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Urlaub, Ferien – für Rentner?

Es beginnt jetzt die Urlaubszeit. Viele Bundesländer haben Ferien. Bayern zieht nächste Woche nach. Und die Rentner? Als ich selber vor einem Jahr in Rente gegangen bin, habe ich oft gehört: „Rentner haben keinen Urlaub!“ – verbunden mit einem leichten Schmunzeln. Und sie haben Recht!

Das Wort „Urlaub“ kommt vom Althochdeutschen „urloup“, was auf „erlauben“ zurückgeht. Es bezeichnet die Zeit, in der ein Vorgesetzter die Erlaubnis gab, vom Arbeitsplatz wegzubleiben.

„Ferien“ kommen aus dem Lateinischen und waren (arbeitsfreie) Festtage, etwa bei Gericht. Später wurde dieser Begriff auf die Beamten ausgeweitet und dann allgemein gebraucht.

In diesem Sinne haben Rentner tatsächlich weder Ferien noch Urlaub. Wir müssen niemanden um Erlaubnis fragen und uns frei nehmen. Wir sind so frei und tun, was uns gefällt und was die Rente hergibt. Das ist bei manchen die Reise in andere Länder und Regionen. Das ist bei anderen der Besuch im Café. Und es gibt eine große Zahl von Rentner*innen, denen auch diese Form von „Ferien“, von Festzeit, nicht möglich ist. Und das ist etwas, wo die Politiker die „sitzungsfreie Zeit“ – also die Ferien – nutzen könnten, über Verbesserungen nachzudenken.

Denn „Urlaub“ und „Ferien“ – das zeitweise Aussteigen aus dem Alltag – sind auch für Rentner*innen schön.

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Eine Aufgabe, die sich lohnt

Besuchsdienstkurs 2022

Die Krankenhaus- und die Seniorenseelsorge im Landkreis Mühldorf bietet wieder einen Kurs für Ehrenamtliche an, die sich im Besuchsdienst engagieren wollen. Dieser Kurs hilft – so sagen es alle, die bisher diesen Kurs gemacht haben – sehr, sich auf diese wichtige und bereichernde Aufgabe einzustellen.

Sie tun etwas für den Besuchten – sei es im Krankenhaus oder im Seniorenheim. Sie lindern Einsamkeit und Isolation, sie zeigen den Menschen, dass Sie Interesse haben an ihrer Lage, Sie sind ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden der Besuchten.

Sie tun aber auch etwas für sich selber: Sie erhalten für die Besuche immer sehr viel Dankbarkeit, eine teilweise intensive Beziehung mit einem Einblick in manche Lebensgeschichten, Sie tun etwas für Ihre eigene Gesundheit und vor allem bekommen Sie das Gefühl, etwas wirklich Bedeutungsvolles zu tun.

Der Kurs findet an acht Nachmittagen – jeweils freitags – von 14:30 – 17:00 Uhr im Pfarrheim in Ampfing statt.

Und das sind die Themen:

  • Freitag , 23. September 2022: Vortreffen mit Vorstellen des Kurses – Entscheidungsmöglichkeit über Teilnahme
  • Freitag, 30. September 2022: Die Lebenssituation in Krankheit – Martin Kuhn, Krankenseelsorger
  • Freitag, 14. Oktober 2022: Die Lebenssituation im Alter – Marianne Kaltner, Seniorenseelsorgerin
  • Freitag, 21. Oktober 2022: Kommunikation mit älteren und kranken Menschen – Marianne Kaltner, Martin Kuhn
  • Freitag, 28. Oktober 2022: Demenz und Wertschätzung: Ingrid Fleischer, Caritas
  • Freitag, 04. November 2022: Glaube und Spiritualität älterer und kranker Menschen – Marianne Kaltner
  • Freitag, 11. November 2022: Begegnung mit Sterben und Tod – Martin Kuhn
  • Freitag, 18. November 2022: Die Rolle des Besuchsdienstes – N.N. – Vertreter/in einer Einrichtung, Marianne Kaltner, Martin Kuhn; Abschluss, Verleihung der Zertifikate

Eine Anmeldung ist nötig bis spätestens Montag, 19. September 2022
bei Klinikseelsorger Martin Kuhn Tel.: 0 86 31 / 6 13 47 74 oder mit E-Mail: martin.kuhn@innklinikum.de
oder bei Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner Tel.: 01 75 / 57 89 860 oder mit E-Mail: MKaltner@ebmuc.de

Und hier der Flyer:

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Armut in der Rente – Rente in Armut

Heute habe ich von einer Untersuchung gelesen, nach der viele Menschen kaum Geld übrig haben für die Altersvorsorge. Die eh schon prekäre Lage wird durch die momentan immens steigende Inflation verschärft. Davon hat mir heute auch jemand in meiner Globussprechstunde „Offenes Ohr – offenes Herz“ erzählt. Das eh schon knappe Geld geht für den Lebensunterhalt drauf. Für eine eigene Altersvorsorge geschieht nichts mehr.

Die Folgen sind absehbar – und zwar auf Jahre hinaus. Diejenigen, die jetzt schon ganz unten sind, bleiben auch im Alter da.

Abhilfe könnten vielleicht Zuschüsse sein. Besser ist wohl eine Erhöhung des Lohns vor allem im unteren Segment. Und Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten. Das können dauerhafte sein wie durch den Stromspar-Check, den ich neulich beschrieben habe. Das können auch einmalige sein wie die Unterstützung durch den Verein „Lichtblicke für Menschen in Not“, der etwa bei Reparaturen zuzahlt. (Adressen für Hilfsmöglichkeiten finden Sie in meinem „Hilfenetzwerk“)

Und es braucht sicher auch ein größeres Bewusstsein in der gesamten Gesellschaft und Solidarität mit den Schwachen, das sich dann im politischen Handeln widerspiegelt. Etwa, wenn Gut- und Bestverdiener stärker belastet werden statt Zuschüsse zu bekommen, die sie nicht benötigen.

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Trauer in Zeiten von Krieg

Seit vier Monaten herrscht Krieg in der Ukraine. In Syrien seit vielen Jahren. In Afghanistan insgesamt mehr als dreißig. Unzählige Menschen haben ihr Leben verloren (eine Meldung von heute zählt 300 000 in Syrien). Unzählige Menschen haben einen Angehörigen verloren und trauern. Auch noch nach Jahren und Jahrzehnten, wie Senior*innen bei uns erzählen.

Aber findet die Trauer so vieler Menschen weltweit (auch in Ländern, die nicht in unserem Bewusstsein sind) einen Raum?

In den Nachrichten sehen wir den Schrecken und das Entsetzen. Und bevor uns das berühren kann, kommt die nächste Nachricht. Trauer jedoch braucht Zeit. Siehe das Buch Ijob, wo die Freunde sieben Tage bei ihn sitzen und nichts sagen. Und das ist ihre allerbeste Reaktion: dabei sein – schweigen – dem Gefühl Raum geben. Eine ähnliche Reaktion ist das Verstummen von Politiker*innen, wenn sie in Butscha oder Irpin sind.

(Eine Alternative sehen wir m. E. in Amerika. Bei fast jedem Anschlag kommt der Ruf nach Vergeltung und mehr Waffen zur (vermeintlich) höheren Sicherheit. Die Trauer währt nur kurz. So steigt die Spirale der Gewalt.)

Orte und Räume für die Trauer: es gilt, sie zu schaffen und zu finden. In den Kirchen, in Gesprächen, in den Reden. Persönlich und auch gesellschaftlich/ politisch.

Und wenn nicht im öffentlichen Raum, dann wenigstens im inneren Raum des eigenen Herzens. Den Menschen wahrnehmen in seiner Verwundbarkeit, seiner Verletztheit, seiner Fragilität. Quer durch alle Länder, quer durch alle Zeiten. Geschichte begreifen nicht als Siegergeschichte, sondern als Trauergeschichte.

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Strom sparen

Durch den Krieg in der Ukraine ist unsere Energieversorgung gefährdet. Bundeswirtschaftsminister Habeck ruft dazu auf, Energie und Strom zu sparen, damit vor allem im Winter ausreichend Gas zum Heizen zur Verfügung steht.

Und auch für jeden Einzelnen wird der Strom teurer und so ist Stromsparen angesagt. Dafür gibt es eine ausgezeichnete Unterstützung:

der Stromspar-Check der AWO.

Er ist für Menschen mit geringem Einkommen gedacht und ganz unkompliziert anzufragen. Für die Beratung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Entweder in der Beratungsstelle oder telefonisch oder elektronisch oder auch bei Ihnen daheim. Dann kommen ausgebildete Berater ins Haus machen beim ersten Besuch eine Bestandsaufnahme. Beim zweiten Besuch geben sie dann ganz einfache Hinweise, wie und an welchen Stellen gespart werden kann. Da kann schnell eine gute Summe zusammen kommen. Außerdem erhält man da ein passendes Starterset im Wert von etwa 70€.

Den Stromspar-Check mit allen Informationen findet man unter folgendem Link:

https://www.projektehaus-jagus.de/massnahmen/stromspar-check/

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Offenes Ohr – offenes Herz

Nach den Pfingstferien gibt es ab heute wieder mein Gesprächsangebot unter dem Motto „Offenes Ohr – offenes Herz“.

Foto: Michael Tress

Jede*r darf mich donnerstags zwischen 10 und 11 Uhr in der Cafeteria des Globus ansprechen. Das Thema bestimmt mein Gast, die Dauer ebenfalls. Was auch immer – ein Ratsch, ein Thema, ein Problem – alles bleibt in der Vertraulichkeit bei mir.

Also haben Sie keine Scheu! Besuchen Sie mich und sprechen Sie mich an!

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Energiepreis-Pauschale

Die Bagso hat in ihrem letzen Newsletter angekündigt, eine Klage gegen die Ungleichbehandlung der Renter bei der Energiepreispauschale einzureichen. Die 300 € bekommen nämlich nur die, die im Jahr 2022 berufstätig waren. Die Rentner z. B. gehen (neben anderen) dabei leer aus, was zu deutlichen Protesten geführt hat.

Die bagso schreibt:

Ungerechtigkeit bei 300-Euro-Energiepreis-Pauschale: VdK bereitet Musterklage vor
 
Der Sozialverband VdK will klagen, weil viele Bürgerinnen und Bürger die von der Regierung beschlossene Energiepreis-Pauschale nicht bekommen. Wer 2022 nicht steuerpflichtig arbeitet, erhält die 300 Euro im September nicht – beispielsweise Rentnerinnen, Rentner und pflegende Angehörige. Der VdK startet jetzt ein Musterstreitverfahren für eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern. Voraussetzung für die Klage ist, dass die Mitglieder gegen den Steuerbescheid 2022 Einspruch einlegen – vermutlich ab Sommer 2023. Wenn Einspruchs-Entscheidungen vorliegen, kann der VdK vor dem Finanzgericht klagen.
Mehr Informationen

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Fronleichnam 2022

Morgen feiern die Katholiken das Fronleichnamsfest. Dabei wird in einer feierlichen Prozession die Hostie, das geweihte Brot, durch die Straßen getragen und den Menschen gezeigt.

Was bedeutet „Brot“ überhaupt in diesen Tagen?

Getreide in den Lagerhallen und Häfen der Ukraine kann nicht abtransportiert werden. In Indien gibt es wegen der dortigen Dürre einen Ausfuhrstop. Millionen Menschen sind auf dieses Getreide weltweit angewiesen. Der „normale“ Hunger in der Welt (ist Hunger jemals „normal“, sprich tolerierbar?) gerät aus dem Blickfeld. Dabei hat schon Präsident Clinton in den Siebziger Jahren gesagt, der weltweite Hunger sei kein Produktions-, sondern ein Verteilungsproblem. Und die Älteren bis in meine Generation erinnern sich noch an die mageren Zeiten nach dem Krieg.

Wir Katholiken tragen Brot zu den Menschen. Vielleicht nicht nur zu den Menschen in unseren Straßen, in denen es auch Armut gibt und Hunger. Das Brot ist das Zeichen für unseren Glauben. Es zu den Menschen zu bringen, verdient jeden Einsatz – hier und weltweit.

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Wettertips für Senioren

Die Seniorenliga hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst eine leicht zu lesende und verständliche Broschüre herausgegeben. Sie enthält grundsätzliche Informationen über das Wetter und die Auswirkungen auf Senioren. Außerdem gibt es Hinweise, wie die Senioren etwa mit Hitze, UV-Strahlung oder Wind gut umgehen können.

Sie finden diese Broschüre auf der Seite der Seniorenliga unter https://www.deutsche-seniorenliga.de/

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Offenheit und Synodalität in der Kirche

Mich hat heute folgende Nachricht positiv überrascht:

Papst Franziskus hat vor einem zu großen Kontrollbedürfnis beim Thema Synodalität, also gemeinsamer Beratungsstrukturen innerhalb der Kirche, gewarnt. Für einen gemeinsamen Weg sei es immer wichtig, ein unvollständiges Denken beizubehalten, so das Kirchenoberhaupt in einer Videobotschaft an die Lateinamerika-Kommission am Donnerstag im Vatikan. Er sei allergisch gegen Gedanken, die bereits vollständig und abgeschlossen seien, erklärte Franziskus den Teilnehmern der Vollversammlung. Es gebe nichts Gefährlicheres für die Synodalität als zu glauben, schon alles zu verstehen.

Mit totaler Kontrolle ließe sich zwar oberflächliche Relevanz erzeugen, dynamische Prozesse hingegen seien nur mit Offenheit möglich, so Franziskus weiter.

Zitiert nach: https://www.katholisch.de/artikel/39442-papst-synodalitaet-funktioniert-nur-mit-unvollstaendigem-denken

Gerade dieses Offenhalten von Prozessen ist, was vielen Menschen (nicht nur in der Kirche) schwerfällt. Es ist mit viel Unsicherheit verbunden. Aber ich spüre (vor allem in der Kirche) auch den Wunsch nach Dynamik und Veränderung. Es gibt auch viele Themenfelder dafür. Wir erleben sie bei den Gesprächen und Veranstaltungen beim Katholikentag und besonders beim „Synodalen Weg“ in Deutschland. Auch dem weltweiten Synodalen Weg ist diese Offenheit zu wünschen.

Wir Ältere erinnern uns noch an das 2. Vatikanische Konzil und die damalige Aufbruchsstimmung. Auch damals gab es die Furcht vor den ungewissen Veränderungen – und auch das Empfinden der Dringlichkeit. Der damalige Prozess war not-wendig und hat viel Gutes gebracht. Etwa den Blick auf das gesamte Kirchenvolk mit seinen Begabungen, den „Geistesgaben“. So wäre z. B. ich ohne Konzil nie Pastoralreferent geworden.

Der pfingstliche Geist Gottes löst ja alles in Angst Erstarrende und bringt die Jünger*innen Jesu in Bewegung. Und das vielleicht auch heute.

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