Monthly Archives: September 2026

„Offenes Ohr – offenes Herz“

Leider muss das „Offene Ohr – offenes Herz“ aber morgen ausfallen. Das tut mir sehr leid, Sie auf nächste Woche vertrösten zu müssen.

Jeden Donnerstag biete ich von 10 bis 11 Uhr in der Cafeteria des Einkaufsmarktes Globus eine offene Sprechstunde an. Jede*r ist herzlich willkommen zum Ratschen, Erzählen oder um sich etwas von der Seele zu reden. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Sie erkennen mich an meinem Aufsteller:

offenes Ohr – offenes Herz

Leider muss die offene Sprechstunde morgen ausfallen. Es tut mir leid, Sie auf nächste Woche vertrösten zu müssen.

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Ehrenamtlicher Besuchsdienstkurs

Die Krankenhaus- und die Seniorenseelsorge im Landkreis Mühldorf bietet wieder einen sehr informativen und lehrreichen Kurs für Menschen an, die Zeit und ein Herz für alte oder kranke Menschen haben. Diese Menschen sind nämlich sehr auf ein „hörendes Herz“ angewiesen. Es tut ihnen gut, mit jemandem reden zu können – sei es über ganz einfache Themen, sei es über ihr Leben und die augenblickliche Situation. Darum ist dieser Kurs auch betitelt mit Zuhören mit Herz. Aus früheren Erfahrungen mit den Ehrenamtlichen weiß ich, wie beglückend und sinngebend eine solche Aufgabe ist und darum möchte ich mit vollem Herzen dafür werben.

Der Kurs umfasst elf Abende und zwei Kurstage. Das unterstreicht, wie fundiert die Ausbildung ist und wie gut gerüstet die Teilnehmer*innen ihre Aufgabe wahrnehmen werden.

Es ist eine Anmeldung nötig bis zum 5. Oktober 2026. Die Kontaktdaten und alle Informationen finden Sie auf dem Flyer unten.

Hier der Flyer der Krankenhaus- und der Seniorenseelsoge im Landkreis Mühldorf:

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Erinnerungsvermögen

Gestern gab es in WDR 5 in der Reihe „Das philosophische Radio“ eine sehr interessante Sendung unter dem Titel „Erinnerungsvermögen“. Der Theologe und Coach Dieter Haite spricht mit Moderator Jürgen Wiebicke über Gegenstände, die an Menschen und ihr Leben erinnern. Auch Erinnerungen an das eigene Leben sind dabei im Blick.

Es geht dabei nicht nur um den Nachlass im Falle eines Todes (das natürlich auch). Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem eigenen gelebten Leben, an das verschiedene Gegenstände erinnern: ein Stein, eine Kugel, ein Buch, ein Geschenk ….

Foto: Michael Tress

Dieter Haite hat in seiner Wohnung ein „Regal der Heiligtümer“, in dem er solche Dinge aufbewahrt, die ihn an besondere Momente seines Lebens und manchmal auch an die Menschen, mit denen er verbunden ist und war, erinnert.

Er stellt sich und uns dabei folgende Fragen, die ich auch als Anregung zu einem Gespräch (etwa in einem Seniorenkreis) verstehe:

  1. Was ist sehenswert in meinem Leben?
  2. Was ist erzählenswert in meinem Leben?
  3. Was ist wissenswert in meinem Leben?
  4. Was ist liebenswert in meinem Leben?

Es ist bestimmt in einem Seniorenkreis hilfreich, den ein oder anderen Gegenstand mitzubringen. Eventuell bringt auch eine Teilnehmerin etwas Sehenswertes und Erzählenswertes mit (man muss ja beim Erzählen nicht in die allerpersönlichste Tiefe gehen). Vielleicht ist es etwas aus der jüngsten Vergangenheit – vielleicht auch etwas aus einem früheren Lebensabschnitt – vielleicht aber auch etwas aus der Familiengeschichte, die schon eine ode zwei Generationen zurückliegt.

Und: meine Erfahrung zeigt, dass die Erzählung der ersten die Erinnerungen dr anderen hervorruft und die dann ihrerseits zu erzählen beginnen.

Wer die Sendung nachhören will, findet sie unter folgendem Link:

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/dieter-haite-102.html

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Bayerische Demenzwoche 2026

Wieder findet die Bayerische Demenzwoche statt, nämlich vom 18. bis 27. September 2026. Zahlreiche Veranstaltungen gibt es dazu in ganz Bayern. Sie finden den Veranstaltungskalender unter folgendem Link: https://www.demenzwoche.bayern.de/

Auch in unserem Landkreis gibt es einige Angebote:

  • Die Caritas bietet in der Tagespflege Miteinand am kommenden Mittwoch von 9 bis 15.30 Uhr ein Demenzscreening an.
  • Die Tagespflege Somitas in Neumarkt-Sankt Veit lädt zu Kaffee und Kuchen ein. Es gibt einen Vortrag zum Thema: „Würde im Alter – wenn Gedächtnis, Konzentration und andere Fähigkeiten ins Alter kommen“. Anschließend gibt es Gelegenheit zu Fragen und Antworten. Termin ist am 18. September von 15 – 16:30 Uhr. Anmeldung bitte unter 08741-9259970 oder info@somitas.de
  • Die Seniorenseelsorge veranstaltet einen offenen Singkreis mit Liedern und Gedichten zum Thema „Freundschaft“. Dieser Nachmittag ist am Freitag, den 25. September von 15:30 – 16:30 im Ökonomiestadl in Mühldorf und ist für Demenzkranke und ihre Angehörigen gut geeignet. Eine Bewirtung gibt es ab 14:30 Uhr.
  • Am 27. September von 9:30 bis 11:00 Uhr bietet die Tagespflege Erharting (Anmeldung wird erbeten) einen Vortrag zum Thema „Schwieriges Verhalten von Menschen mit Demenz verstehen“ an.
  • Die Seniorenseelsorge des Dekanats Mühldorf bietet zwei „Vergiss-mein-nicht-Gottesdienste“ an – und zwar am 24. September um 15:30 in der Kapelle des Caritas Heilig-Geist-Spitals in Mühldorf und am 27. September um 10:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Agatha in Maitenbeth.
  • Schließlich lädt die AWO ins Haus der Begegnung in Mühldorf zu Impulsvorträgen ein unter dem Titel „Demenz – i bin fei no do!“ ein – am 22. Oktober von 14 bis 16 Uhr. Demenzerkrankte Angehörige können währenddessen vom mobilen Familienservice betreut werden. Dafür ist eine vorherige Anmeldung nötig.

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Die Fähigkeiten der Demenzerkrankten

Bei einer Demenzerkrankung gehen viele Fähigkeiten verloren. Das Gedächtnis lässt nach, die Sprache verliert ihre Worte, die Artikulation wird undeutlich, Bewegung wird schwerer, Essen und Trinken müssen erinnert werden, auch die Emotionalität schränkt sich ein etc. Freilich ist das je nach der Art der Demenzerkrankung unterschiedlich. Aber dass es zu einer Reduzierung von ehemals selbstverständlichen Fähigkeiten kommt, ist die Begleiterscheinung von Demenz.

Dieser Verlust fällt dem Umfeld von Angehörigen, Freunden und Nachbarn als erstes auf. Das unterscheidet ja den Demenzkranken von den Gesunden. Die nachlassenden und verschwindenden Fähigkeiten verunsichern und irritieren. Sie rufen Besorgnis hervor und manchmal auch Angst und Scham. Oder eine erhöhte Wachsamkeit und Aufmerksamkeit.

Diese Fokussierung auf die Defizite hat allerdings eine fatale Kehrseite. Sie lässt übersehen, was ein an Demenz erkrankter Mensch noch alles kann. Es ist ja keineswegs so, als ob man alles vergessen und verlernen würde. Schon gar nicht sofort und schnell. Mancher Verlust kommt erst spät oder auch gar nicht. Auch wenn die Sprache schon verschwunden ist und sie sich nicht mehr äußern können, so können die Demenzerkrankten doch noch empfinden und fühlen. „Der Kopf vergisst. Aber das Herz erinnert sich immer.“ So hat es Dr. Maria Kotulek aus der Abteilung Seniorenpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat in München und dort zuständig für Demenzkranke einmal gesagt.

Der Blick auf die weiterhin vorhandenen Kompetenzen ist schwer. Es ist eine starke Leistung von An- und Zugehörigen, wenn sie die bestehenden Fähigkeiten bemerken. Manchmal braucht man dazu einen Perspektivenwechsel. Manchmal hilft da Humor. Etwa dann, wenn sich Menschen nicht mehr an vorgegebene Konventionen halten und etwas tun, was man eher von Kindern erwarten würde.

Eine noch größere Herausforderung ist es, das zu würdigen und den an Demenz erkrankten Menschen dafür zu loben. Es erscheint uns eben so selbstverständlich, dass man dieses oder jenes kann. Für einen Kranken ist es das aber vielleicht nicht mehr.

Ein Lob, eine Anerkennung tut jedem Menschen gut. Immer. Aber für jemanden, der immer und immer wieder auf seine Unfähigkeit und seine Ungeschicklichkeit und sein Unvermögen reduziert und angesprochen wird, ist das existentiell wichtig.

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