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Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Zuwanderung

Die Bertelsmann-Stiftung hat eine Studie zur Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten veröffentlicht. Der Titel dieser Studie lautet: „Zuwanderungsbedarf aus Drittstaaten in Deutschland bis 2050“.  Nach dieser Studie wird es in den kommenden Jahren zu einem erhöhten Bedarf an Arbeitskräften kommen, der weder durch starke Geburten noch durch EU-Bürger gedeckt werden kann. Auch eine erhöhte Frauenerwerbsquote hilft nur marginal, wie auch ein höheres Renteneintrittsalter ab 70 Jahren nur unwesentlich zur Entlastung beiträgt.

Nach der Bertelsmannstudie verlässt bis 2030 jeder zweite heutige Arbeitnehmer die Arbeitswelt. Das ist die Generation der „Babyboomer“, die dann in Rente geht. In der Konsequenz bedeutet dies, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssten. Dies kann nur über höhere Beiträge oder sinkende Renten geschehen. Deutschland benötigt also als Alternative – je nach Szenario – zwischen etwa 300.000 und 500.000 Zuzügler aus Staaten, die nicht zur EU gehören. Von dieser Zahl sind wir derzeit meilenweit entfernt. Soweit die Studie.

Es ist also in unserem eigenen Interesse nötig, dass wir die Zuwanderung regeln. Darüber debattieren auch die verschiedenen Parteien im Bundestag mit recht unterschiedlichen Konzepten. Die konservativen Parteien wollen dies eher strikt und eng regeln, die Linken ganz ohne Regeln auskommen. Grüne und SPD bevorzugen ein (unterschiedliches) Punktesystem nach kanadischem, australischem oder nordeuropäischem Vorbild. Ich meine, dass über diese Regelungen hinaus mannigfaltige Anstrengungen nötig und sinnvoll sein werden, diese Menschen bei uns zu integrieren. Andererseits dürfen wir nicht die überhebliche Haltung einnehmen, dass diese Menschen von uns alles übernehmen müssen. Vielmehr gilt es, deren Kompetenz, deren andere Lebenssicht (und wohl auch Glaubenssicht) sowie deren Kultur als eine Bereicherung unseres Lebensgefühls zu entdecken.

Wer die Studie lesen will, findet sie auf der Homepage der Bertelsmann-Stiftung: www.bertelsmann-stiftung.de/themen/aktuelle meldungen.

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Ostergruß 2015

Zu Ostern möchte ich Ihnen einen Text von Yogananda vorstellen. Yogananda war ein indischer Mystiker und lebte von 1893 – 1980. Er schreibt:

Der Tod lehrt uns, dass wir uns nicht an das Vergängliche klammern. Deshalb ist der Tod unser Freund. Wir sollen über die Verstorbenen nicht zu lange trauern. Der weise Mensch sucht die Verstorbenen im Herzen des Ewigen. Was er im irdischen Leben verliert, bekommt er im ewigen Leben zurück.

Ich wünsche Ihnen  ein gesegnetes Osterfest voller Auferstehungsfreude, die lange in Ihren Alltag hineinstrahlen möge. So können wir vielleicht manche schwierige Lebenslage leichter ertragen, wenn wir im Blick haben, dass am Ende das Leben steht, das Leben bei und mit Gott.

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Freiwilliges Engagement älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Zum „Tag der älteren Generation“ am 1. April veröffentlichte die BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.) ein Positionspapier. Darin werden die vielen älteren Menschen in den Blick genommen, die aus anderen Ländern vor z. T. schon vielen Jahren zu uns gekommen sind. Das sind zum einen Menschen, die als „Gastarbeiter“ nach Deutschland eingewandert sind, z. T. sind es die Spätaussiedler nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Auch sie alle möchten gemeinsam etwas unternehmen, das Leben im Alter gestalten, am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen. Das verbindet sie mit den deutschen Senioren, die auch (manche bis in die Hochaltrigkeit hinein) ehrenamtlich  aktiv sind. Im Engagement der Zugezogenen zeigt sich auch der Wunsch, die Kultur des Herkunftslandes lebendig zu erhalten. Allerdings findet dieses Engagement oft im eher häuslichen und familiären Umfeld statt. Im öffentlichen Raum kann dies eine Bereicherung für unsere Gesellschaft insgesamt sein und werden.

Wer sich näher informieren möchte über die Chancen und die Möglichkeiten, unter denen sich Senioren aus anderen Ländern ehrenamtlich engagieren können, kann dies auf der Internetseite der BAGSO www.bagso.de tun.

 

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Sterbefasten – Freiheit zum Tod

Im heutigen „Mühldorfer Anzeiger“ ist ein ganzseitiger Artikel unter dem Titel: „Sterbefasten – Freiheit zum Tod“ zu finden. Darin wird von Menschen berichtet, die ihrem eigenen Leben durch ein „Sterbefasten“ ein Ende setzen. Das bedeutet, dass sie keinerlei Nahrung oder Getränke mehr zu sich nehmen, bis sie sterben. Sie entscheiden sich bewusst für einen Sterbeprozess und damit auch dagegen, ein tödliches Medikament einzunehmen – etwa unter Mitwirkung von anderen. Zu unterscheiden sei das Sterbefasten von der bisher schon oft zu beobachtenden Einstellung der Nahrungsaufnahme im Sterbeprozess, wenn Hunger- und Durstgefühle automatisch nachlassen.

Heutigen Menschen scheint das Selbstbestimmungsrecht ein Wert von hoher und höchster Priorität zu sein. Selbst das Sterben und der Tod soll noch selber bestimmt werden können. Ich bin freilich ein Freund eines natürlichen Sterbeprozesses, der für mich zur Abrundung des Lebens dazu gehört. Ich meine auch, dass ein Leben in der Pflegebedürftigkeit einen Wert, einen Sinn und Würde haben kann. Darin will ich Martina Rosenberg in ihrem Interview massiv widersprechen. Gerade angesichts des Todes erkennen wir den Wert des Lebens, gerade die Begrenztheit zeigt uns, wie kostbar unser Leben ist und worauf es ankommt. Viele spüren: was trägt, das sind die Beziehungen. Deshalb wünschen sich viele, im Sterben begleitet zu sein (selbst wenn sie den Todeszeitpunkt dann wählen, wenn sie allein sind).

Wir Christen feiern in diesen Kartagen das Leben in seiner bittersten Erfahrung: der Gott- und der Menschenverlassenheit, die Jesus am Kreuz erfahren musste. So soll keiner sterben müssen: von Menschen und Gott verlassen. An Ostern jedoch feiern wir auch, dass das Leben und auch das Sterben immer von Gott umfangen ist. Das kann uns Mut, Hoffnung, Kraft geben, das Sterben der Menschen auszuhalten und mitzutragen.

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Film „Die Verfehlung“

Das Erzbischöfliche Ordinariat informiert über den Film „Die Verfehlung“:

Filmstart „VERFEHLUNG“ am 26.3.

Am 26. März 2015 startet in den deutschen Kinos der Film „VERFEHLUNG“:. Regisseur Gerd Schneider thematisiert in seinem Drama den Umgang mit Missbrauch in der Kirche. Protagonisten sind drei katholische Priester, die zunehmend im Zwiespalt zwischen Freundschaft, Loyalität und moralischer Integrität stehen.

Ich kenne zwar diesen Film nicht, meine jedoch, dass es wichtig ist, sich mit diesem dunklen Kapitel der neuesten Kirchengeschichte zu beschäftigen. Mir ist dabei immer auch der strukturelle Aspekt wichtig, der die „Verfehlung“ Einzelner (spontan denke ich, dass dieses Wort eher eine Verharmlosung ist) ermöglicht und begünstigt hat. Gerade auch durch meine Arbeit als Suchtseelsorger sehe ich da immer wieder Zusammenhänge von Suchtmittelmissbrauch und Menschenmissbrauch, von Macht(gefühlen) und Selbstwertschwäche, von der Diskrepanz zwischen Anspruch an Vollkommenheit und dem Scheitern an diesem Anspruch. So hoffe ich, dass dieser Film einen Beitrag leisten kann zur öffentlichen und sachlichen Diskussion, in der die Opfer von Gewalt (nicht nur, aber auch der sexualisierten Gewalt) und auch die Struktur im Blick sind.

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Warnung vor Trickbetrug

Mich hat eine Warnung des Sozialverbandes vor Trickbetrügern erreicht. Ich gebe sie gerne weiter und hoffe, dass dadurch Menschen sich besser schützen können. Der Sozialverband schreibt:

Achtung: Falle! TV-Clip warnt:
Betrüger senden gefälschte Briefe mit Forderungen an Rentner
Sie fälschen Dokumente oder locken mit viel versprechenden Investitionen. Ziel ihrer kaltblütigen Vorgehensweise ist es, das Geld von Rentnerinnen und Rentnern zu ergaunern. Rücksichtslos nutzen Trickbetrüger die Redlichkeit älterer Menschen aus, wenn sie als offizielle Personen an ihre Opfer herantreten. Sie fordern telefonisch, per Brief oder Fax dazu auf, Geldbeträge auf ein fremdes Konto zu überweisen. Für den Fall, dass die Betroffenen sich verweigern, werden Rentenpfändungen, Rentenkürzungen und andere Sanktionen angedroht. Der durch die Täter verursachte Schaden ist erheblich und die vermutete Dunkelziffer hoch. Sachverständige gehen davon aus, dass sich viele Opfer aus Scham nicht mitteilen. Deshalb hat der Sozialverband SoVD jetzt einen Film veröffentlicht, der die Kriminalprävention unterstützt und über Hilfsangebote informiert.
Der dreiminütige Film, der die verschiedenen Vorgehensweisen der Trickbetrüger zeigt und Tipps für das richtige Verhalten möglicher Opfer gibt, eignet sich insbesondere für die digitale Kommunikation. Zudem kann der Beitrag im Rahmen von Informationsveranstaltungen vorgeführt werden.
TV-Clip: https://www.youtube.com/watch?v=xzLkoBTjuNc

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Gedanken zur Karwoche

In der Vorbereitung auf einen (leider ausgefallenen) Einkehrvormittag habe ich überlegt, was wir an jedem einzelnen Tag vom Palmsonntag bis zum Ostertag feiern. Für die meisten Tage gibt uns das der liturgische Kalender vor:  Der triumphale Einzug in Jerusalem – das Paschamahl am Gründonnerstag mit anschließendem Verrat im Garten Gethsemani – Folter, Verurteilung und Hinrichtung am Karfreitag. Selbst die Grabesruhe am Karsamstag begehen wir in stillen Gebetsstunden bis zur Auferstehungsfeier in der Osternacht.

Aber was war von Montag bis Mittwoch? Meine erste Antwort war: grauer Alltag, nichts Besonderes. Ein Blick in die synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) hat mir allerdings etwas völlig anderes gezeigt. Es waren Tage von höchster Aktivität Jesu. Hier verdichten sich alle Konflikte. Erzählt werden die Verfluchung des Feigenbaumes, die Tempelreinigung, die Worte gegen die Pharisäer, die Auseinandersetzung um die Vollmacht Jesu, die Frage nach Weltgericht und Auferstehung, die Prophezeiung großer Not. Auch die Frage nach dem wichtigsten Gebot findet sich hier. Mir scheint, Jesus lässt keine Gelegenheit zur scharfen Konfrontation aus. In seinen Worten zeigt sich viel Mut und Klarheit – so ist es kein Wunder, dass viele sich von ihm provoziert fühlen und an ihm Anstoß nehmen.

Aber wozu diese Provokationen? Doch wohl nicht um der Provokation willen. Ich denke, es geht um das zentrale Gebot: Gott zu lieben und den Nächsten und sich selbst. Es geht um Orientierung, Hingabe, Verantwortlichkeit, Authentizität.

Ich nehme mir vor (gerade weil mir dieser Mut zur Auseinandersetzung oft fehlt), an jedem dieser drei Tage einen Abschnitt dieser Evangelien zu lesen und zu bedenken. Ich hoffe, dadurch noch intensiver in die Bewegung dieser für mich zentralen Tage hinein zu kommen, in denen sich das ganze Leben verdichtet darstellt. Bestimmt muss ich mir dann auch die Frage stellen: Worauf kommt es an? Wofür setze ich mich ein? Wofür stehe ich ein? Vielleicht bekommt dann Karfreitag und Ostern noch mal eine etwas andere Färbung als bisher.

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Zum 5. Fastensonntag

In diesen Tagen fällt mir wieder ein Spruch bzw. ein Gebet ein, das ich vor vielen Jahren einmal bei einer Tagung für Suchtseelsorger gehört habe. Ich möchte es als Leitgedanken für die kommende Fastenwoche anbieten. Dieses Gebet lautet:

Gott, lass mich nicht unberührt zurück!

Dieses Gebet drückt aus, dass wir in der Versuchung stehen, vieles, was um uns herum im Kleinen wie im Großen geschieht, wegzuschieben. Das mag daran liegen, dass es einfach zu viel ist, was an Information kommt oder auch daran, dass es unerträglich ist oder nur schwer vorstellbar. Zum anderen konfrontieren diese Geschehnisse uns oft mit der eigenen Hilflosigkeit und Ohnmacht, selbst wenn das vielleicht nicht stimmt (denn beten können wir ja immer). Wenn wir Terroranschläge wie in Tunesien, Krieg wie in der Ukraine, Naturkatastrophen wie in Vanuatu gemeldet bekommen, wenn in unserem persönlichen Umfeld Krankheit, Krisen und auch Tod sich ereignen, dann bringt uns das mit der eigenen Leidempfindlichkeit in Berührung. Der Bezug zu Gott kann diese Sensibilität für die Not auffangen und ins Gebet bringen in der Hoffnung, dass es auch die Hilfe dafür gibt.

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Karikaturenwettbewerb „Schluss mit lustig?“

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltet gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO einen Karikaturenwettbewerb. Ziel ist es, die bestehenden, oft einseitig stereotypen Vorstellungen von Altern und Alter aufzubrechen. Die einen verbinden diesen Lebensabschnitt nämlich oft mit Pflegebedürftigkeit, Gebrechlichkeit und Hinfälligkeit, während andere die fitten, lebenslustigen und genießerischen Senioren im Blick haben. Die Realität zwischen diesen beiden Extremen ist jedoch sehr viel breiter und differenzierter. In den Karikaturen soll dieser Lebenswirklichkeit Rechnung getragen werden. Dazu gibt es vier Kategorien:

1) Knackig oder klapprig? – Gesundheit & Wohlbefinden

2) Ein Herz und eine Seele – Freundschaft & Partnerschaft

3) Was geht, Alter? – Jung & Alt

4) Entfalten statt liften – Engagement & Teilhabe

Eine unabhängige Jury entscheidet über die Preisträger, die im 1. Preis jeder Kategorie 2000 € bekommen, die jeweils Zweitplazierten erhalten 1500 €, die jeweils Dritten 1000 €.

Weitere Informationen, die Teilnahmebedingungen und das Einreichungsformular gibt es unter: www.bagso.de/schluss-mit-lustig

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Zum 4. Fastensonntag

Für die kommende Woche habe ich einen Text gewählt von Dorothee Sölle. Sie war eine große Theologin unserer Zeit. Sie schreibt:

„Ich erinnere mich genau an ein Gespräch, das ich vor Jahren mit einem Rundfunkredakteur führte. Fast beiläufig erzählte er mir, es gebe in der katholischen Liturgie eine Bitte um Tränen. Ich erschrak, weil ich merkte, dass mir etwas fehlte…. Er wollte mich hinweisen auf die lösende und reinigende Kraft der Tränen. … Ich erschrak, weil ich merkte, wie lange ich nicht mehr geweint hatte; dieser Schrecken war der Anfang des Gebets.

… Wir verleugnen das Bedürfnis nach dem Geist, der tröstet … wir bilden uns ein, wir könnten ohne Geist leben, ohne ausgedrückten Schmerz und ohne Trost. Wir haben die Bitte um die Gabe der Tränen vergessen.“ (Dorothee Sölle in: „Den Rhythmus des Lebens spüren).

In meiner Arbeit merke ich immer wieder, wie sehr Menschen des Trostes bedürfen und wie wenig sie sich dieses Bedürfnis zugestehen. Vielleicht nehmen Sie in der kommenden Woche Ihre eigene Trostbedürftigkeit in den Blick oder auch ins Gebet.

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