Fastenzeit 2022 – 2. Fastensonntag: Sehen

Was sehen Sie gerade? Natürlich den Bildschirm mit diesem Text. Und darum herum? Was ist in der Nähe, was ist weiter weg? Wo liegt die Grenze des Blickfeldes? Wie weit ist Ihr Horizont grade eben? Wie weit, wenn Sie hinausgehen? Nachts können Sie Millionen von Lichtjahren weit sehen und weit in die Vergangenheit hinein. Der Blick in die Zukunft ist schwieriger, er findet in der Vorstellungskraft statt.

Das Sehen im Jetzt: Gegenstände, Menschen, Vorgänge. Bewegung und Stillstand. Farben. Formen.

Das Sehen im Jetzt: deuten, erkennen, identifizieren.

Dem Gesehenen Bedeutung geben. Damit in Beziehung treten zum Geschauten. PC für mich. Text für mich. Tisch für mich. …

Sehen Sie eher die Beschränkungen, die Gefahren, die Schwierigkeiten? Oder schauen Sie auf das, was sich an Möglichkeiten bietet, an Lebendigem, Lebensförderlichen? Das ist wohl auch eine Typfrage, eine Frage der Lebenserfahrungen.

Sehen und nicht verstehen. Schauen und doch nicht wirklich sehen. Sehen ist halt doch eine Frage der Perspektive, des Blickwinkels. Sehen ist gelenkt. Es ist eine Kunst, mit den Augen des anderen zu sehen. Aber erst unterschiedliche Sichtweisen bilden ein Ganzes. Das ist im Kleinen so und auch im Großen und Ganzen dieser Welt.

In der Bibel werden Gottesbegegnungen, Gotteserfahrungen sehr häufig in der Form der Vision, einer Gottesschau erzählt. Das unterstreicht, wie wichtig das Sehen ist, das unterstreicht, dass man – auch im Alltag – Gott sehen und entdecken kann.

Heute könnten Sie mal unterschiedliche Stand-Punkte ausprobieren. Einfach mal zwei Schritte zur Seite gehen und dann nochmals schauen. Oder einen Spaziergang in Ihrer Umgebung machen und so tun, als wären Sie hier noch nie gewesen, als wäre diese Straße ein Museum, als wären Sie hier ein Fremder auf Entdeckungstour. Oder mal schauen, ob und wie Sie Gott/ Göttliches „sehen“.

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Krieg und Frieden

Ich wache auf und höre: Stille. Und Atem. Vereinzelt einen Vogel. Mein Bett ist warm. Ich habe ein Bad mit fließendem Wasser. Auch das ist warm. Meine Lebensmittel reichen noch eine Zeit, dann kaufe ich neue. Ich gehe spazieren. Alles Selbstverständlichkeiten.

Alles keine Selbstverständlichkeiten. Vor allem nicht mehr selbstverständlich, wenn ich mir vorstelle, was Menschen in den U-bahn-Bahnhöfen und Städten der Ukraine hören und erleben.

Gestern Abend Gottesdienst in St. Laurentius. Ein Gebet um Frieden in der Ukraine. Der Gottesdienst ist im Friedhof. Es ist kalt. Die Kälte zieht nach innen. Ich friere und denke daran, dass ich bald wieder in der Wärme bin. Ich friere und denke an die Menschen, die tagelang und nächtelang in der Kälte sind.

Beim Friedensgebet Verbundenheit mit den ca. 150 Gottesdienstbesuchern.

Verbundenheit auch über Grenzen hinweg mit den Menschen in der Ukraine.

Verbundenheit: das ist das, was zählt.

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Gebet um Frieden in der Ukraine

Die Pfarrei St. Laurentius in Altmühldorf lädt am Donnerstag, den 3. März um 18:00 Uhr zu einem Gebet um den Frieden in der Ukraine ein. Es findet auf der Wiese im Friedhof statt und ich finde es toll, wenn möglichst viele mitbeten. Am schönsten, wenn viele da sind, aber natürlich gerne auch von daheim aus, wer nicht kommen kann.

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Fastenzeit 2022 – zum 1. Fastensonntag

Hören

Was hören Sie jetzt im Moment? Das Summen des PC? Musik? Straßengeräusche? Vögel? Menschen?

Manche Menschen hören auch ihre eigenen Körpergeräusche: das Magengluckern, das Pulsieren des Blutes.

Was bekommen Sie heute alles zu hören? Angenehmes und Unangenehmes. Die Nachrichten – etwa aus der Ukraine oder über Corona. Menschen berichten über Sachliches. Menschen erzählen von sich selber. Menschen drücken sich aus in ihren Worten, in ihrem Tonfall, verbal und nonverbal. Manchmal nur in einem Laut, etwa einem Stöhnen oder einem Ausruf der Freude, des Erschreckens, des Erstaunens.

Wir Menschen sind auf das Hören angewiesen. Das Hören ist – neben dem Fühlen – der letzte Sinn, der im Sterben erlischt. Und man weiß, dass Ungeborene schon im Mutterleib hören – etwa die Stimme der Eltern. Wir wollen auch selber gehört werden. Babys, die auf ihr Schreien keine Reaktion bekommen, weil sie niemand hört, werden krank und sterben sogar. Auch Kinder und Erwachsene brauchen ein gutes Gehör – für das, was um sie herum vorgeht und auch für das, was sie selber von sich äußern. Wir haben erlebt, was passiert, wenn man nicht genau hinhört und auch zwischen den Zeilen hört.

Übrigens: Die Zehn Gebote des Ersten Testaments beginnen nicht mit: „Du sollst …“ (oder genauso richtig: „Du wirst …“), sondern mit: „HÖRE, Israel! Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten befreit hat. Du wirst …“. Das Hören ist also – neben der Befreiungstat Gottes – die Grundvoraussetzung für ein gelingendes Leben, das das Zehntwort anpeilt.

Das gute Gehör wird ergänzt durch ein gutes Herz, ein mitschwingendes, mitfühlendes Herz. Ein hörendes Herz, wie König Salomon es von Gott erbittet.

Ich bitte heute um ein hörendes Herz.

Ein hörendes Herz in mir für andere.

Ein hörendes Herz in anderen für mich.

Ein hörendes Herz in mir für mich selber.

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Fastenzeit 2022 – zum Aschermittwoch: Offenheit

Bei den diesjährigen Impulsen für die Fastenzeit stelle ich die fünf Sinne in den Mittelpunkt. Sie dienen uns dazu, die Welt, die Menschen, uns selber zu erfassen und zu erkennen. Sie dienen auch dazu, uns selber auszudrücken.

Dazu braucht es freilich Offenheit. Manchmal jedoch sind Sinne verschlossen. Manchmal krankheitsbedingt als Blindheit, Taubheit, Geschmacksverlust … Manchmal momentan, etwa in Überlastungssituationen … Manchmal in bestimmten Beziehungen, die belastet sind …. Manchmal durch die Geschehnisse in dieser Welt, die unsere Sinne fokussieren …

Offenheit ist also gar nicht selbstverständlich. Offen zu sein, offen zu werden ist manchmal schwierig und regelrecht eine Arbeit. Offen zu werden, offen zu sein bedeutet, ganz bei mir zu sein (wach, achtsam) und auch beim Gegenüber zu sein (aufmerksam, ausgerichtet).

Vielleicht gelingt das nicht häufig. Vielleicht gelingt es nur für eine kurze Zeit. Mir scheint, es ist eher der Glücksfall als die Normalität. Die Fastenzeit ist also eine Gelegenheit, mit sich selber und anderen gnädiger zu werden.

Ob sich Offenheit „trainieren“ lässt? Meine Anregungen für die Fastenzeit möchten jedenfalls Impulse setzen.

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Krieg

Heute morgen hatte sich die Welt in Europa verändert. Es ist Krieg in der Ukraine. Das lange Befürchtete ist da. Ich bin geschockt.

Ich denke an die, die jetzt sterben werden. Ich denke an die, die jetzt verwundet werden. Ich denke an die, die jetzt traumatisiert werden. Ich denke an die, die ihr Leben lang leiden werden an den Folgen des Krieges.

Auf dieser Seite kann und werde ich das aktuelle Geschehen nicht kommentieren. Aber mir kommen auch unsere Senioren in den Sinn, die in ihrer Kinderzeit den Krieg erlebt haben und der sie bis heute prägt. Gab es jemals die Gelegenheit zum Reden, zum Trauern, zum persönlichen Reden und Trauern? Jetzt werden sicher wieder die Erinnerungen hochkommen. Wird es jetzt ein Forum geben für die alten Traumata, für die Verwundungen der Alten?

Was können wir – die Unbedeutenden und Einflusslosen – jetzt tun? Wir können uns das Schicksal der Menschen zu Herzen nehmen, Anteil nehmen. Als religiöse Menschen können wir beten. Um Frieden und Heilung und Heil. Ohne große Worte, vielleicht nur:

Gott, lass Frieden werden. Erbarme dich.

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Tag der sozialen Gerechtigkeit

Heute ist der „Tag der sozialen Gerechtigkeit“.

Abgesehen davon, dass man sehr Unterschiedliches unter „Gerechtigkeit“ verstehen kann (jeder bekommt das Gleiche <=> jeder bekommt, was er braucht), geht es heute also auch um das Soziale.

Spätestens seit Corona kommt ins Bewusstsein vieler Menschen, wie ungerecht die Lebensverhältnisse in der Welt und auch bei uns sind. Reiche werden reicher, Arme werden ärmer. Wer eine gute Bildung hat, ist im Vorteil; ebenso die Männer gegenüber den Frauen. Wo bleibt da das Soziale? Das die gesamte Gesellschaft im Blick hat. Die die Schwächeren schützt und unterstützt, selbst wenn eigene Interessen zurückstehen müssen. Ob es um Impfschutz geht oder Klimawandel oder Renten oder …

In der ersten Welle gab es die Rücksicht auf die anderen. Senioren blieben zu Hause, verzichteten auf Besuch. Jüngere schützten die Älteren und suchten andere Wege des Kontakts. So war man aufeinander bezogen im sozialen Miteinander. Jede/r so, wie es ihr/ ihm möglich war und entsprach.

Was wäre heute möglich? Wie kann es ein MEHR an Leben geben für alle – oder für möglichst viele? Und zwar nicht nur kurzfristig, sondern auf Dauer! Mehr Bildungsgerechtigkeit; mehr Gesundheitsgerechtigkeit auch für die, die etwas anderes als Corona haben: mehr Geschlechtergerechtigkeit, etwa in der Arbeit, der Pflege von Angehörigen, der Rente!

Es gibt viel zu tun am „Tag der sozialen Gerechtigkeit“ und auch morgen, übermorgen, … immer!

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Exerzitien im Alltag 2022

Die Seniorenseelsorgerin im Dekanat Mühldorf Marianne Kaltner bietet die Exerzitien im Alltag 2022 an. Die fünf Wochen der Fastenzeit stehen unter dem Thema „Du bist uns nahe“.

Die sechs Gruppentreffen beginnen am 2. März um 9.00 Uhr im Pfarrheim in Ampfing, St. Martin-Str. 7. Dabei gibt es neben dem Austausch und den Anregungen auch die Materialienmappe für die jeweilige Einzelbesinnungszeit (ca.20 Minuten am Morgen und eine Viertelstunde am Abend).

Außerdem bietet Marianne Kaltner auch eine Online-Gruppe via Zoom an und zwar jeweils mittwochs von 19:30 – 21 Uhr.

Es gilt die 2G-Regel (bitte Nachweis mitbringen). Die Unkosten betragen 10 €.

Es ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 23. Februar bei Marianne Kaltner unter 08631 1859-189 (bitte ggf. AB besprechen) oder MKaltner@ebmuc.de.

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DemenzGuide

Die evangelische Altenheimseelsorge München hat zusammen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat einen „DemenzGuide für Angehörige“ herausgegeben. Sie finden darin gute und prägnante Hinweise zum Verhalten, Ideen für die Beziehungsgestaltung, Anregungen auch aus der Sicht von anderen Angehörigen. Schön finde ich auch den Zuspruch mit Humor und Bibelzitatn (mit z. T. recht witzigen Fotos unterlegt) zur Ermutigung.

Die Pressemitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats finden Sie hier: https://www.erzbistum-muenchen.de/news/bistum/DemenzGuide-neue-App-zur-Unterstuetzung-von-Angehoerigen-40924.news

Die App des DemenzGuide finden Sie unter folgendem Link:

https://www.evangelische-altenheimseelsorge-muenchen.de/

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Pflege zu Hause

ein Ratgeber

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen Bagso e. V. hat im neuesten Newsletter auf einen Ratgeber hingewiesen. Ich zitiere im Folgenden:

Pflege zu Hause“: Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW erscheint in Neuauflage

Wie lässt sich die Pflege von Angehörigen gut mit dem eigenen Leben verbinden? Bei der Antwort auf diese Frage hilft der Ratgeber „Pflege zu Hause“, der jetzt in einer Neuauflage erschienen ist. Auf 224 Seiten beschreibt der Ratgeber unter anderem, welche Unterstützung pflegende Angehörige bekommen können, wie die Pflege sich finanzieren lässt und wie sich Job, privater Alltag und Pflege verbinden lassen. Ein Antrags-ABC erklärt die wichtigsten Anträge. Der Ratgeber „Pflege zu Hause“ kostet 16,90 Euro – als E-Book 12,99 Euro.

Den Ratgeber kann man auf folgendem Link bestellen:

https://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/gesundheit-pflege/pflege-zu-hause-46008961

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