Category Archives: Allgemein

Die Bevölkerung Deutschlands nimmt zu!

Heute wurde in der Zeitung eine Erhebung veröffentlicht, nach der die Bevölkerung Deutschlands wächst. Schon seit annähernd 40 Jahren  liegt die Zahl der Sterbefälle über der der Geburten. Das bedeutet: die Zahl der Deutschen nimmt immer mehr ab. Dass unsere Bevölkerung dennoch wächst, liegt an der vermehrten Zuwanderung von außen. Dabei kommen die meisten Zuwanderer aus Russland und Rumänien und haben zumeist auch deutsche Wurzeln.  Ein anderer großer Teil kommt aus den Mittelmeerländern, den EU-Staaten Spanien, Italien und Griechenland. Asylbewerber und anerkannte Asylanten spielen eine untergeordnete Rolle – trotz mancher populistischer Klage. Wir sollten auch bedenken, dass die ausländischen Arbeitnehmer dazu beitragen, unsere Wirtschaft hochzuhalten und auch unsere Renten zu finanzieren. Auch das „Seniorenpolitische Gesamtkonzept“ unseres Landkreises Mühldorf betont, wie wichtig die Zuwanderung für die einzelnen Gemeinden ist, um leben, manchmal auch um überleben zu können.

Eine Aufgabe ist es allerdings schon, diese Menschen zu integrieren, ihnen die Möglichkeit zu bieten, an unserem gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre je eigene Kultur mit unserer zu verknüpfen. Hier gibt es immer noch Spielraum nach oben. In diesem Zusammenhang vermisse ich eine deutliche Stimme der Kirche, die die Aufnahme der Fremden (seien sie aus  wirtschaftlichen oder politischen Gründen [wegen Verfolgung und Gewalterfahrung] hier) als eine christliche Grundaufgabe deutlich macht. Dabei haben gerade unsere jüdischen Glaubensväter und -mütter die Erfahrung gemacht, wie überlebensnotwendig die Aufnahme in einem Gastland ist (siehe Ägypten unter Josef).

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Leben die Alten auf Kosten der Jungen?

Zu diesem Thema gab es in der letzten Woche eine interessante Gesprächsrunde im Fernsehen. Was sich in der Fragestellung als Gegensatz dargestellt hat, entpuppte sich in dieser sehr fairen Diskussion als ein Miteinander. Beide Altersgruppen können voneinander profitieren, so der junge Diskussionsteilnehmer. Heiner Geißler bemängelte zu Recht, dass und wenn das Verhältnis der Generationen auf ausschließlich finanzielle Aspekte reduziert wird. Hier habe – so Herr Geißler sinngemäß – die Wirtschaftslobby einen unseligen Einfluss bekommen. Unsere Gesellschaft müsse sich von diesem Denken lösen und mehr auf die Kompetenzen und Qualifikationen schauen. Frau Nocun setzte sich leidenschaftlich dafür ein, auch die finanziellen Belastungen ihrer – der jungen – Generation zu sehen und diese Anstrengungen zu würdigen, von denen ja auch die Älteren profitieren. Kurt Beck wiederum betonte, wie wichtig es sei, politische Mehrheiten zu finden und eine breite Diskussion über das Miteinander der Generationen zu führen.

Dieses Gespräch quer über Alters- und auch Parteigrenzen hinweg war in meinen Augen gelungen, weil sich jede/r leidenschaftlich eingebracht hat und zugleich die Argumente der anderen gehört und ehrlich darauf eingegangen ist. So hat sich auch die ursprüngliche Einschätzung der Studiogäste verändert, die anfangs die Themafrage überwiegend bejaht, am Ende aber eher verneint hatten.

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Senioren als Thema im Wahlkampf

Immer wieder fällt mir auf, wie sehr die Senioren als Zielgruppe und als Thema im Wahlkampf eine Rolle spielen. Ob es Gedanken sind zur Pflegeversicherung, zur personellen und finanziellen Ausstattung der Seniorenheime, für ein bürgerschaftliches Engagement oder der vielzitierte „demografische Wandel“ – es gibt wohl kaum eine Partei, die nicht irgendwas dazu zu sagen hätte. Schön (einerseits), dass die Lebenswelt der älteren Menschen in den Blick rückt! Andererseits: Manches von dem, was Kandidaten tun oder reden, scheint mir von eher (im wahrsten Sinne des Wortes) frag-würdiger Qualität zu sein. So gilt es, genau hinzuschauen, wer erst jetzt seine Leidenschaft für die Senioren entdeckt und wer sich schon lange beruflich und/ oder privat mit dieser Lebenswirklichkeit beschäftigt und so auch qualifizierte Äußerungen und Vorschläge macht.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich das Interesse ab dem Oktober wieder ändert.  Ich schätze, dass dann sehr viel stärker wieder finanzielle Aspekte im Vordergrund stehen, die manches gar nicht realisieren lassen, was jetzt mit schönen Worten versprochen wird. Außer: wir nehmen die Kandidaten und die Parteien ernst und fordern nach der Wahl ein, was sie vor der Wahl versprochen haben.

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Mitfahrbörse des ADAC

Ich bin auf ein Angebot des ADAC aufmerksam gemacht worden: die Mitfahrbörse. Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt, das u. a. in München durchgeführt wird, später aber in ganz Deutschland eingerichtet werden soll. Der ADAC schreibt dabei in seinem Projekt GENERATIONplus:

moveplus – gemeinsam mobil bleiben

  • Neue Mitfahrinitiative des ADAC für die Fahrt um die Ecke
  • Für alle, die nach mobilen Lösungen an ihrem Wohnort suchen

 Sie suchen einen netten Menschen, der Ihren Vater gelegentlich mit zum Einkaufen nimmt? Sie müssen wegen einer Kleinigkeit zum Möbelhaus und würden gerne das Benzingeld teilen? Für alle, die in ihrer Nachbarschaft nach mobilen Lösungen suchen, gibt es seit dem 17. Mai die regionale Mitfahrbörse „moveplus“. Die Initiative des ADAC startet zunächst als Pilotprojekt in der Region München/Oberbayern und Köln/Bonn. Über www.moveplus.de können auch Sie im Internet Fahrgelegenheiten suchen oder anbieten und individuelle Vereinbarungen treffen. Ein starkes Netz braucht viele Nutzer. Darum: Machen Sie mit bei moveplus!

Es ist dabei nicht notwendig, Mitgleid des ADAC zu sein,  nähere Informationen gibt es unter folgendem Link: www.moveplus.de

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Wohnen zu Hause im Alter – ein Informationsangebot

Die Kampagne „Zu Hause daheim“ – eine Aktion des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen wird auch im Herbst 2013 weitergeführt. Am 21. September 2013 wird auf dem Kreisseniorentag des Landkreises Dingolfing-Landau im Rahmen der Kampagne ein vielfältiges Vortragsprogramm zu unterschiedlichen Projekten rund um das „Wohnen zu Hause im Alter“ geboten. In der Stadthalle Landau, der angrenzenden Schulturnhalle und dem Schulhof als Biergarten wird ein buntes Programm mit Informationsständen, Musik und Unterhaltung geboten.

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Geriatrische Reha ist unterfinanziert

Ende Juli war im „Mühldorfer Anzeiger“ ein Artikel, demzufolge die Reha-Massnahmen für ältere Menschen dauerhaft unterfinanziert sind. Die Krankenkassen bezahlen nur mehr zwei Drittel der tatsächlich anfallenden Kosten, den Rest muss die Kreisklinik tragen. Dies führt dazu, dass alte Menschen früher als medizinisch sinnvoll entlassen werden und dann unzureichend vorbereitet wieder nach Hause kommen. Die Folge ist, dass sie – etwa nach einem Sturz – noch nicht die bisherige körperliche Fitness erreicht haben, die Gefahr eines neuerlichen Sturzes steigt. So beginnt ein Kreislauf von Klinikaufenthalt und Heimkehr, der letztlich auch nicht billiger ist, aber den Gesundheitszustand des alten Menschen immer mehr belastet. Am Ende steht ein Aufenthalt in einem Pflegeheim, der aber bei ausreichender Rehamaßnahme zumindest hätte verzögert werden können. Weil die Krankenkassen so die Kosten auf die Pflegeversicherung abschieben, wird der Grundsatz „ambulant vor stationär“ so eigentlich auf den Kopf gestellt.

Landrat Huber hat deutlich gemacht, dass dies ein flächendeckendes Problem in ganz Deutschland ist. Aus eigener Erfahrung in meiner erweiteten Familie kann ich das bestätigen.

Ich habe bei meiner Vorgesetzten im Ordinariat in München angeregt, dies von katholischer und evangelischer Seite aus auf gesellschaftspolitischer Ebene anzusprechen. Die Seniorenseelsorge und die Krankenseelsorge können hier starke Verbündete sein und evtl. eine Änderung bei den Krankenkassen bewirken. Natürlich nicht auf Kreisebene, ich meine, das muss deutschlandweit geschehen. Als Christen müssen wir uns ja auf die Seite der Schwachen stellen und ihren Bedürfnissen mit lauter Stimme Gehör verschaffen.

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Ältere Menschen engagieren sich gerne in der Gesellschaft

 Ich bin auf eine Studie der Generali-Versicherung gestoßen, die sich mit der Zufriedenheit älterer Menschen beschäftigt. Danach erleben sich die Älteren als im Schnitt 10 Jahre jünger im Vergleich zu ihrem biologischen Alter, sie sind oft gut eingebunden in familiäre und/ oder freundschaftliche Beziehungen, auch ihre finanzielle Situation ist relativ günstig. Vieles hängt natürlich vom Bildungsgrad, der früheren Einkommen, der körperliche und geistigen Gesundheit ab. Interessant ist für mich, dass sich etwa die Hälfte aller Senioren vorstellen kann, ehrenamtlich tätig zu sein. Viele sind es auch schon – und zwar bis ins hohe Alter hinein (auch noch über 80-Jährige sind engagiert). Manchen entdecken diesen Bereich erst nach ihrer Berufsphase oder nach dem Tod des Partners. Sie finden dann darin ein gutes Stück Lebenssinn und Lebensaufgabe. Oft höre ich auch den Satz: „Ich habe in meinem Leben vieles bekommen“ oder „ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt.“ als Motiv dafür, jetzt etwas zurückzugeben. Umgekehrt berichten auch die vielen ehrenamtlich engagierten (Senioren), wie viel sie zurückbekommen, wenn sie sich irgendwie betätigen für andere. Das macht Mut, auch für sich selbst eine ehrenamtliche Tätigkeit zu suchen, für die es nie zu spät ist.

Hier der Link zur Generalistudie:

http://zukunftsfonds.generali-deutschland.de/online/portal/gdinternet/zukunftsfonds/content/314342/835372

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„Eine für alle – Frauen zwischen Kindererziehung und Altenpflege“

Gestern lief im ZDF in der Reihe „37 Grad“ die Sendung: „Eine für alle – Frauen zwischen Kindererziehung und Altenpflege“.

Eindrücklich schilderten zwei betroffene Frauen den Spagat zwischen Altenpflege und der Sorge um die Kinder, eine Frau hatte sogar noch die behinderte Schwester zu betreuen. Wichtig war beiden nach einer jahrelangen Pflege, dass sie „Distanz zwischen sich und der Betreuung/ Pflege bzw. Kindererziehung“ brachten, so die eine Mutter. Das seelische Gleichgewiecht zu erhalten, war beiden überlebensnotwendig. Bei beiden stand auch die Partnerschaft vor einer Zerreißprobe, da es nur mehr wenig Zeit gab, die sie gemeinsam gestalten oder gar genießen konnten. „Es muss nicht immer das Großartige sein, meist sind es Kleinigkeiten wie das gemeinsame Kaffeetrinken in einem Cafe“, was aufleben läßt, so erzählte einer der Ehemänner.

Wer diese sehenswerte Sendung verpasst hat, kann sie noch mal am Freitag vormittag um 8.15 Uhr in zdf info sehen.

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Konfetti im Kopf

Ich bin auf eine Seite der Allianz aufmerksam gemacht worden, auf der Menschen vorgestellt werden, die an Demenz erkrankt sind. Der Fotograf Michael Hagedorn hat Menschen fotografiert und in kurzen Portraits erfahren wir etwas über diese Menschen: Was sie lieben, worin sie ihre Aufgabe sehen, wie sie anderen Menschen Freude bereiten. Der Autor erzählt auch, wie er auf diese Idee kam, mit der den Menschen die Angst vor dieser Erkrankung nehmen möchte.

Hier der Link: https://1890.allianz.de/ausgaben/3-2013/konfetti-im-kopf/index.html#module_1

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„Vom Lieben und Vergessen“ – über ein Interview mit Fr. von der Leyen und Fr. Furtwängler

Heute veröffentlicht das „Süddeutsche Zeitung Magazin“ ein Interview mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und der Schauspielerin Maria Furtwängler. Es ist beeindruckend, wie offen beide Frauen über die Demenzerkrankung ihres Vaters sprechen. Sie sprechen Erfahrungen aus, die wohl viele Menschen machen, die einen an Demenz Erkrankten betreuen und pflegen müssen: Den Drang, alles zu kontrollieren; manchmal auch die Scham über das – zunächst unverständliche und unerklärliche – Handeln des Kranken; die Notwendigkeit, zu bestimmten Handlungen anzuregen, etwa in der Körperpflege; die schwierige Notwendigkeit, diesen unumkehrbaren Prozess für sich selber zu akzeptieren.

Für mich sind drei Gedanken wichtig und ich möchte sie mit meinen eigenen Gedanken und Erfahrungen dazu unterstreichen:

1) Es ist notwendig, sich über die Demenzerkrankungen zu informieren. Wissen bedeutet schon eine unglaubliche Entlastung, weil man die Krankheit in ihrem Verlauf besser versteht und vieles nicht mehr persönlich nimmt.

2) Es ist notwendig, wenn auch schwierig, einen Perspektivewechsel vorzunehmen: nicht mehr darauf zu schauen, was der Betreffende nicht mehr kann (das springt meistens schnell ins Auge), sondern auf das zu achten, was der Demenzkranke immer noch kann: fühlen und spüren, lachen, traurig sein, reden, essen, etc… (es ist ja „nur“ das Gehirn betroffen, nicht der ganze Mensch!)

3) Es ist irgendwann einmal notwendig, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen; denn die Belastung steigt unweigerlich immer mehr an und führt irgendwann einmal zum Gefühl des Ausgebranntseins. Dann kann es zu Reaktionen kommen, die niemand eigentlich will und die man später bereut. Hilfe ist vielfältig möglich: Essen auf Rädern, medizinische und pflegerische Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst bis hin zur Aufnahme in ein Seniorenheim, welches die Beziehung spürbar entlastet und befriedet.

Schließlich weist Frau von der Leyen darauf hin, dass wir in der Begleitung der Demenzkranken drei Säulen brauchen: die Familien, die professionelle Pflege und auch das nachbarschaftliche und ehrenamtliche Engagement.

Beide Frauen berichten davon, wie sehr sie selbst durch die Erkrankung ihres Vaters verändert worden sind. Frau Furtwängler sagt, sie habe gelernt, dass sie nicht mehr so perfekt sein müsse.

Deshalb möchte ich mit dem Hinweis auf dieses lesenwerte Interview Mut machen, die eigene Hilflosigkeit und die eigenen Defizite anzunehmen. Das ist vielleicht auch noch ein Dienst, den die Demenzkranken uns, den (noch) Gesunden, leisten.

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