Pflegekosten führen in Armut

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.v. bagso hat in ihrem neuesten Newsletter darauf hingewiesen, dass die steigenden Kosten im Pflegebereich zu einer Zunahme der Altersarmut führen. Die bagso schreibt:

Kurz vor Inkrafttreten der jüngsten Pflegereform warnt ein breites Bündnis aus Sozial-, Wohlfahrts- und Pflegeverbänden sowie Gewerkschaften vor zunehmender Armut pflegebedürftiger Menschen. Angesichts stark steigender Eigenanteile in der Pflege ist inzwischen fast ein Drittel aller Pflegebedürftigen in Heimen auf Sozialhilfe angewiesen. In einem Aufruf an die Bundesregierung fordert das Bündnis, mit einer solidarischen Pflegevollversicherung gegenzusteuern. Nur eine Vollversicherung sei eine langfristig wirksame, tragfähige und für alle verlässliche Lösung. Der gemeinsame Aufruf des Bündnisses ist der Auftakt für weitere gemeinsame Aktivitäten für eine solidarische Pflegevollversicherung.

Hier ist der Link dazu: https://www.sovd.de/aktuelles/meldung/kritik-an-pflegereform-breites-buendnis-warnt-vor-zunehmender-armut-durch-pflege

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Ü60-Messe 2023 in Mühldorf

Am kommenden Donnerstag, den 29. Juni 2023 findet wieder die Ü60-Messe im Haberkasten statt. Veranstalter ist die Stadt Mühldorf und die Caritas Mühldorf.

Von 12 bis 17 Uhr stellen sich im ersten Stock alle möglichen Anbieter vor, die mit Senioren zu tun haben: Hilfsdienste, Pflegedienste, Seniorenheime, etc.

Im Erdgeschoss stellt Frau Fischer um 13:15 Uhr die Tagespflege der Caritas vor. Um 14:00 Uhr machen die Schüler*innen der Berufsschule ein Bewegungsangebot. Und schließlich berichtet Herr Umbach um 15:30 Uhr vom Pflegestützpunkt des Landratsamts. Dazwischen gibt es Kaffee und Kuchen und jede Menge Möglichkeiten der Begegnung. Zum Abschluss spielt Julian Fischer am Klavier.

Besonders hinweisen möchte ich (weil es nicht auf dem Flyer steht) auf das Gesprächsangebot von Marianne Kaltner, Seelsorgerin für die Senior*innen im Landkreis Mühldorf. Sie hat einen eigenen Stand bei der Ü60-Messe.

Flyer der Ü-60-Messe

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Lebensrückblickgespräche

Über den Newsletter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen bagso e.V. bin ich auf ein interessantes Buch aufmerksam geworden. Es beschreibt und gibt Hinweise zu Gesprächen über den Lebensrückblick. Die bagso schreibt:

Fachbuch: Das Lebensrückblickgespräch Lebensrückblick-Interventionen führen nachweislich zur Verbesserung psychischer und physischer Gesundheit. Die Autorinnen und Autoren des Fachbuchs erklären die Methode und geben einen Einblick in die Formen lebensgeschichtlichen Erzählens. Begleitend stellen sie Studienergebnisse vor und zeigen mögliche Anwendungsfelder. Das Buch enthält zudem Materialien, wie man Lebensrückblick-Interventionen im Alltag und in der Arbeit mit älteren Menschen konkret anwenden kann. Das Buch hat 145 Seiten und kostet 22,90 Euro.

Das Buch eignet sich wohl für den eigenen Lebensrückblick wie auch für den Einsatz in der Seniorenarbeit. Hier der dazugehörige Link mit Informationen zum Inhalt und einigen Rezensionen:

https://www.psychosozial-verlag.de/3195

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Gewalt an Frauen

Eine Untersuchung zur Gewalt an Frauen sorgt gerade für Aufregung. Etwa ein Drittel der Männer (befragt waren 18 – 35-Jährige) findet Gewalt gegenüber Frauen akzeptabel. Erschreckend – selbst wenn die Umfrage nicht repräsentativ sein sollte.

Mich veranlasst das zu folgenden Gedanken:

Gewalt an Frauen ist kein neues Phänomen. Auch heutige Seniorinnen haben diese Erfahrungen machen müssen.

Gewalt beginnt nicht erst mit massiver körperlicher Gewalt. Auch die Watschn der Kindheit ist schon Gewalt. Auch Beschämungen, Erniedrigungen, herabwürdigende Kommentare sind eine Form von Gewalt. Oder der Hinweis auf die finanzielle Abhängigkeit, um „Wohlverhalten“ zu erzwingen.

Konnten die Seniorinnen, die so etwas erlebt haben, das je verwinden und verarbeiten? Oder wirken Gewalterfahrungen auch heute noch nach – und wenn ja: wie? Etwa bei pflegerisch notwendigen Berührungen? Oder wenn sie mit einem Mann allein im Zimmer sind? Oder sich zu einer Handlung gedrängt fühlen, deren Sinn sie nicht verstehen oder akzeptieren?

Das können Situationen in häuslicher Pflege sein oder auch in einer Einrichtung. Sicher oft nicht als „Gewalt“ beabsichtigt. Dennoch als Auslöser alter Erinnerungen.

Vielleicht/ hoffentlich haben diejenigen, die mit den abwehrenden Reaktionen konfrontiert sind, eine wachsende Sensibilität für diesen möglichen biografischen Hintergrund.

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Ratschkasse im Supermarkt

Vor einigen Wochen hat der bayerische Gesundheitsminister Holetschek im Allgäu eine sog. „Ratschkasse“ eingeweiht. Damit ist eine spezielle Kasse in einem Supermarkt gemeint, an der die Kunden nicht nur ihre Waren bezahlen können, sondern mit der Kassiererin auch ein wenig reden können. Dies soll die Einsamkeit der Menschen ein bisserl lindern.

Der „Mühldorfer Anzeiger“ hat in seiner heutigen Ausgabe zwei Geschäftsführer zu dieser Idee befragt. Dies scheitere aber an der Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden. Statt dessen könne sich der Edeka-Geschäftsführer Josef Wimmer einen Nachmittag für Alleinstehende in seiner Cafeteria vorstellen.

Dieses Angebot gibt es freilich schon in ähnlicher Form. Seit fast sechs Jahren bin ich jeden Donnerstag von 10 – 11 Uhr in der Cafeteria des Globus. „Offenes Ohr – offenes Herz“ heißt die Möglichkeit, bei der Menschen mit mir ratschen, erzählen und sich etwas von der Seele reden können.

offenes Ohr – offenes Herz

Entstanden ist es tatsächlich aus einer Beobachtung heraus: ein Mann kam jeden Tag in den Globus, um drei Tomaten einzukaufen – eigentlich aber nur, um ein paar Sätze mit der Kassiererin zu sprechen. Mit Hilfe von Adelheid Widmann, meiner Vorgesetzten aus der Seniorenseelsorge im Erzbischöflichen Ordinariat in München, des damaligen Geschäftsführers des Globus und seiner Sekretärin habe ich diese Möglichkeit eröffnen und auch durch Corona hindurch beibehalten können. Seither bin ich noch keinen Vormittag ganz alleine gesessen. Es kommen Frauen und auch Männer. Es gibt kleine Gespräche und auch sehr lange. Es geht um das Wetter, die Gesundheit, Alltägliches – und es geht um sehr Persönliches wie Lebensgeschichten oder Glaubensfragen. Das Thema bestimmt immer mein Gegenüber, genauso wie die Dauer.

Haben Sie also keine Scheu und kommen Sie bei mir vorbei. Sie erkennen mich an meinem Aufsteller. Ich freue mich über jede Begegnung!

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Was schulden Kinder ihren Eltern?

Ich bin auf eine sehr informative und nachdenkenswerte Sendung des Bayerischen Fernsehens gestoßen. Sie hat sich mit der Frage beschäftigt, ob bzw. was Kindern ihren Eltern schuldig sind.

Es ging zum einen darum, ob Kinder einen Bauernhof oder ein Unternehmen der Eltern übernehmen. Aber dann vor allem auch um eher „innere“ Schulden. Die Eltern haben den Kindern das Leben ermöglicht und sich gekümmert. Müssen sich jetzt – im Alter – die Kinder um die Eltern kümmern?

Ich habe es immer wieder selbst in meiner Arbeit erlebt, dass sich Kinder dazu verpflichtet gefühlt haben. Und dass sie dazu verpflichtet wurden – von den Eltern, Geschwistern oder dem Dorf. Natürlich auf einer „moralischen“ Ebene. Das hat zu einem schlechten Gewissen geführt. Das hat dazu geführt, dass oft Kräfte überfordert waren, dass Grenzen überschritten wurden. Von beiden Seiten.

Ein Satz aus der Sendung hat sich mir eingeprägt: „Wenn jemand etwas von mir erwartet, lebe ich nicht mehr mein eigenes Leben, dann lebe ich seins.“ Es geht also nicht um einen Dienst aus Liebe und Verbundenheit, sondern um eine Verpflichtung, die Erfüllung eines Anspruchs.

Die Sendung zeigt gelungene und schwierige Beispiele aus beiderlei Sicht, der Sicht der Senior*innen und der der Angehörigen. Und am Ende der Sendung steht ein feines Schmunzeln.

Hier ist der Link zur Sendung:

https://www.br.de/nachrichten/kultur/was-schulden-erwachsene-kinder-ihren-eltern,TePiLWs

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Vatertag und Christi Himmelfahrt

Wir haben den Muttertag gefeiert und werden den Vatertag begehen. Der ist immer am Christi-Himmelfahrtstag.

Unabhängig davon, dass es mich merkwürdig anmutet, wenn man eigene „Feiertage“ braucht, um sich der Prägung/ Leistung der Eltern bewusst zu werden, bringt mich die Parallelität von Vatertag und Christi Himmelfahrt auf einen neuen Gedanken:

Jesus kehrt zu seinem himmlischen Vater zurück. Vorher, bei seinem Begräbnis, wurde er in die Erde, die „Mutter Erde“ zurückgelegt („von der Erde bist du genommen, zur Erde kehrst du zurück „).

Damit – mit Begräbnis und Himmelfahrt – ist Jesus also wieder bei seinen Ursprüngen angelangt. Der Kreis schließt sich.

Auch im menschlichen Leben gibt es immer wieder die Rückkehr zu den Ursprüngen. Mal im freudevollen Erinnern, mal aber auch im Leidvollen und Traurigen. Manchmal mit viel Wut und Zorn über unselige Prägungen. Da ist dann wenig Anlass und Raum für Dankbarkeit (schon gar nicht für gesellschaftlich verordnete).

Senioren können in beide Richtungen schauen: auf ihre Eltern und auf ihre eigenen Kinder. Dann wird (vielleicht) ein Wunsch nach Erbarmen und Barmherzigkeit groß. Im Hebräischen, der Sprache des Ersten Testaments, haben „Erbarmen“ und „Mutterschoß“ die gleiche Sprachwurzel.

Rückkehr zu den Ursprüngen: das geschieht nicht nur am Mutter- bzw. Vatertag. Das ist eine lebenslange und notwendige Aufgabe der Auseinandersetzung und der Konfrontation mit den Eltern. Dass es am Ende, bei der Rückkehr zu dem mütterlich-väterlichen Gott, Erbarmen geben wird (mütterlich und väterlich!), kann Mut machen.

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Bibel und Leben im Gespräch

Mai 2023

Die Seniorenseelsorgerin für den Landkreis Mühldorf Marianne Kaltner bietet wieder einen Vormittag innerhalb ihrer Reihe Bibel und Leben im Gespräch an. Diesmal geht es um das Verhältnis des Menschen zur Schöpfung. Ausgangspunkt ist der Schöpfungs“Bericht“ in Gen 1.

Das ist ein spannendes Thema im Angesicht von Naturzerstörung, menschengemachtem Klimawandel einerseits und dem wachsenden Bewusstsein für unsere Verantwortung für die Erhaltung der Schöpfung andererseits.

Dieses Gespräch findet statt am Mittwoch, den 17. Mai 2023 von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg.

Die Teilnahme ist kostenlos, zur besseren Planung bittet Marianne Kaltner um eine Anmeldung bis zum 16. Mai. Die Telefonnummer finden Sie im Flyer:

Flyer von Marianne Kaltner

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Gedanken zum 8. Mai 1945

Heute, am 8. Mai, jährt sich der Tag, an dem der 2. Weltkrieg in Deutschland zu Ende ging. Aber mit welchen Gedanken und Gefühlen ist das verbunden?

Ich habe noch Menschen kennengelernt, die diesen Tag mit einem Gefühl von Niederlage verbunden haben. Es sind wohl auch tatsächlich persönliche Vorstellungen, Wünsche und Träume von einer nie erreichten Größe und Großartigkeit in die Brüche gegangen – einem nicht einlösbaren und nie eingelösten Versprechen. Auch diese Menschen waren Opfer einer irren Ideologie.

Mehr noch aber habe ich die im Herzen und im Ohr, die tatsächlich gelitten haben unter Verfolgung, Gewalt, Krieg und Terror, der in Deutschland begonnen hatte und von hier aus in die Welt getragen wurde. Ich habe Menschen erlebt mit Verwundungen an Körper, Seele, Geist und im Sozialverhalten. Ich habe Frauen kennengelernt, die alleine ihre Kinder ernähren und groß ziehen mussten. Ich kenne Menschen (und gehöre selbst dazu), die noch in der Folgegeneration von der NS-Zeit geprägt sind. Also Leid Tragende auf vielen Ebenen.

Bild: Michael Tress

Beim heutigen Gedenktag habe ich all das vor Augen. Schaue in die Welt und sehe all die Gewalt und weiß, dass die Folgen noch ein/ zwei Generationen später spürbar sein werden. Sehe Senior*innen, die heute noch leiden, wenn auch vielleicht nicht sehr im außen. Höre in den Nachrichten die Reden von ganz rechts, die nur von (vermeintlicher) Größe reden und das Leiden ausblenden. Höre Gott sei Dank auch andere Worte, die genau das Leiden thematisieren und froh sind, dass sich unsere Geschichte gewandelt hat. Und die daraus einen Auftrag ableiten: das Leiden der Menschen im Blick zu behalten.

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Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Ich bin auf die „Netzwerkstelle Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ aufmerksam gemacht worden. Diese Stelle trägt der wachsenden Anzahl Demenzerkrankten Rechnung und dem damit erhöhten Bedarf an Unterstützung. Die „Netzwerkstelle Demenz“ berät beim Aufbau eines Netzwerks. Dazu gehören Profis wie aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich, aber auch auch Akteure etwa aus der Kultur (etwa Museen), Bauernhöfe, Kirchengemeinden und auch Ehrenamtliche. Sie alle werden in Vorträgen und Schulungen für diese Erkrankungen sensibilisiert und überlegen miteinander in einem Netzwerk, wie das Leben für die Erkrankten und ihre Angehörigen angenehmer gestaltet werden kann (etwa durch Spaziergänge, Führungen, Aktivitäten etc.).

Auf der Webseite der Netzwerkstelle gibt es Beispiele aus der Praxis, Anregungen für die eigenen Überlegungen und auch Informationen über Fördermöglichkeiten.

Ich finde das eine ausgezeichnete Idee und wäre froh, wenn es solche Allianzen auch bei uns im Landkreis Mühldorf geben würde. In Altötting gibt es das schon beim AWO-Kreisverband.

Hier ist der Link der bundesweiten Netzwerkstelle:

https://www.netzwerkstelle-demenz.de/ueber-uns/netzwerkstelle

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