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Gedanken zum zweiten Advent 2014

In diesen Tagen beschäftige ich mich mit der Vorbereitung des Einkehrvormittags am Mittwoch in Zangberg. Dabei spielt die Dunkelheit eine wichtige Rolle – die Dunkelheit der Natur, die Dunkelheiten des Lebens und auch die Dunkelheiten des Glaubens.

Da habe ich ein Gedicht gefunden, das ich vor einigen Jahren selbst geschenkt bekommen habe:

Den Stern sehen,
nicht den Schatten fürchten,
der gegen Abend
über das Haus wächst;
nicht die Nacht fürchten,
die das Gesicht verdunkelt;
nicht die Angst fürchten,
die dich in Träumen bedroht;
sondern den Stern sehen,
der in der Dunkelheit
heller glüht.

Barbara Cratzius

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Ermündigungswohnung

Ich bin auf eine Internetseite aufmerksam geworden, bei der eine sehr spezielle Wohnung vorgestellt wird. In dieser Musterwohnung wurde alles eingebaut, was es bisher an technischen Möglichkeiten gibt, um das Leben mit einer Behinderung leichter zu gestalten. Das fängt bei Lichtsensoren an, die nachts den Weg etwa ins Bad weisen. Es gibt dort Kleiderschränke, die sich elektrisch von oben nach unten bewegen lassen, sodass man sich nicht mehr strecken muss – ebenso bei Gardinen. Anderes ist schon länger bekannt wie etwa die Dusche, die sich aus dem Wasserhahn herausziehen lässt.

Mit all diesen technischen Hilfsmitteln ist es leichter, daheim wohnen bleiben zu können (zumindest wenn man sich das ein oder andere leisten kann). Aber in jedem Fall bietet diese Wohnung eine Reihe von Ideen, an die man auch denken könnte, wenn es darum geht, den eigenen Wohnraum umzubauen.

Wer sich diese Musterwohnung anschauen will, muss nicht nach Berlin fahren. Sie ist auch online zu besichtigen unter folgendem Link: www.ermuendigung.de

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Adventlicher Einkehrvormittag in Zangberg

Unter dem Titel „Auf dem Weg nach Bethlehem“ lade ich alle Menschen ab der Lebensmitte in das Kloster Zangberg ein. Wir überlegen, was „Bethlehem“ für uns bedeutet, wir machen uns auf eine geistliche Reise dorthin und lassen uns von Bildern, Liedern, Texten u. m. zu unserem Sehnsuchtsort führen.

Termin ist am Mittwoch, den 10. Dezember 2014 von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg, Unkosten entstehen keine, aber eine Anmeldung bis 6. Dezember erleichtert meine Planung.

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Gedanken zum ersten Advent 2014

Ich möchte in der Adventszeit wieder verschiedene Gedanken veröffentlichen, die uns auf dem Weg in Richtung „Weihnachten“ leiten und begleiten können.

Als erstes eine kleine Weisheit aus dem Osten (da, wo auch die weisen Sterndeuter herkommen auf ihrem Weg nach Bethlehem):

Ich bin überall auf der Welt gewesen und habe nach dem Leitstern gesucht.

Ich bin überall hingegangen, ohne zu ruhen, des Nachts und am Tage.

Endlich habe ich den Prediger gefunden, der mir die Augen öffnete und die Wahrheit verkündete.

Ich blickte in meine Seele, und das Licht, nach dem ich auf der ganzen Welt suchte, war in mir.

 

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Sechster Besuchsdienstkurs ist beendet

Bereits zum sechsten Mal hat das Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf in Zusammenarbeit mit dem Krankenhausseelsorger Martin Kuhn, der Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner und mir einen Besuchsdienstkurs angeboten. Sechs Frauen und Männer aus dem ganzen Landkreis Mühldorf haben sich über zwei Monate lang in regelmäßigen Treffen darauf vorbereitet, alte und kranke Menschen daheim, im Krankenhaus oder in den Seniorenheimen zu besuchen. Sie beschäftigten sich im Kurs mit Fragen des Alters und der Krankheit sowie mit Sterben und Tod. Sabine Brantner vom Anna-Hospiz-Verein hat einfühlsam und präzise über Demenzerkrankungen informiert. Gerade auch der religiöse Hintergrund spielte eine Rolle – sowohl beim Besucher wie auch beim Besuchten. In Rollenspielen wurde eingeübt, wie die Besucher mit Menschen in  Krisensituationen einfühlsam und verständnisvoll sprechen können, wie sie trösten und ermutigen können, wie auch das Lachen und der Humor seinen Platz findet. Gabriele Dorn vom Seniorenzentrum Sonnengarten betonte dabei die ergänzende Aufgabe des Besuchsdienstes, die von der Einrichtung sehr geschätzt werde. Im Januar werden die neuen „Besuchsdienstler“ dann in verschiedenen Einrichtungen des Landkreises ihre Aufgabe beginnen und dabei vor allem einsamen und belasteten Menschen Freude und Kraft geben sowie das Gefühl, nicht vergessen und alleingelassen zu werden.

Für mich war es sehr ergreifend, wie sehr sich die Teilnehmer auf die manchmal recht anspruchsvolle Thematik eingelassen haben; wie sehr sie bereit waren, Neues dazu zu lernen; wie sehr sie auch manche gewohnte Verhaltensweise verändert und neue Umgehensweisen ausprobiert haben. Schön, dass sie immer wieder gemerkt und gesagt haben, dass es weniger um ein „Machen“ geht als um Ruhe, sich und dem anderen Zeit zu lassen, Da-sein, Aushalten von schweren Situationen.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Kraft, Freude und Erfüllung und die Erfahrung, dass sie anderen immer wieder zum Segen werden, wie die Bibel sagt.

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Lesung der „Regionalen Originale“

Am vergangenen Samstag fand im Mühldorfer Ökonomiestadel die Lesung von zwölf Geschichten statt. Sie wurden von verschiedenen Autoren im Rahmen des Schreibwettbewerbs „Regionale Originale“ eingericht, den das Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf unter der Federführung von Inge Finauer durchgeführt hatte. In ihren Geschichten wurden den Zuhörern Frauen und Männer vorgestellt, die auf ihre je eigene Weise „besondere“ Menschen waren. Die einen bedeuteten für die Autoren viel als Lehrer, andere wirkten eher abschreckend durch ihre Lebensweise, die noch von vergangenen Tagen geprägt war. Wieder andere waren  „eigen“ durch ihren unkonventionellen Lebensstil und durch das Auf und Ab ihres Lebens. Manchmal waren die Geschichten zum heiteren Lachen geeignet, manchmal lösten sie Nachdenklichkeit oder auch Trauer und Betroffenheit aus. Immer wieder wurden Menschen in ihrer Einfachheit vorgestellt, die die meisten von uns wohl gar nicht als „besondere Menschen“ wahrgenommen hätten, die aber für die Autoren in einer besonderen Beziehung standen und sich dadurch ausgezeichnet hatten.

Auch im Schreibstil der einzelnen Erzähler zeigten sich große Unterschiede. Die einen bericheten sehr lebhaft und farbenfroh, die anderen unterstrichen durch eine einfache Sprache auch den Charakter ihres beschriebenen Menschen.  Beim einen wurde die Beobachtung aus der Distanz erkennbar, beim anderen die große Nähe zum „Original“.

So fiel es der Jury nicht leicht, die Preise zu vergeben. Für ihre Geschichte von der  „Nani Tant´“ wurde Leo Biermaier und für ihre Geschichte von der „Buidlsammlerin“ Sandra Büge mit dem ersten Preis gegehrt, außerdem erhielt Frau Büge noch den Publikumspreis. Weitere Preisträger waren Reserl Wetsch, Irene Jonda und Ernst Müller.

Eigentliche Gewinner waren aber die Zuhörer, die durch Inge Finauer freundlich durchs Programm geführt und musikalisch mit modernen Liedern durch zwei Mädchen untermalt  einen unterhaltsamen Nachmittag verbracht hatten. Natürlich haben wir uns auch die Frage gestellt, welchen „besonderen“ Menschen wir kennen und was ihn zu diesem besonderen Menschen macht. Und das sind nicht immer die großen und spektakulären Geschichten und Lebensläufe, eher sind es die „kleinen“ Gaben, mit denen wir für andere Bedeutung haben.

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Regionale Originale

Am kommenden Samstag, den 22. XI. 2014 findet von 14.00 – 16.00 Uhr im Ökonomiestadel in Mühldorf die Lesung von 12 Geschichten statt, die im Rahmen des Schreibwettbewerbs „Regionale Originale“ eingereicht wurden. Dabei werden bekannte und auch unbekannte Menschen erlebbar, die sich durch irgendeine Besonderheit ausgezeichnet haben. Mal ist es eine bestimmte Fertigkeit, mal ein außergewöhnliches Schicksal, mal eine erst spät zu Tage tretende Sammlung, mal eine beständige Treue zu übernommenen Aufgaben. Die Autoren dieser Lebensgeschichten berichten aus ihrer je eigenen Warte, wie sie eben diesen einen Menschen kennen und schätzen gelernt haben.

Sichtbar wird bei diesen Geschichten, dass eigentlich jeder von uns ein besonderer Mensch ist – selbst dann, wenn er sich selbst gar nicht dafür hält. Es gilt dabei hauptsächlich die Wahrnehmung durch die anderen, die ein „besonderes“ Auge brauchen für die Einzigartigkeit der Menschen.

So kann dieser Nachmittag für alle, die teilnehmen, zum Gewinn werden, weil wir sensibler werden könnten für die Menschen um uns herum, auch wenn sie noch so gewöhnlich erscheinen.

 

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Bericht von den Seniorenbeauftragten im Landkreis Mühldorf

Beim Informationsabend für die Seniorenbeauftragten der Pfarreien und der Kommunen haben wir überlegt, wie eine „pflegefreundliche Gemeinde“ aussehen könnte. Als erstes ist uns eingefallen, dass es Ansprechpartner vor Ort braucht (eben die Seniorenbeauftragten). Bei ihnen kann man Informationen bekommen, die den pflegenden Angehörigen und auch den Pflegebedürftigen ihre Situation erleichtern (etwa Hilfsmittel oder finanzielle Unterstützungen). Die Probleme werden erkannt, d.h. es gibt Menschen mit offenen Augen, Ohren und überhaupt allen Sinnen, die auf einen Hilfebedarf aufmerksam machen. Das können natürlich alle im Ort sein. Außerdem wird dafür gesorgt, dass Menschen mit Einschränkungen am gesellschaftliche Leben teilnehmen können, etwa durch eine größtmögliche Barrierefreiheit oder auch durch spezielle Veranstaltungen wie Seniorentreffs oder Info-abende. Desweiteren werden verschiedene Wohnformen realisiert, in denen sich Menschen beheimatet fühlen.

All das (und vieles mehr) geht nur mit Hilfe vieler Menschen – professionellen und ehrenamtlichen. Hier gibt es wohl nach der Untersuchung des „Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts“ eine Menge Bereitschaft in unterschiedlichen Formen und Ausmaß. Sie zu finden und zu befähigen, eigene Ideen umzusetzen, kann durch die Seniorenbeauftragten angestoßen werden. Als Unterstützer im Hintergrund steht u. a. die Freiwilligenagentur Ehrensache e.V., das Landratsamt Mühldorf und auch die Seelsorger zur Verfügung.

Im kommenden Frühjahr werden wir beim nächsten Informationsabend mal schauen, was in der Zwischenzeit begonnen wurde.

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Zur Bundestagsdebatte über Sterbehilfe

Gestern fand im Bundestag eine erste Debatte über das geplante Gesetz zur Sterbehilfe statt. Nach allen Berichterstattungen, die ich verfolgt habe, geschah dies in großem Respekt voreinander und vor dem Thema. Parteiübergreifende Gruppierungen stellten ihre unterschiedlichen Gesichtspunkte dar, teils in recht persönlichen Beiträgen. Damit wird auch die Ernsthaftigkeit des Themas sichtbar, welches keine Parteienstreitigkeit duldet. Ich freue mich über diese offene, kontroverse und respektvolle Diskussion und das Ringen um eine Lösung, die dem Menschen gerecht wird und im Blick hat, was not tut.

Was mich besonders freut, ist, dass endlich auch einmal der Begriff der „Sterbebegleitung“ Eingang in die veröffentlichte Diskussion gefunden hat. Sterbebegleitung ist nämlich etwas ganz anderes als (aktive oder passive) Sterbehilfe. Es ist – wie es manchmal formuliert wird – nicht Hilfe zum Sterben, sondern Hilfe beim Sterben. Das Sterben wird so als ein natürlicher Prozess angesehen, der einer intensiven persönlichen Begleitung bedarf. Diese Begleitung kann viel Angst nehmen und Trost und Zuversicht geben, vor allem wenn sie getragen ist von einer Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod. Hier haben gerade wir Christen ein hervorragendes Angebot mit unserem Glauben an Gottes Barmherzigkeit und Gnade, die sich in einem Leben in Gottes Armen widerspiegelt.

Allerdings bedarf es wohl einer zusätzlichen Initiative seitens unserer Kirche, den Angehörigen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Was bedeutet der Glaube an ein Weiterleben in unserer modernen Welt?

  • Geht es einfach weiter wie bisher, nur auf einer anderen (höheren?) Ebene? Das wäre wohl nicht erstrebenswert.
  • Ist das jenseits nur ein Aufenthaltsort bis zum nächsten Leben, das dann wieder unter menschlichen Bedingungen stattfindet? Für mich persönlich auch keine Alternative.
  • Werden menschliche Defizite (auch struktureller Art. nicht nur persönlich) aufgewogen durch andere Maßstäbe als das bisher Gewohnte?
  • Gibt es eine Heilung von inneren und äußeren Verletzungen, Wunden, Leiden, Schmerz? Welchen Platz nehmen Enttäuschungen, Scheitern, das Fragmentarische unseres jetzigen Lebens in einem künftigen ein?

Wenn ich die Botschaft Jesu richtig verstehe, ist alles aufgefangen in der Menschenfreundlichkeit Gottes. Gott ergänzt, was dem Menschen fehlt. Gott nimmt den Menschen in seiner Individualität an, in seinem Gewordensein, in seinem Streben und Scheitern, in seinem Hoffen und Sehnen. Das gibt mir selber Trost, wenn ich auf mein Versagen schaue. Das gibt mir Mut, wenn ich auf meine Defizite blicke. Das lässt mich manches aushalten, weil ich weiß, es ist einmal zu Ende und wird anders. So hat der Glaube an ein Leben nach dem Tod Auswirkungen auf das jetzige.

Für die Sterbebegleitung bedeutet dies, dass ich auch den Tod aushalten kann – den Tod eines anderen und (hoffentlich dann auch) meinen eigenen. Der Tod und das Sterben sind nicht nur schrecklich, sie sind für mich auch eingebettet in einen größeren Lebenszusammenhang.

Wichtig scheint mir auch zu sein – und das stößt die Bundestagsdebatte an – dass jede/r eine eigene Haltung entwickelt zum Themenkreis: Sterben/ Tod/ Menschenbild/ Leben und Lebenssinn. Und das reicht viel weiter als ein bloßer Gesetzentwurf.

 

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Altersarmut steigt

Grade habe ich in den Nachrichten gehört, dass es einen neue Untersuchung zur Altersarmut in Deutschland gibt. Danach steigt sie weiter an – vor allem in Westdeutschland und da besonders bei den Frauen. Sie hatten in ihrer Berufsbiografie viele Zeiten, in denen sie nicht eingezahlt haben, weil sie für ihre Kindererziehung zu Hause geblieben waren. Etwa 500 000 Menschen ab 65 Jahren sind im Jahr 2013 auf die Grundsicherung angewiesen gewesen, Tendenz: steigend. Dies bedeutet zunehmend weniger Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit zunehmende Isolation. Hier wartet also ein gewaltiges gesellschaftliches Problem auf uns.

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