Rente mit 68

In der letzten Woche hat eine Veröffentlichung des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium fürWirtschaft und Energie (BMWi) für ziemlich viel Furore gesorgt. Denn dort wird vorgeschlagen, das Rententeintrittsalter auf 68 Jahre zu erhöhen.

Jetzt ist allerdings schon seit vielen Jahren klar, dass unser Rentensystem dringend einer Erneuerung bedarf. Zu viele Menschen (die „Babyboomer“) gehen in Rente, zu wenige Menschen sind im erwerbsfähigen Alter, das Rentenniveau sinkt immer weiter. Die bisherigen Maßnahmen einer „doppelten Haltelinie“ (von Rentenniveau und Beitragszahlungen) reichen nur noch sehr begrenzt aus. Der Bericht spricht von 2035. Also liegt es auf der Hand, dass etwas geschehen muss – und zwar dringend!

Die künftige Bevölkerungsentwicklung lässt nicht auf eine grundlegende Änderung hoffen. Nicht einmal,wenn es eine massive Zuwanderung von Arbeitskräften von außen (Stichwort: Migration) gibt, die wir aus rein wirtschaftlichen Gründen auch dringend brauchen. Der Bericht legt sogar in eindrücklichen Schaubildern dar, dass sich diese Entwicklung des Altersaufbaus verstetigt. Auch mit „Fehlvorstellungen, die Rentenreformen behindern“ setzt sich der Bericht auseinander, etwa, dass Menschen nicht länger arbeiten könnten wegen einer eingeschränkten Gesundheit. Hier scheinen die Vorstellungen vom Erleben früherer Generationen geprägt zu sein. Objektiv treten die ersten bedeutsamen Einschränkungen erst nach 70 auf. Das deckt sich durchaus mit meinen eigenen Beobachtungen von Senior*innen, die aktiv und kreativ ihr Rentendasein gestalten. Auch die Produktivität älterer Menschen ab 55 scheint auf einem relativ hohen Niveau stabil zu bleiben.

Nachdem unsere Lebenserwartung steigt, ist auch die Dauer des Rentenbezugs immer mehr angestiegen. Es sind nicht mehr nur wenige Jahre, sondern etwa zwei Jahrzehnte, die über die Rentenversicherung finanziert werden müssen. In der sind übrigens Selbständige und Beamte nicht vertreten.

So liegt für mich der Schluss, das Renteneintrittsalter anzuheben, sehr nahe. Es wird sowohl der vorhandenen Arbeitskraft wie Expertise der Senior*innen gerecht wie auch der Belastbarkeit der jungen Generation.

Hier der Link zur Veröffentlichung: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Ministerium/Veroeffentlichung-Wissenschaftlicher-Beirat/wissenschaftlicher-beirat-vorschlaege-reform-gutachten.pdf?__blob=publicationFile&v=14

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