bagso-Positionspapier zur kommunalen Seniorenpolitik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (bagso) hat auf ihrer Internetseite www.bagso.de ein Positionspapier zur kommunalen Seniorenpolitik veröffentlicht. Es steht in Zusammenhang mit dem 7. Altenbericht der Bundesregierung, der gerade unter dem Titel „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ erarbeitet wird. In zehn Punkten fordert die bagso, die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen im Sinne der Subsidiarität politisch und finanziell zu erweitern; den Blick zu weiten, dass Seniorenpolitik nicht nur Pflegepolitik ist und dass Seniorenpolitik alle Generationen umfasst. Schließlich beschreibt die bagso auch die aktive Rolle der Senioren selber, die mehr sind als nur die Adressaten der Politik.

Wer das Papier lesen will, findet es auf der bagso-Seite www.bagso.de unter: „Positionen“

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Neuer Besuchsdienstkurs in Mühldorf

Zusammen mit Marianne Kaltner, Seelsorgerin im Caritasaltenheim in Mühldorf, und dem Klinikseelsorger Martin Kuhn biete ich wieder – organisiert durch das Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf – einen Besuchsdienstkurs an.

Es gibt viele Menschen, die im Krankenhaus über ihre manchmal schwere Erkrankung mit einem Außenstehenden reden wollen. Auch in den Seniorenheimen oder auch daheim freuen sich ältere Menschen über einen regelmäßigen Besuch, vor allem, wenn sie selber nicht mehr mobil sind und von sich aus Kontakt aufnehmen können. Hier kann ein ehrenamtlicher Besuchsdienst zum einen die Einsamkeit abmildern, zum anderen dem Besuchten ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln. Sie zeigen mit der Frage: „Was gibt´s Neues in …?“ ihre Verbundenheit und ihr Interesse am Geschehen in der jeweiligen Heimatgemeinde.  Umgekehrt erfahren die Besucher aus dem Leben der Besuchten und werden so zu Vertrauten. Andere spielen miteinander oder gehen spazieren und vermitteln so Lebensfreude. Diejenigen, die schon bisher Besuche machen, berichten, wieviel Vertrauen, Freude und Dankbarkeit ihnen von den Besuchten entgegen gebracht wird – eine Erfahrung, die immer wieder tief berührt und vermittelt, wie sinnvoll und Sinn gebend diese Aufgabe ist.

Der kostenlose Kurs findet immer montags von 14.30 – 17.00 Uhr im Pfarrheim von Altmühldorf, Wirtsgasse 29 statt.  Beginn ist am 29. September 2014.

Wer sich für diesen Kurs interessiert, kann sich durch die in den Kirchen ausliegenden Flyer informieren oder auch beim Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf unter 08631/ 37670. Informationen gibt es auch bei Martin Kuhn (08631/ 613-4774 bzw. martin.kuhn@kliniken-muehldorf.de) bzw. bei mir (0170 220 78 05 bzw. MTress@eomuc.de). Wir bitten um die Anmeldung bis 22. September 2014 an einer der drei Stellen.

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Zur Thematik der Sterbehilfe

Gestern haben vier namhafte Mediziner einen Entwurf für ein Gesetz vorgelegt, in welchem die Sterbehilfe geregelt werden soll. Sie sprechen sich dabei für einen „assistierten Suizid“ aus, d. h. unter bestimmten, eng geregelten Rahmenbedingungen soll es künftig erlaubt sein, seinem Leben unter ärztlicher Aufsicht ein Ende zu setzen. Veröffentlicht wurde dieser Vorschlag im Buch „Selbstbestimmung im Sterben – Fürsorge im Leben“. Damit wird das Themawort schon benannt – es geht um Selbstbestimmung. Man wird den Autoren nicht vorwerfen können, dass sie nichts von der Materie verstünden oder dass sie schnell und leichtfertig urteilten. Schließlich hat sich Prof. Borasio etwa sehr um den Aufbau der Palliativmedizin in Deutschland verdinet gemacht. So hat ihre Meinung besonderes Gewicht.

Ich sehe, dass Menschen über ihr Leben selber entscheiden wollen, und dass dies für sie ein hoher Wert ist. Umso schlimmer, wenn das Leben nicht mehr kontrollierbar wird, etwa durch eine Krankheit.  Aber: gehört das nicht auch zu unserem Leben dazu? Verdient gerade eine solche Lebensphase, vor allem, wenn sie die letzte ist, nicht besondere Begleitung? Im heutigen „Mühldorfer Anzeiger“ fehlt mir bei den Begriffen wieder einmal die „Sterbebegleitung“. Sie ist aber noch viel stärker in das Bewusstsein zu rücken, gerade durch HospizbegleiterInnen, Mediziner, Seelsorger.

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Zum Pflegekräftemangel

In der heutigen Ausgabe des „Mühldorfer Anzeiger“ wird berichtet, dass sich die Bundesagentur für Arbeit verstärkt um Pflegekräfte aus dem Ausland bemüht, da in den nächsten Jahren ca. 150 000 Pflegekräfte fehlen werden. Hintergrund ist der Anstieg der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren, der mit deutschen Pflegekräften allein nicht zu bewerkstelligen ist (siehe u.a. meinen letzten Beitrag). Vor etwa einem Jahr wurde im Fernsehen von chinesischen Altenpflegerinnen berichtet, die schon als Krankenschwestern in China gearbeitet hatten, jetzt eine Ausbildung zur Altenpflegerin durchlaufen und gleichzeitig deutsch lernen. Sie sind mittlerweile bei uns in Deutschland angekommen und leisten eine hochprofessionelle Arbeit, bei der auch die Verständigung kein Problem ist. Dies soll nun auch für Pflegekräfte aus den Philippinen, aus Vietnam, Serbien, Bosnien und Tunesien umgesetzt werden.

Schon jetzt leisten ja viele Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern und Kontinenten eine vorbildliche Arbeit und zeigen einen sehr freundlichen Umgang mit den Bewohnern, sodass generelle Vorbehalte unangebracht sind.  Allerdings gibt es auch Bedenken. So achtet die Caritas etwa darauf, dsas durch ihre Pflegekräfte dann nicht einen Mangel in deren Heimatland ausgelöst wird. Ich hoffe außerdem. dass die ausländischen Pflegekräfte nach deutschem Standard entlohnt werden (der eh verbesserungsfähig ist). Insgesamt kann das aber auch ein Modell werden, bei dem wir durch die andere Sichtweise fremder Kulturen auf das Alter und die alten Menschen profitieren, weil diese Menschen dort eine andere, höhere Wertschätzung erleben.

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Ausbildung zum Altenpfleger

In dieser Woche war in der Zeitung zu lesen, dass es jetzt mehr Interessenten für den Beruf des Altenpflegers gebe. So erfreulich das ist – mir scheint das noch keine Trendwende zu sein. Der Bedarf ist zudem noch um einiges  höher und kann so schnell gar nicht aufgefangen werden. Zumal die, die jetzt mit ihrer Ausbildung anfangen, erst in einigen  Jahren volle Arbeitskräfte sein werden. Ich denke, der wichtigste Anreiz wäre eine angemessene Bezahlung, von der man (Mann? Frau?) auch eine Familie ernähren kann. Da wird vielleicht der Mindestlohn etwas nützen, selbst wenn dadurch die Pflege teurer wird.

Die Arbeit als Altenpfleger/in ist sicher sehr aufreibend. Sie erfordert ein hohes Maß an Kraft, an Aushalten belastender Situationen, an fachlicher und auch menschlicher Kompetenz. Leider werden immer nur die Übergriffe und Entgleisungen beschrieben und nie, mit wie viel Freundlichkeit und oft auch Gelassenheit PflegerInnen ihre Arbeit an und mit den alten Menschen tun. Ich kann mir auch vorstellen, dass Bewohner einem ans Herz wachsen, besonders, wenn man deren Lebensgeschichte kennt und mitkriegt, was der- oder diejenige schon alles bewältigt hat. Aber dazu braucht es halt immer auch Zeit. Die fehlt aber oft, weil die Personaldecke in den Heimen eher dünn ist, weil es viel Arbeit zu tun gibt, weil auch Pausen nötig sind zum Regenerieren.

So möchte ich gerne viele ermutigen, sich in der Pflege ausbilden zu lassen. Es ist anstrengend und manchmal frustierend, es tut weh, wenn jemand stirbt. Aber die Arbeit kann auch sehr viel Lebenssinn, Lebenserfahrung, Trost und Kraft vermitteln.

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Gedanken zum Erinnern an den 1. Weltkrieg

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erinnert. Vor allem stand die politische und die militärische Entwicklung im Vordergrund. Erst allmählich richtet sich der Blick der Erinnerung weg von einer von Heldentum und Siegermentalität geprägten Sichtweise hin zu den Opfern dieses Krieges – den Gefallenen, den Verwundeten, den Hungernden, den obdachlos Gewordenen, den heimatlos Gewordenen. Sie zählen oft zu den vergessenen Schicksalen und werden so ein zweites Mal „geopfert“ – nämlich auf dem Altar des Vergessenes und Verdrängens. Wie anders würde Geschichte erzählt und vermittelt werden, wenn wir die Geschichte sozusagen von unten betrachten würden, aus der Perspektive der kleinen Leute, die immer diejenigen sind, auf deren Kosten alles abläuft. Wieviel mehr würde die Sinnlosigkeit und die Perspektivelosigkeit solcher Unterfangen deutlich werden, wenn wir auf das Leiden der Menschen schauen.

Die Älteren unter uns könnten so eine Leidenserinnerung sicher erzählen, denn wenige werden den Zweiten Weltkrieg als Sieger erlebt haben. In den Blick geraten würde das Zerschlagene, Zerronnene, Zerstörte, in den Blick geraten würden Schmerz und Leid und Trauer. Im Leiden wären viel mehr Menschen vereint als in der Großartigkeit des Siegers. Im Blick auf das Leiden wären auch heute noch die Völker im Krieg vereint, die sich feindlich gegenüberstehen: Israelis und Palästinenser, Ukrainer und Separatisten, Iraker und Islamisten. …

Allerdings setzt das voraus, dass wir uns alle nicht mehr mit dem „Siegen“ und dem „Gewinnen“ identifizieren, sondern uns in unserer Begrenztheit, in unserem Leiden, in unserer Bedürftigkeit und auch Schwäche annehmen. Und das wäre wohl der Quantensprung, der notwendig ist. Vielleicht kann das Erinnern dieser Tage ein Anlass dafür sein?!

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Tipps für Rollatoren

Bei der Seniorenliga gibt es Tipps für den Kauf und den Umgang mit Rollatoren. Es war für mich auch sehr interessant zu lesen, auf was man alles achten muss/ kann und welche Vielzahl von weiteren Hilfsmöglichkeiten es bei Rollatoren gibt. Auch was die Einstellungen und die Fahrweise von Rollatoren angeht, finden sich auf der Internetseite der Seniorenliga viele Hinweise.

Hier der Link dazu: http://www.mobil-mit-rollator.de/

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Gedanken zum Urlaub

Jetzt beginnt wieder die Urlaubszeit – Zeit für Erholung und Entspannung nach einem Jahr voller Arbeit, Mühen, Stress und vielleicht auch verbunden mit Konflikten und Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz. Es gab Erfolge und Scheitern, Fehler und auch die Erfahrung von Erfüllung. Mit all dem ist jetzt für eine Zeit lang Schluss.

Auch die Bibel kennt Zeiten der Erholung. Schon der erste Schöpfungsbericht sagt, dass Gott am Ende seiner Schöpfung ausruht. Das ist übrigens der erste Tag für den Menschen: ein Ruhetag! Jesus ruhte auch immer wieder aus und zog sich zurück (an einen einsamen Ort).

Auch später gab es durch Bernhard von Clairvaux die Empfehlung an Past Urban, er solle sich täglich eine halbe Stunde Zeit für sich nehmen – außer wenn er viel zu tun habe. Dann soll er sich eine ganze Stunde Zeit nehmen für sich.

Wir Menschen leben von der Unterbrechung des Alltags. Das Wirtschaftsdenken macht es allerdings immer schwerer, das durchzuhalten. Nur wenige Firmen wissen, das sich der kurze Mittagsschlaf der Beschäftigten rechnet, weil danach die Arbeitsleistung höher ist.

Urlaub und Freizeit zu genießen, ist eine Kunst. Von den Demenzkranken lerne ich, im Augenblick zu leben, das Jetzt zu erleben mit allen Sinnen, sich auf diese Sekunde einzulassen.

Ich wünsche allen eine erholsame Zeit und viele Momente des Glücks und der Freude!

 

 

 

 

 

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Ausbildung zur Altenpflege

In der heutigen Ausgabe des „Mühldorfer Anzeiger“ wird in einem ganzseitigen Artiekl über die Situation in der Ausbildung zur Altenpflege berichtet. Es gibt immer weniger junge Menschen, die sich in der Altenpflege ausbilden lassen. Grund dafür sind die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung, die belastende Arbeit (etwa auch im Schichtbetrieb) und die miserable Bezahlung, die es schwer macht, eine Familie zu ernähren. Schon jetzt seien – so der Mühldorfer Anzeiger – etwa die Hälfte der Ausbildungsplätze unbesetzt. Nach dem 4. Altenbericht der Bundesregierung wird sich die Lage nochmals dramatisch verschärfen und ist kaum noch aufzuholen. Im Landkreis Mühldorf werden etwa 30 „Vollzeitäquivalente“ fehlen, dass sind auf volle Stellen umgerechnete Planstellen. Das bedeutet, das es wesentlich mehr Altenpfleger braucht, um diese „Vollzeitäquivalente“ zu erfüllen.  Grund dafür ist neben den oben geschilderten Bedingungen auch die Zunahme der pflegebedürftigen Senioren, wenn die Baby-Boomer-Jahrgänge alt sind. Um dies wenigstens annähernd aufzuholen, braucht es jetzt die Weichenstellungen für die Ausbildung.

Aus eigener Anschauung weiß ich, wie belastend und belastet die Arbeit der Altenpflegerinnen und Pflegehelferinnen ist (meistens sind es ja Frauen, aber dasselbe gilt natürlich auch für die Mäner). Das ist kräftezehrend und im Normalzustand schon kaum zu schaffen. Die Erkrankung oder der Urlaub von Mitarbeitern stellt viele Altenheime und deren Personal vor zusätzlichen, oft nur schwer aufzufangenen Herausforderungen. Wichtig und notwendig sind die Anerkennung für diese Arbeit durch Lob und Respekt. Dass es auch einer Entlohnung bedarf, die der Arbeit angemessen ist, muss leider auch noch betont werden, da selten schon realisiert.

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Die Gerechtigkeit Gottes

Bei einem Glaubensgespräch mit Senioren haben wir uns über die Gerechtigkeit Gottes unterhalten.

Die einen sahen die Gerechtigkeit darin, dass Gott das Gute belohnt und das Böse bestraft und haben sich auf Mt 25, 31-46 berufen, das Weltgericht.
Andere betonten, dass Gott jedem einzelnen Menschen gerecht wird und dabei das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg vor Augen gehabt (Mt 20, 1-16).
Einer hat gesagt: „Die Gerechtigkeit Gottes gleicht das aus, was fehlt.“
Von diesem letzten Gedanken ausgehend, haben wir überlegt, dass Gott jedem Menschen das gibt, was er zur ewigen Seligkeit braucht: dem einen Gnade und Barmherzigkeit; dem zweiten das Empfinden für das Leiden, das er anderen zugefügt hat; dem dritten vielleicht die Kraft zur Versöhnung, dem vierten Sicherheit und Geborgenheit; dem fünften vielleicht all die Antworten auf die ungeklärten Fragen etc.

 

Für mich immer wieder erstaunlich, auf welch ungewöhnliche Antworten Menschen kommen (eine Erfahrung, die ich auch als Gemeindeseelsorger immer wieder machen konnte). Selbst im hohen Alter, selbst bei eingeschränktem Verstand, gibt es doch ein tieferes Verstehen, ein innigeres Verständnis, einen außergewöhnlichen Zugang zum Bereich des  Göttlichen, von dem ich, der Jüngere, gerne profitiere und es auch an andere – SIE! – weitergebe.

Leave a Comment

Filed under Allgemein