Stellungnahme der Bischofskonferenz zur Sterbehilfe

Die deutschen Bischöfe haben sich jetzt zum wiederholten Male zum Thema „Sterbehilfe“ geäußert. Sie bejahen massiv die Begleitung im Sterben, damit die Sterbenden Trost, Halt und Zuwendung erfahren. In diesem Dabeisein zeigt sich auch Gottes Dabeisein, der den Menschen in jeder Lebeslage bejaht. Die katholischen Bischöfe verweisen auf das Menschenbild, das sich in dieser Frage zeigt: Ist ein Mensch nur zu bemessen an der Leisung und dem Nutzen, den er für die Gesellschaft bringt oder hat er eine Würde, die unabhängig ist vom sozialen Status, von Lebensleistung, von Vermögen und sich statt dessen auf sein von Gott gegebenes Menschsein gründet? Die Antwort der katholischen Kirche ist eindeutig.

Die Bischöfe fordern viel mehr einen Ausbau der Sterbebegleitung, etwa durch Hospize, Palliativstationen, Hospizbegleiter. Sie sehen als als eine der wichtigen Aufgabe der Kirche an, Sterbende zu begleiten und auch deren Angehörige. Sie formulieren (etwas plakativ): Es ist besser, an der Hand eines Menschen zu sterben als durch die Hand eines Menschen. So lehnen sie auch den assistierten Suizid ab, den vor einiger Zeit einige Mediziner unter bestimmten und eng umgrenzten Bedingungen für möglich gehalten haben (siehe meinen Artikel dazu).

Wer sich genauer informieren will, kann dies auf der Homepage der Bischofskonferenz tun unter: http://www.dbk.de/themen/sterben-in-wuerde/

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Fortbildung für Seniorenclubleiter zum Thema: „Geschenke“

Gestern hat Frau Adelheid Widmann vom Erzbischöflichen Ordinariat München für die Seniorenclubleiter aus unserer Region einen Fortbildungsnachmittag gehalten. Als erste Anregung durfte sich jede/r aus der Mitte einen Gegenstand aussuchen, mit dem er die „Weihnachtsbäckerei“ verbindet. In der Vorstellung dieses Gegenstandes und der dazugehörigen Geschichte wurden bei den anderen TeilnehmerInnen eigene Erinnerungen wachgerufen, die z. T. schon lange „vergessen“ waren. So entstand eine „Erinnerungsexplosion“ mit lebhaften Beiträgen. Ein weiterer Baustein im biografischen Arbeiten waren die Paargespräche zu bestimmten kurzen Themen wie etwa: „Ein Mensch, bei dem ich mich mal wohl gefühlt habe“ oder: „Ein Ort zum Entspannen“ oder – besonders nachdenkenswert: „Wofür habe ich noch nie „Danke“ gesagt?“ (etwa für das Bett, in dem ich schlafe; oder die Sonne, die scheint; oder dass ich frische Luft und sauberes Wasser habe).

Im Biografischen Arbeiten geht es, das war der theoretische Teil, nicht nur um Vergangenheit, sondern auch um das gegenwärtige Erleben und auch die Bedeutung für die Zukunft, egal, ob die nun Jahre oder auch vielleicht nur Tage beträgt. Dies kann aktiviert werden durch Fragen oder auch Gegenstände, Gerüche, Geschmack – letztlich durch jeden Sinn, den wir Menschen haben.  Es muss allerdings die Freiheit geben, nichts sagen zu müssen bzw. selbst auszuwählen, was und wie erzählt wird.

Durch den ganzen Nachmittag zogen sich sehr praxisorientieret Fragen und Anregungen, etwa zur Sitzordnung oder zur Willkommenskultur, oder auch die Frage, wie man mit Menschen umgeht, die alles ablehnen. Am Ende stand ein sehr persönlich gestalteter Segen, der noch einmal viel Tiefe und Intensität hat spüren lassen.

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Erntedank – Ernte meines Lebens

Beim Einkehrvormittag in Niederbergkirchen haben wir uns Gedanken gemacht zum Erntedankfest. Dieses Fest gibt es in allen Kulturen und allen Religionen. Früher wurden Früchte oder junge Tiere geopfert im Bewusstsein, dass eine gute Ernte nicht nur das Ergebnis der menschlichen Arbeit ist, sondern der göttlichen Kraft bedarf.

Wir haben den Feldfrüchten, dem Obst und den Blumen noch Symbole für menschliche Arbeit hinzugefügt – etwa einen Kochtopf, Werkzeug, eine Kinderzeichnung, den Gesang. Dadurch wollten wir sichtbar machen, dass Erntedank heute nicht mehr nur die bäuerliche Arbeit umfasst, sondern für alle Arbeit gilt.

Daraufhin haben wir die Ernte des menschlichen Lebens insgesamt inden Blick genommen:  die in einer Medaille gewürdigte Lebensleistung, die Biografie, die Glaubensgeschichte.

Der letzte Schritt war daraufhin das unperfekte Leben, dargestllt im wurmstichigen Apfel, der Scherbe, dem gebrochenen Herzen. Auch Unvollendetes, auch Zerbrochenes, auch das Scheitern gehört zum menschlichen Leben, zur Lebensernte dazu.

Für all dies wollten wir unserem Gott unser „Danke“ sagen, ausgedrückt im Gebet und in der Bitte um Segen.

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Gruppe pflegender Angehöriger in Oberneukirchen

Am kommenden Dienstag, den 9. September 2014, trifft sich die Gruppe pflegender Angehöriger von 19.30 – 21.00 Uhr wieder in Oberneukirchen im Gemeindehaus. Auch neue Besucher sind immer herzlich willkommen, auch aus den umliegenden Gemeinden. Geleitet wird diese Gruppe von der Seelsorgerin Maria Durner, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Wichtig ist in erster Linie mal das Ausspannen können, dann natürlich auch der gegenseitige Erfahrungsaustausch sowie die Vermittlung von Hilfsmöglichkeiten. Ich möchte an dieser Stelle auch auf meine Seite mit dem Hilfenetzwerk hinweisen.

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bagso-Positionspapier zur kommunalen Seniorenpolitik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (bagso) hat auf ihrer Internetseite www.bagso.de ein Positionspapier zur kommunalen Seniorenpolitik veröffentlicht. Es steht in Zusammenhang mit dem 7. Altenbericht der Bundesregierung, der gerade unter dem Titel „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“ erarbeitet wird. In zehn Punkten fordert die bagso, die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen im Sinne der Subsidiarität politisch und finanziell zu erweitern; den Blick zu weiten, dass Seniorenpolitik nicht nur Pflegepolitik ist und dass Seniorenpolitik alle Generationen umfasst. Schließlich beschreibt die bagso auch die aktive Rolle der Senioren selber, die mehr sind als nur die Adressaten der Politik.

Wer das Papier lesen will, findet es auf der bagso-Seite www.bagso.de unter: „Positionen“

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Neuer Besuchsdienstkurs in Mühldorf

Zusammen mit Marianne Kaltner, Seelsorgerin im Caritasaltenheim in Mühldorf, und dem Klinikseelsorger Martin Kuhn biete ich wieder – organisiert durch das Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf – einen Besuchsdienstkurs an.

Es gibt viele Menschen, die im Krankenhaus über ihre manchmal schwere Erkrankung mit einem Außenstehenden reden wollen. Auch in den Seniorenheimen oder auch daheim freuen sich ältere Menschen über einen regelmäßigen Besuch, vor allem, wenn sie selber nicht mehr mobil sind und von sich aus Kontakt aufnehmen können. Hier kann ein ehrenamtlicher Besuchsdienst zum einen die Einsamkeit abmildern, zum anderen dem Besuchten ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln. Sie zeigen mit der Frage: „Was gibt´s Neues in …?“ ihre Verbundenheit und ihr Interesse am Geschehen in der jeweiligen Heimatgemeinde.  Umgekehrt erfahren die Besucher aus dem Leben der Besuchten und werden so zu Vertrauten. Andere spielen miteinander oder gehen spazieren und vermitteln so Lebensfreude. Diejenigen, die schon bisher Besuche machen, berichten, wieviel Vertrauen, Freude und Dankbarkeit ihnen von den Besuchten entgegen gebracht wird – eine Erfahrung, die immer wieder tief berührt und vermittelt, wie sinnvoll und Sinn gebend diese Aufgabe ist.

Der kostenlose Kurs findet immer montags von 14.30 – 17.00 Uhr im Pfarrheim von Altmühldorf, Wirtsgasse 29 statt.  Beginn ist am 29. September 2014.

Wer sich für diesen Kurs interessiert, kann sich durch die in den Kirchen ausliegenden Flyer informieren oder auch beim Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf unter 08631/ 37670. Informationen gibt es auch bei Martin Kuhn (08631/ 613-4774 bzw. martin.kuhn@kliniken-muehldorf.de) bzw. bei mir (0170 220 78 05 bzw. MTress@eomuc.de). Wir bitten um die Anmeldung bis 22. September 2014 an einer der drei Stellen.

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Zur Thematik der Sterbehilfe

Gestern haben vier namhafte Mediziner einen Entwurf für ein Gesetz vorgelegt, in welchem die Sterbehilfe geregelt werden soll. Sie sprechen sich dabei für einen „assistierten Suizid“ aus, d. h. unter bestimmten, eng geregelten Rahmenbedingungen soll es künftig erlaubt sein, seinem Leben unter ärztlicher Aufsicht ein Ende zu setzen. Veröffentlicht wurde dieser Vorschlag im Buch „Selbstbestimmung im Sterben – Fürsorge im Leben“. Damit wird das Themawort schon benannt – es geht um Selbstbestimmung. Man wird den Autoren nicht vorwerfen können, dass sie nichts von der Materie verstünden oder dass sie schnell und leichtfertig urteilten. Schließlich hat sich Prof. Borasio etwa sehr um den Aufbau der Palliativmedizin in Deutschland verdinet gemacht. So hat ihre Meinung besonderes Gewicht.

Ich sehe, dass Menschen über ihr Leben selber entscheiden wollen, und dass dies für sie ein hoher Wert ist. Umso schlimmer, wenn das Leben nicht mehr kontrollierbar wird, etwa durch eine Krankheit.  Aber: gehört das nicht auch zu unserem Leben dazu? Verdient gerade eine solche Lebensphase, vor allem, wenn sie die letzte ist, nicht besondere Begleitung? Im heutigen „Mühldorfer Anzeiger“ fehlt mir bei den Begriffen wieder einmal die „Sterbebegleitung“. Sie ist aber noch viel stärker in das Bewusstsein zu rücken, gerade durch HospizbegleiterInnen, Mediziner, Seelsorger.

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Zum Pflegekräftemangel

In der heutigen Ausgabe des „Mühldorfer Anzeiger“ wird berichtet, dass sich die Bundesagentur für Arbeit verstärkt um Pflegekräfte aus dem Ausland bemüht, da in den nächsten Jahren ca. 150 000 Pflegekräfte fehlen werden. Hintergrund ist der Anstieg der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren, der mit deutschen Pflegekräften allein nicht zu bewerkstelligen ist (siehe u.a. meinen letzten Beitrag). Vor etwa einem Jahr wurde im Fernsehen von chinesischen Altenpflegerinnen berichtet, die schon als Krankenschwestern in China gearbeitet hatten, jetzt eine Ausbildung zur Altenpflegerin durchlaufen und gleichzeitig deutsch lernen. Sie sind mittlerweile bei uns in Deutschland angekommen und leisten eine hochprofessionelle Arbeit, bei der auch die Verständigung kein Problem ist. Dies soll nun auch für Pflegekräfte aus den Philippinen, aus Vietnam, Serbien, Bosnien und Tunesien umgesetzt werden.

Schon jetzt leisten ja viele Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern und Kontinenten eine vorbildliche Arbeit und zeigen einen sehr freundlichen Umgang mit den Bewohnern, sodass generelle Vorbehalte unangebracht sind.  Allerdings gibt es auch Bedenken. So achtet die Caritas etwa darauf, dsas durch ihre Pflegekräfte dann nicht einen Mangel in deren Heimatland ausgelöst wird. Ich hoffe außerdem. dass die ausländischen Pflegekräfte nach deutschem Standard entlohnt werden (der eh verbesserungsfähig ist). Insgesamt kann das aber auch ein Modell werden, bei dem wir durch die andere Sichtweise fremder Kulturen auf das Alter und die alten Menschen profitieren, weil diese Menschen dort eine andere, höhere Wertschätzung erleben.

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Ausbildung zum Altenpfleger

In dieser Woche war in der Zeitung zu lesen, dass es jetzt mehr Interessenten für den Beruf des Altenpflegers gebe. So erfreulich das ist – mir scheint das noch keine Trendwende zu sein. Der Bedarf ist zudem noch um einiges  höher und kann so schnell gar nicht aufgefangen werden. Zumal die, die jetzt mit ihrer Ausbildung anfangen, erst in einigen  Jahren volle Arbeitskräfte sein werden. Ich denke, der wichtigste Anreiz wäre eine angemessene Bezahlung, von der man (Mann? Frau?) auch eine Familie ernähren kann. Da wird vielleicht der Mindestlohn etwas nützen, selbst wenn dadurch die Pflege teurer wird.

Die Arbeit als Altenpfleger/in ist sicher sehr aufreibend. Sie erfordert ein hohes Maß an Kraft, an Aushalten belastender Situationen, an fachlicher und auch menschlicher Kompetenz. Leider werden immer nur die Übergriffe und Entgleisungen beschrieben und nie, mit wie viel Freundlichkeit und oft auch Gelassenheit PflegerInnen ihre Arbeit an und mit den alten Menschen tun. Ich kann mir auch vorstellen, dass Bewohner einem ans Herz wachsen, besonders, wenn man deren Lebensgeschichte kennt und mitkriegt, was der- oder diejenige schon alles bewältigt hat. Aber dazu braucht es halt immer auch Zeit. Die fehlt aber oft, weil die Personaldecke in den Heimen eher dünn ist, weil es viel Arbeit zu tun gibt, weil auch Pausen nötig sind zum Regenerieren.

So möchte ich gerne viele ermutigen, sich in der Pflege ausbilden zu lassen. Es ist anstrengend und manchmal frustierend, es tut weh, wenn jemand stirbt. Aber die Arbeit kann auch sehr viel Lebenssinn, Lebenserfahrung, Trost und Kraft vermitteln.

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Gedanken zum Erinnern an den 1. Weltkrieg

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erinnert. Vor allem stand die politische und die militärische Entwicklung im Vordergrund. Erst allmählich richtet sich der Blick der Erinnerung weg von einer von Heldentum und Siegermentalität geprägten Sichtweise hin zu den Opfern dieses Krieges – den Gefallenen, den Verwundeten, den Hungernden, den obdachlos Gewordenen, den heimatlos Gewordenen. Sie zählen oft zu den vergessenen Schicksalen und werden so ein zweites Mal „geopfert“ – nämlich auf dem Altar des Vergessenes und Verdrängens. Wie anders würde Geschichte erzählt und vermittelt werden, wenn wir die Geschichte sozusagen von unten betrachten würden, aus der Perspektive der kleinen Leute, die immer diejenigen sind, auf deren Kosten alles abläuft. Wieviel mehr würde die Sinnlosigkeit und die Perspektivelosigkeit solcher Unterfangen deutlich werden, wenn wir auf das Leiden der Menschen schauen.

Die Älteren unter uns könnten so eine Leidenserinnerung sicher erzählen, denn wenige werden den Zweiten Weltkrieg als Sieger erlebt haben. In den Blick geraten würde das Zerschlagene, Zerronnene, Zerstörte, in den Blick geraten würden Schmerz und Leid und Trauer. Im Leiden wären viel mehr Menschen vereint als in der Großartigkeit des Siegers. Im Blick auf das Leiden wären auch heute noch die Völker im Krieg vereint, die sich feindlich gegenüberstehen: Israelis und Palästinenser, Ukrainer und Separatisten, Iraker und Islamisten. …

Allerdings setzt das voraus, dass wir uns alle nicht mehr mit dem „Siegen“ und dem „Gewinnen“ identifizieren, sondern uns in unserer Begrenztheit, in unserem Leiden, in unserer Bedürftigkeit und auch Schwäche annehmen. Und das wäre wohl der Quantensprung, der notwendig ist. Vielleicht kann das Erinnern dieser Tage ein Anlass dafür sein?!

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