einer Pressemitteilung:


Reform der Pflegeversicherung: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft protestiert gegen geplante Kürzungen
Berlin, 18. März 2021. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet an einem Gesetz zur Reform der Pflegeversicherung. Inzwischen wurde bekannt, dass dort unter anderem Kürzungen bei den Leistungen für die Tagespflege und der Verhinderungspflege vorgesehen sind, obwohl viele Verbände bereits im Vorfeld dagegen protestiert haben. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft lehnt dies aufs Schärfste ab. „Die Tagespflege ist ein Angebot, das es gerade Angehörigen von Menschen mit Demenz oft überhaupt ermöglicht, die Pflege zu Hause sicherzustellen“, erklärt Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG). „Wenn nun die Leistungen dafür auf die Hälfte reduziert werden sollen, nur weil ergänzend auch noch der Pflegedienst beispielsweise die morgendliche Körperpflege übernimmt, dann bricht in vielen Familien die Pflegeorganisation zusammen. Nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege wird so in vielen Fällen unmöglich gemacht.“ Wer aufgrund von Berufstätigkeit die Versorgung seiner pflegebedürftigen Eltern nur abends und am Wochenende selbst übernehmen kann, hat schon nach der bisherigen Regelung einen nicht unbedeutenden Anteil der Kosten für Tagespflege und den Einsatz des Pflegedienstes an fünf Tagen pro Woche aus eigen Mitteln zu bestreiten. Eine noch höhere finanzielle Belastung können sich die wenigsten leisten.  Gerade in der Corona-Pandemie ist die Bedeutung des Tagespflegeangebots deutlich geworden. Viele Familien sind an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangt, weil Tagespflegeeinrichtungen geschlossen wurden und immer noch nur ein eingeschränktes Platzangebot vorhalten können. „Es kann nicht sein, dass eine solche Verschlechterung für die häusliche Versorgung gewollt ist“, betont Sabine Jansen. „Wir werden uns zusammen mit den anderen Organisationen, die die Interessen der Betroffenen vertreten, dagegen zur Wehr setzen.“

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Segen

Gerade ist der Segen wieder heftig in die Diskussion geraten. Anlass ist das Verbot einer Segnung homosexueller Paare durch den Vatikan.

In vielen Beiträgen ist schon kommentiert worden, wie weltfern und unsäglich das ist. Ich finde die Empörung sehr gerechtfertigt, zumal mit Blick auf all das, was die katholische Kirche so alles segnet oder früher gesegnet hat – ohne mit der Wimper zu zucken. Das gilt vor allem für die Segnung für Waffen.

Was mich aber am meisten verblüfft und ärgert, ist, dass hier der Segen auf einmal verstanden wird als eine Art Belohnung für moralisch einwandfreies Verhalten. Das ist er nämlich gerade eben nicht! Schon gar nicht mit dem Blick in die biblische Tradition:

Gott segnet den Menschen (Gen 1, 28), Gott segnet den Abram (Gen 12, 2), sogar der unterdrückende Pharao bittet um einen Segen (Ex 12, 32). Das Alte oder Erste Testament war zumindest in den Teilen, die nach dem Exil entstanden sind, global und universell ausgerichtet. Der Segen Gottes gilt für alle Völker, etwa auch für die Perser unter Kyros (Jes 44, 24-45,8).

Auch Jesus segnet und fragt nicht erst nach dem Lebenswandel. Ganz am Schluss die Jünger, die sich doch von ihm abgewandt hatten. Und er beauftragt die Jünger – in der Nachfolge alle Christen: „Segnet, die euch fluchen!“ (Lk 6, 28)

Segen heißt (gemäß dem Lateinischen bene-dicere = gut sagen): „Ich wünsche dir, dass dein Leben gut wird. Gott soll und wird dich dabei begleiten.“ Das ist die Zusage. So eine Zusage haben wir Menschen bitter nötig, gerade auch die, die es schwer haben im Leben, die unter Krankheiten, Krisen, Gewalt und eben auch Diskriminierung zu leiden haben. Wir als Kirche sollen (wie Abraham) ein Segen sein und nicht weitere Lasten aufladen.

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Gedanken zur Fastenzeit 2021 – Demut

Der fünfte Fastensonntag ist der sog. „Passionssonntag“. Immer stärker kommt das Leiden in den Blick. Bei Jesus das menschengemachte Leiden, das in Demütigung und Folter, schließlich der Hinrichtung besteht. Das gibt es heute auch noch. Hinrichtungen und Folter bei uns zwar nicht, aber Demütigung gibt es auch bei uns. Manchmal in so ganz kleinen Dosen: ein Blick von oben herab, ein Augenverdrehen, ein schräges Lächeln, eine blöde Bemerkung. Steigerungsmöglichkeiten inbegriffen bis hin zu Diskriminierungen, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, etc.

Um etwas anderes handelt es sich bei der „Demut“. „Demut“ ist eine innere Haltung und nicht von außen auferlegt. Demut weiß um die eigenen Grenzen, die eigene Beschränktheit, die eigene Fehlerhaftigkeit. Ein demütiger Mensch hält sich nicht für den Nabel der Welt und nicht für die Krone der Schöpfung. Ein demütiger Mensch nimmt sich nicht zum Maßstab, nach dem er alles andere und noch weniger alle anderen beurteilt.

Jetzt hat das Wort „Demut“ in den letzten Jahren eine unglaubliche Inflation erlebt. Oft taucht es bei Politikern auf oder bei Managern : man nimmt Wahlergebnisse „in Demut“ an, man bekennt öffentlich „in Demut“ Fehler, man nimmt ein Urteil „in Demut“ an …. Wenn ich mir solche Äußerungen und die Menschen, die sie tun, anschaue, spüre ich allerdings wenig von dieser Demutshaltung. Folgender Satz, den ich in Wikipedia gefunden habe, zeigt, was sich hinter dieser Art von „Demut“ verbirgt: „Demut wird als erlernbare Tugend angesehen, die auf drei Ebenen messbare Erfolge bringt“ (nämlich für die Mitarbeitenden, das Unternehmen und die eigene Führungsqualität). Es geht also heute bei der Demut um die Optimierung von Erfolg. Damit wird Demut zu einer Strategie, zu einer Taktik, zu einem Instrument des Managements. Für mich sternenweit von der ursprünglichen Bedeutung „dienstwillig“ (so der Duden) eines Gemütes (ahd. muot), das um die eigene Kleinheit (die Stelle als Diener) weiß – im Gegensatz zum Hochmut. Vielleicht kommt das Wort „Bescheidenheit“ diesem ursprünglichen Sinn am nächsten.

Dienstwillig ist eine Haltung, die wir auch bei Jesus erkennen. Er hat sich in den Dienst Gottes an den Menschen gestellt, er hat sich in den Dienst der Schwachen, Kranken, Ausgeschlossenen, Abgehängten gestellt. Durchaus nicht immer „demütig“ im Sinne von „sanft“ oder „harmlos“, sondern kämpferisch, konfliktbereit, massiv im Auftreten. Aber eben nicht um seiner selbst willen, sondern um der anderen Menschen willen. Auch um den Preis der Demütigung am Ende.

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Gedanken zur Fastenzeit 2021 – Ermutigung

Zurzeit mangelt es nicht an bedrückenden Nachrichten. Zu den in der letzten Woche erwähnten kommen immer neue hinzu. Zuversicht zu haben fällt schwer. Es braucht Ermutigung, und die kommt von außen. Oder kann man sich auch selbst ermutigen?

Wenn ich jemanden sehe, der sich abmüht und abkämpft mit einer Aufgabe, die (zu) groß ist für ihn/ sie (ich verwende künftig die maskuline Form, in die ich das Feminin einschließe) : dann habe ich mehrere Möglichkeiten:

  1. Ich kann mich abwenden und diesen Menschen allein weiterkämpfen lassen.
  2. Oder ich kann ihm helfen bei seiner schweren Aufgabe. Da habe ich allerdings in jungen Jahren (ich war noch keine 20) eine heftige Lektion bekommen: ein Fußballerfreund, der Peter, hatte einen Fuß amputiert bekommen. Als ich ihn im Krankenhaus besucht habe, musste er auf die Toilette und ich wollte ihm (da es sichtlich mühsam war für ihn) aus dem Bett helfen. Er dagegen hat mich ziemlich geschimpft – und ich war geschockt und habe seine Begründung erst später verstanden. Er sagte: „Ich muss das selbst lernen, allein aufzustehen!“ Wie gesagt: erst später habe ich verstanden, dass eine zu schnelle Hilfe auch etwas Kleinmachendes, etwas Entmündigendes an sich haben kann, das verhindert, dass der andere ein Erfolgserlebnis hat.
  3. Die dritte Möglichkeit ist also, dem anderen Mut zuzusprechen, ihn zu bestärken, es selbst zu schaffen. Dazu muss ich mir (und ihm) Zeit lassen mit meiner Intervention. Dazu muss ich erst einmal anerkennen, dass die Aufgabe groß ist und in welch hohem Maße er seine Kräfte einsetzt. Ich würdige seine Ausdauer und die Fähigkeiten, die er hat. Auch wenn ich schon lange die Lösung habe (oder glaube, sie zu haben), warte ich, bis meine Hilfe angefragt wird. Und dann zeige ich vielleicht höchstens Wege auf, statt fertige Lösungen zu präsentieren. Das ermöglicht dem anderen am Ende das Erfolgserlebnis.

Was ich hier als Ermutigung dargestellt habe, ist sicher sehr idealtypisch (und sagt nicht, dass ich das auch tatsächlich [immer] so mache). Aber es zeigt doch den Weg, wie Ermutigung gehen kann: die Kräfte des anderen bestärken und wecken, Anerkennung und Würdigung, vor allem: dabei sein!

Und schon haben wir wieder im „Dabeisein“ das Göttliche, den Gott, der von sich selbst sagt: „Ich bin da!“ Der Menschen immer wieder ermutigt hat, mit ihren sehr eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten das zu tun, was ansteht. Durchaus auch im Konflikt, in der Auseinandersetzung mit anderen, aber auch dabei, andere aufzurichten, zu versöhnen, zu heilen … Und diese Ermutigung durch Gott ist ja nicht abgeschlossen, sie passiert heute immer wieder, sie geschieht durch Menschen, sie geschieht manchmal unverhofft und ungeplant. sie geschieht auch im ganz Kleinen: in einem Augenzwinkern, einem Lächeln, einer ausgestreckten Hand, einem offenen Ohr, einem freundlichen Wort … In diesen kleinen Gesten können Menschen etwas Göttliches tun und zeigen.

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BAGSO-Ratgeber für pflegende Angehörige

BAGSO-Ratgeber für pflegende Angehörige in aktualisierter Neuauflage erschienen

In Deutschland sind knapp vier Millionen Menschen pflegebedürftig und etwa drei Viertel von ihnen werden zu Hause durch ihre Angehörigen versorgt. Viele pflegende Angehörige sehen sich enormen Anforderungen gegenüber. Was sind typische Herausforderungen in der häuslichen Pflege? Und wie kann ein gesunder Umgang mit den eigenen Kräften gelingen? Antworten gibt die Broschüre „Entlastung für die Seele – Ratgeber für pflegende Angehörige“ der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen.

Der Ratgeber zeigt Möglichkeiten der Entlastung auf, gibt eine Übersicht über konkrete Unterstützungsangebote und ermutigt dazu, rechtzeitig Hilfen von außen in Anspruch zu nehmen. Ein eigenes Kapitel ist hilfreichen Angeboten in Zeiten von Corona gewidmet.

Die Broschüre „Entlastung für die Seele – Ratgeber für pflegende Angehörige“ liegt in 9., völlig aktualisierter Auflage als Druckversion und als Hörbuch vor. Die Publikation wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung erstellt. Die Neuausgabe wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Der Ratgeber kann kostenlos über die Website der BAGSO bestellt oder dort als barrierefreies pdf-Dokument heruntergeladen werden.

Zur Publikation

Das barrierefreie Hörbuch im DAISY-Format kann in der BAGSO-Geschäftsstelle per E-Mail bestellt werden:bestellungen@bagso.de

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Hilfe in seelischer Not rund um die Uhr

Ich habe in einer Pressemitteilung den Hinweis auf Hilfe bei psychischen Störungen erhalten, den ich gerne weitergebe. In den letzten Tagen sind ja einige Meldungen durch die Presse gegangen, nach denen die seelische Belastung der Menschen durch die Corona-Pandemie massiv zugenommen hat. Betroffen sind alle Altersgruppen – von den Kindern bis zu den Hochbetagten. Das ist zwar noch ein gutes Stück von einer psychiatrischen Erkrankung weg, aber Hilfe scheint trotzdem nötig – und eben auch möglich. Das Ganze ist schnell, unkompliziert und vor allem kostenlos!

Hier also die Pressemitteilung in Auszügen und der Link.

Krisendienst Psychiatrie: neue, kostenlose Rufnummer: 0800 / 655 3000,

Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern ist ab 1. März unter dieser neuen, kostenlosen Rufnummer erreichbar. Die 0800-Nummer ist bayernweit geschaltet. Die Anrufenden werden automatisch zu der für ihren Aufenthaltsort zuständigen Leitstelle weitergeleitet. Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern ist damit Teil des Netzwerks Krisendienste Bayern, das am 1. März ebenfalls an den Start geht.

Mit dem 1. März wird der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern Teil des Verbundes Krisendienste Bayern (www.krisendienste.bayern). Der Freistaat Bayern verfügt damit flächendeckend als erstes Bundesland über sieben regional auf Bezirksebene gegliederte psychiatrische Krisendienste, die über eine einheitliche Nummer erreichbar sind. Die Anrufe kommen automatisch bei der für ihren Aufenthaltsort zuständigen Leitstelle an. Die Kosten der Leitstellen finanziert der Freistaat Bayern. Die Bezirke hingegen übernehmen die Kosten für die Rund-um-die-Uhr-Hilfe vor Ort. Der Bezirk Oberbayern stellt dafür Mittel in Höhe von rund 14 Millionen Euro pro Jahr bereit.

Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern übernahm beim Aufbau des bayernweiten Netzwerkes eine Vorreiterrolle. In München steht der Krisendienst Menschen in Notlagen seit 2007 zur Seite, den Bürgerinnen und Bürger Oberbayerns seit 2016. Seine Hilfeangebote sind in Oberbayern bestens in das regionale sozialpsychiatrische, ambulante und stationäre psychiatrische Netzwerk integriert. Dieses kann nach den Worten des Leiters der Leitstelle, Dr. Michael Welschehold, „individuell auf die jeweilige Krisensituation reagieren. Es begleitet die Menschen in Notlagen mit seiner Nachsorge im privaten Lebensumfeld. Im Bedarfsfall können wir schnellstmöglich persönliche, aufsuchende Hilfe anbieten. Das ist eine wichtige Botschaft!“ Die Leitstelle ist täglich rund um die Uhr erreichbar. Ihre Mitarbeitenden hören zu, fragen nach und suchen mit den anrufenden Menschen nach Wegen aus der Krise.

Hier nochmal explizit der Link dazu: http://(www.krisendienste.bayern

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Gedanken zur Fastenzeit 2021 – Zuversicht

Angesichts der momentanen Lage, die hauptsächlich geprägt ist von Corona, fällt Zuversicht schwer. Und wenn wir die vielen anderen Probleme dieser Welt (Klimaschutz, Kriege, ungerechte Wirtschaftsordnung, Armut, Fluchtbewegungen Populismus, autoritäre, diktatorische Regierungen etc.) mit in den Blick nehmen, könnte einen Verzagtheit befallen. Und bisher haben wir nur auf die globalen Ereignisse geschaut, unsere nationalen (Pflege, Arbeitslosigkeit, Wohnungsmangel etc.) oder gar die privaten Schwierigkeiten kommen ja noch dazu.

Zuversicht: als ich das im Internet nachgeschaut habe, wurden zuerst ein paar Ratgeber beworben. Es scheint also einen Markt zu geben für „Zuversicht“. Ich selbst nähere mich solchen Wörtern gerne über die Sprache an. Da wird im Duden als Ursprung angegeben, es komme von „sich firsehan“, d. h. „hoffen, vertrauen“, althochdeutsch zuofirsiht „ehrfurchtsvolles Aufschauen, Hoffen“, dann mittelhochdeutsch zuoversiht, belegt seit der Zeit um das Jahr 1000.

Jetzt stelle ich mir das „Aufschauen“ körperlich vor: jemand hat den Blick gesenkt, schaut zu Boden. Was sieht er? Und dann hebt er den Blick und schaut auf. Was sieht er jetzt?

Zuversicht ist aber nicht einfach „Aufschauen“, es ist ehrfurchtsvolles Aufschauen. Da wird der Blick geweitet auf etwas, das außerhalb/ oberhalb des Menschlichen liegt. Das vielleicht auch jenseits seiner Verfügungsgewalt steht.

Ein zuversichtlicher Mensch sieht also etwas, das noch auf ihn zukommt. Er sieht eine Zukunft, die jetzt vielleicht noch gar nicht erkennbar ist. Er sieht eine Zukunft, die in jedem Fall besser ist als das Jetzige.

Woher kommt die Zuversicht? Manche sagen, sie sei – wenigstens zum Teil – angeboren. Andere führen das auf frühkindliche Erfahrungen der Geborgenheit und der Sicherheit zurück. Manche sagen auch, es sei eine Haltung, für die man sich entscheiden und die man trainieren könne.

Der Psalm 46, 2 sagt: „Gott ist unsere Zuversicht und unsere Stärke.“ Zuversicht haben zu können ist sicher etwas Göttliches – gerade im Blick auf die oben beschrieben Situationen. Zuversicht haben zu können eröffnet Handlungsspielräume, setzt Aktivitäten in Gang, verändert die schweren Lebenssituationen. Zuversichtliche Menschen sind nicht Optimisten, die alles durch die rosarote Brille anschauen; vielmehr haben sie die schwere, bedrängende Situation vor Augen, können aber auch die Optionen sehen und mit ihren Ressourcen nutzen. Das macht ja die Menschen mit Zuversicht so anziehend für die Ängstlichen, sofern sie bereit sind, sich ihnen anzuvertrauen.

Wie kann man es trainieren? Vielleicht mit einem – wohl auch bewussten – Blick auf die bereits bestandenen Herausforderungen des Lebens, auf das Schöne im Leben, auf die Ressourcen (die inneren wie Gesundheit, Glauben, Lebenserfahrungen und auch die äußeren wie etwa Freunde, Finanzen, Gesundheitssystem etc.). Vielleicht ist die Fastenzeit dafür geeignet, das alles mal in den Blick zu nehmen.

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Partneraktion zur Unterstützung bei der Anmeldung zur Corona-Impfung

Die Bayer. Staatsministerien für Gesundheit und Pflege sowie für Familie, Arbeit und Soziales haben eine Broschüre zur Impfung für die über 80-Jährigen veröffentlicht. Darin wird zum einen beschrieben, auf welchen Wegen man zu einem Impftermin kommt:

  1. Elektronisch unter www.impfzentren.bayern.de
  2. Telefonisch im regionalen Impfzentrum, für Mühldorf unter: 08631/ 186090
  3. Telefonisch unter der Zentralnummer 116 117
  4. Mit einem offiziellen Schreiben mit Rücksendefunktion. Dieses Schreiben verteilt das Impfzentrum. Die Senior*innen können eine Rückrufbitte hinterlassen und werden dann von der Hotline des Impfzentrums angerufen.

Zum anderen aber – und das ist mir mindestens genauso wichtig – ergeht die Bitte an die Bevölkerung, das zu unterstützen. Das kann dadurch geschehen, dass man die Broschüre verteilt (die gibt es im Internet unter folgendem Link: https://www.bestellen.bayern.de/shoplink/intern/stmgp_gesund_168.htm mit dem Benutzernamen: bayern_stmgp und dem Kennwort: gemeinsam_2021! kostenlos zum Download). Man kann aber auch an konkrete Senior*innen im eigenen Umfeld denken und sie fragen, ob diese Unterstützung benötigen. Dann könnte man zur Terminvereinbarung ein solches Schreiben auch an die Senior*innen verteilen.

Weitere Informationen gibt es unter folgendem Link: oeffentlichkeitsarbeit@stmgp.bayern.de

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