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Advent 2022: 1. Adventswoche

Der Advent ist eine Sehnsuchtszeit. Sehnsucht nach einem vollkommenen Leben. Und zwar für alle, nicht individualistisch. Ich möchte für die Adventssonntage den Blick auf die großen Themen unserer Zeit legen und Impulse aus dem Glauben suchen.

1. Adventssonntag: Gesundheit

Seit knapp drei Jahren hält uns „Corona“ in Atem. Diese Krankheit überdeckt aber so viele andere Krankheiten, unter denen Menschen auch leiden und leben. Aber Corona hat uns allen (?) bewusst gemacht, welch vielfältige Dimension eine auch noch so kleine Erkrankung haben kann. Sie isoliert von anderen Menschen (und sei es auch „nur“ ein Fieber, das uns ins Bett zwingt) – sie beeinträchtigt das seelische Wohlbefinden– sie erfordert manchmal eine Umstellung der Lebensweise – sie bringt manchmal auch eine Frühverrentung mit sich einschließlich aller finanziellen Folgen – sie drängt manchmal zu einem Lebensrückblick ….

In der Bibel wird Krankheit nie verschwiegen. Sie ist ein fester Bestandteil menschlichen Lebens. Die sog. „Gottesknechtlieder“ im Jesajabuch handeln von einem „Mann der Schmerzen, mit Krankheit vertraut“. Darin können sich auch heutige Menschen wiederfinden, etwa in der Verachtung und Verlassenheit.

Bei mancher Erkrankung haben wir heute ein anderes Verständnis von Krankheit. So interpretieren wir heute Krankheit nicht als mehr Schuld oder als Strafe (Gottes). Das ist eigentlich mit dem Buch Hiob passé, als Gott selbst sich gegen diese Deutung ausspricht. Wir reden ebenfalls nicht mehr von Dämonen und Besessenheit, wenn es um psychische Erkrankungen geht.

Die Bibel erzählt auch davon, wie man mit einer Krankheit leben kann. Die „blutflüssige Frau“ (Mk 5, 25ff) etwa hat alles unternommen und trotz der Erfolglosigkeit aller Maßnahmen ihren Lebensmut und ihre Zuversicht nicht verloren. Der Gelähmte am Teich von Betesda (Joh 5) hat auch nach 38 Jahren immer noch Hoffnung auf Heilung. Jesus wird vor allem im Lukasevangelium als Arzt vorgestellt, der viele Kranke heilt. Darin liegt ihre Hoffnung.

Dass alle Krankheiten beseitigt werden, ist eine Hoffnung, die sich nicht in diesem Leben erfüllen wird. Aber der Blick auf die Resilienz, die in der Bibel ausgedrückt und erzählt wird, kann vielleicht die Hoffnung stärken, dass auch ich Heilung (in einem sehr viel umfassenderen Sinne, das Zweite Testament spricht von „Rettung“) erfahren werde. Etwa in der Solidarität von Menschen in meinem Umfeld. Oder in der Erfahrung, dass ich für andere wichtig bin (in dem, wie ich mit meiner Krankheit lebe). Oder in der Kraft, die mir doch immer wieder – wenn auch vielleicht nur kurzfristig – zukommt.

Als gesunder Mensch kann das Beispiel Jesu mir helfen, mich den kranken Menschen um mich herum mit Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, Wohlwollen und Geduld zuzuwenden. Vielleicht schon in der ersten Adventswoche.

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Demenzratgeber des ZQP

Das Zentrum für Qualität in der Pflege ZQP hat einen Ratgeber für Angehörige von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, herausgegeben. Darin wird zunächst beschrieben, was unter „Demenz“ verstanden wird. Außerdem gibt es auf sehr anschauliche Weise Anregungen, wie Angehörige mit ihrem Kranken umgehen können. Und schließlich werden Unterstützungsangebote benannt.

Den Ratgeber kann man kostenfrei herunterladen unter folgendem Link:

https://www.zqp.de/demenz-umgang/#cookieBanner

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Bibel und Leben im Gespräch

Die Seelsorgerin für die Senior*innen im Landkreis Mühldorf Marianne Kaltner lädt alle Menschen ab der Lebensmitte ein zu einem Glaubensgespräch. Es findet statt am Mittwoch, den 23. November von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg und hat ein sehr interessantes Thema: Das Reich Gottes – nur ein Traum?

Marianne Kaltner schreibt in ihrem Flyer:

Flyer von Marianne Kaltner

Bitte beachten Sie den Wunsch nach einer Anmeldung bei M. Kaltner!

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Präventive Hausbesuche

Ich hatte ja vor zwei Jahren schon Mal das niederländische Projekt der „Küchentischgespräche“ vorgestellt. Es zielt darauf ab, schon präventiv, also bevor ein Pflegefall eintritt, einen Bedarf für Unterstützung herauszufinden. Auch in Deutschland gibt es dazu erste Projekte.

Jetzt hat der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. devap ein Positionspapier veröffentlicht. Darin stellt er den wachsenden Bedarf an solchen Präventionsmaßnahmen dar und zeigt auf, wie wichtig dafür qualifizierte Ansprechpartner sind. Sie verfügen über Wissen bzgl. der Hilfsmöglichkeiten und sind gut vernetzt.

Ich meine, es ist eine gute Anregung, in Kommunen und Kirchengemeinden über die Menschen mit evtl. Unterstützungsbedarf nachzudenken.

Wer das Positionspapier lesen möchte, findet es unter folgendem Link:

https://www.devap.de/news/devap-pressemitteilung-flaechendeckende-implementierung-des-praeventiven-hausbesuchs-devap-fordert-den-praeventiven-hausbesuch-als-gkv-leistung-einzufuehren/

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Was soll von mir bleiben?

Besinnlicher Vormittag in Niederbergkirchen

Die Seniorenseelsorgerin für den Landkreis Mühldorf Marianne Kaltner bietet in Kooperation mit dem Haus der Familie in Niederbergkirchen einen besinnlichen Vormittag an. Er findet am

8. November 2022 von 9.00 – 11.00 Uhr im Pfarrheim in Niederbergkichen

statt. Eingeladen sind alle Menschen ab der Lebensmitte, besonders auch die Bewohner*innen der Seniorenheime. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Marianne Kaltner schreibt im Flyer:

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Allerheiligen 2022

In einer Woche gedenken wir aller Heiligen. Wir tun es wie immer in einer Welt voller Un-heil. Natürliches Unheil wie Krankheiten und menschengemachtes Unheil wie Krieg, Gewalt, Übervorteilung, Ungerechtigkeit, Diskriminierung.

Was also kann „Allerheiligen“ bedeuten?

Wir denken an die vielen Namenlosen, die dennoch „heilg“ waren. Sie waren es, weil sie ihr Leben im Bewusstsein des menschenfreundlichen Gottes gelebt haben. Nicht fehlerfrei, nicht ohne Versagen, manchmal nach Umwegen und dem Durchschreiten von Abgründen.

Gerade darin aber auch ein Beispiel, dass Veränderung (biblisch: Umkehr) möglich ist.

Gerade darin aber auch ein Hoffnungszeichen für Gottes Barmherzigkeit.

Gerade darin aber auch ein Impuls für unser jetziges Leben: es mit aller zur Verfügung stehenden Kraft (trotz und in aller Begrenztheit) zur Sichtbarmachung der Menschenfreundlichkeit Gottes zu versuchen.

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Information zur Grippeimpfung

Wir blicken immer wieder gespannt auf die Zahl der Menschen, die an Corona erkranken. Gerade die Krankenhauseinweisungen bieten Anlass zur Sorge.

Im Hintergrund aber kündigt sich – wie oft im Herbst – eine weitere Viruserkrankung an: die Grippe. Sie wird gerade im Verhältnis zu Corona meist unterschätzt, birgt jedoch ebenfalls hohe Risiken und auch eine gute Möglichkeit der Vorbeugung: die Impfung.

Die Deutsche Seniorenliga bietet auf ihrer Homepage dazu eine Broschüre an. Dort gibt es Informationen über diese Krankheit, das erhöhte Risiko für Menschen ab 60 Jahren und auch Anregungen, wie man das eigene Immunsystem stärken und unterstützen kann. Schließlich erklärt sie die Wirksamkeit und den Nutzen der Grippeimpfung.

Wer die kostenlose Broschüre bestellen oder herunterladen möchte, findet sie (neben anderen) unter folgendem Link:

https://www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html

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Der Sozialraum Jesu

Wenn es um eine moderne Seelsorge geht, wird oft vom „Sozialraum“ gesprochen. Damit wird der Raum benannt, in dem sich die Menschen bewegen. Das ist der Wohnort oder der Arbeitsplatz oder die Freizeitgestaltung. Zu diesem jeweiligen Ort gehört auch das Umfeld im Umkreis von gut 500 m (so hat es mir Mal ein Soziologe gesagt).

Als Kirche orientieren wir uns an Jesus. Was ist sein Sozialraum?

Ich habe die synoptischen Evangelien Markus, Mattäus und Lukas angeschaut. Jesus hatte als Erwachsener keinen festen Wohnort oder Arbeitsplatz. Räumlich bewegt sich Jesus vorwiegend in Galiläa bis hinauf nach Sidon und Tyrus oder östlich ans Ostufer des Sees Gennesareth. Erst ganz am Ende wandert er nach Süden, nach Jericho und Jerusalem.

Aber Jesus hatte auch seinen „Sozialraum“. Er besteht aus den Menschen. Es sind oft Kranke oder Ausgeschlossene, Sünder oder Suchende, manchmal auch Provokateure und Engstirnige. Er hat keine Berührungsängste mit Ausländern und Fremdgläubigen, auch nicht mit der Besatzungsmacht.

Jesus begegnet ihnen oft hilfreich, besonders dann, wenn er zuhört. Manchmal gelingt ihm das Zuhören nicht so Recht, er ist von missionarischem Eifer gepackt und macht dann die Entdeckung, dass auch andere ihm was zu sagen haben, was seinen Horizont erweitert. Jesus scheint viele Impulse gerade aus der Begegnung mit anderen, ihm fremden Menschen bekommen zu haben – nicht von den Bekannten seiner Heimatstadt Nazareth.

Zum Sozialraum Jesu gehört auch seine Beziehung zu Gott. Es ist eine Beziehung auf Augenhöhe, von gleich zu gleich, im intensiven Gespräch. Ein Rückzugsraum, ein Raum der Vergewisserung, des Kraftschöpfens – für sich selbst und die Begegnung mit den anderen.

Moderne Sozialraumseelsorge und alle Gläubigen in der Kirche finden am Vorbild Jesu (obwohl 2000 Jahre alt) unglaublich starke Impulse.

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Kirchweih 2022

Bald ist wieder der Kirchweihsonntag, der Tag, an dem man der Weihe der Kirche gedenkt, wenn der tatsächliche Weihetage nicht bekannt ist.

Dieses Jahr jedoch ist – 60 Jahre nach Beginn des 2. Vatikanischen Konzils – geprägt von Aufbruchstimmung einerseits und Angst vor Veränderung andererseits. Standortbestimmung ist angesagt und Zukunftsvision. Die Kirche ist nicht mehr „das Haus voll Glorie“. Vielmehr verbeult und geschunden von Missbrauch von Macht und Klerikalismus, von Weltfremdheit und egozentrischer Selbstzufriedenheit. Und es gibt daneben und dagegen engagierte Gläubige bei den Seelsorgern und den Ehrenamtlichen, die (etwa beim „Synodalen Weg“) Wege in die Zukunft suchen, Wege zu den Menschen hin. Sie orientieren sich am Beispiel Jesu und dessen Hinwendung zu den Menschen. Sie wenden sich den Menschen zu, die in ihrer Gemeinde, in ihrem „Sozialraum“ leben. (Nachdem viel vom Sozialraum die Rede ist, werde ich Mal einen Beitrag schreiben zum Sozialraum Jesu.)

„Die Kirche im Dorf lassen.“ Was als beschwichtigendes Sprichwort gilt, könnte aber Programm zur (Neu-)Orientierung bieten: Welche Menschen leben im Dorf/ der Gemeinde/ dem Sozialraum in welchen Lebenssituationen? Und wie kann unsere Kirche (Haupt- und Ehrenamtliche!) diesen Menschen begegnen?

Ich meine: Zuhörend – wahrnehmend – zugewandt – deutend – diakonisch dienend.

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Bibelgespräch für Senior*innen

Die Seelsorgerin für Senioren und Seniorinnen im Landkreis Mühldorf Marianne Kaltner bietet am kommenden Mittwoch ein Bibelgespräch an. Es hat den Titel: „… die Frau schweige in der Gemeinde!“

Das klingt in unseren heutigen Ohren provozierend, sind wir es doch mittlerweile gewohnt, dass Frauen in der Kirche Verantwortung übernehmen, sei es ehrenamtlich oder hauptamtlich. Das war im 1. Jhd. nach Christus, als dieser Satz geschrieben wurde, zwar nicht anders, markiert aber wohl eine damals drängende (Macht-)Frage. So dürfen sich die Teilnehmer*innen wohl auf einen interessanten Vormittag freuen. Am 5. Oktober von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg.

Marianne Kaltner bittet um eine Anmeldung bis zum Dienstag, den 4. Oktober unter der Telefonnummer: 0175 578 98 60.

Flyer der Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner

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