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Energiepreis-Pauschale

Die Bagso hat in ihrem letzen Newsletter angekündigt, eine Klage gegen die Ungleichbehandlung der Renter bei der Energiepreispauschale einzureichen. Die 300 € bekommen nämlich nur die, die im Jahr 2022 berufstätig waren. Die Rentner z. B. gehen (neben anderen) dabei leer aus, was zu deutlichen Protesten geführt hat.

Die bagso schreibt:

Ungerechtigkeit bei 300-Euro-Energiepreis-Pauschale: VdK bereitet Musterklage vor
 
Der Sozialverband VdK will klagen, weil viele Bürgerinnen und Bürger die von der Regierung beschlossene Energiepreis-Pauschale nicht bekommen. Wer 2022 nicht steuerpflichtig arbeitet, erhält die 300 Euro im September nicht – beispielsweise Rentnerinnen, Rentner und pflegende Angehörige. Der VdK startet jetzt ein Musterstreitverfahren für eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern. Voraussetzung für die Klage ist, dass die Mitglieder gegen den Steuerbescheid 2022 Einspruch einlegen – vermutlich ab Sommer 2023. Wenn Einspruchs-Entscheidungen vorliegen, kann der VdK vor dem Finanzgericht klagen.
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Fronleichnam 2022

Morgen feiern die Katholiken das Fronleichnamsfest. Dabei wird in einer feierlichen Prozession die Hostie, das geweihte Brot, durch die Straßen getragen und den Menschen gezeigt.

Was bedeutet „Brot“ überhaupt in diesen Tagen?

Getreide in den Lagerhallen und Häfen der Ukraine kann nicht abtransportiert werden. In Indien gibt es wegen der dortigen Dürre einen Ausfuhrstop. Millionen Menschen sind auf dieses Getreide weltweit angewiesen. Der „normale“ Hunger in der Welt (ist Hunger jemals „normal“, sprich tolerierbar?) gerät aus dem Blickfeld. Dabei hat schon Präsident Clinton in den Siebziger Jahren gesagt, der weltweite Hunger sei kein Produktions-, sondern ein Verteilungsproblem. Und die Älteren bis in meine Generation erinnern sich noch an die mageren Zeiten nach dem Krieg.

Wir Katholiken tragen Brot zu den Menschen. Vielleicht nicht nur zu den Menschen in unseren Straßen, in denen es auch Armut gibt und Hunger. Das Brot ist das Zeichen für unseren Glauben. Es zu den Menschen zu bringen, verdient jeden Einsatz – hier und weltweit.

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Wettertips für Senioren

Die Seniorenliga hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst eine leicht zu lesende und verständliche Broschüre herausgegeben. Sie enthält grundsätzliche Informationen über das Wetter und die Auswirkungen auf Senioren. Außerdem gibt es Hinweise, wie die Senioren etwa mit Hitze, UV-Strahlung oder Wind gut umgehen können.

Sie finden diese Broschüre auf der Seite der Seniorenliga unter https://www.deutsche-seniorenliga.de/

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Offenheit und Synodalität in der Kirche

Mich hat heute folgende Nachricht positiv überrascht:

Papst Franziskus hat vor einem zu großen Kontrollbedürfnis beim Thema Synodalität, also gemeinsamer Beratungsstrukturen innerhalb der Kirche, gewarnt. Für einen gemeinsamen Weg sei es immer wichtig, ein unvollständiges Denken beizubehalten, so das Kirchenoberhaupt in einer Videobotschaft an die Lateinamerika-Kommission am Donnerstag im Vatikan. Er sei allergisch gegen Gedanken, die bereits vollständig und abgeschlossen seien, erklärte Franziskus den Teilnehmern der Vollversammlung. Es gebe nichts Gefährlicheres für die Synodalität als zu glauben, schon alles zu verstehen.

Mit totaler Kontrolle ließe sich zwar oberflächliche Relevanz erzeugen, dynamische Prozesse hingegen seien nur mit Offenheit möglich, so Franziskus weiter.

Zitiert nach: https://www.katholisch.de/artikel/39442-papst-synodalitaet-funktioniert-nur-mit-unvollstaendigem-denken

Gerade dieses Offenhalten von Prozessen ist, was vielen Menschen (nicht nur in der Kirche) schwerfällt. Es ist mit viel Unsicherheit verbunden. Aber ich spüre (vor allem in der Kirche) auch den Wunsch nach Dynamik und Veränderung. Es gibt auch viele Themenfelder dafür. Wir erleben sie bei den Gesprächen und Veranstaltungen beim Katholikentag und besonders beim „Synodalen Weg“ in Deutschland. Auch dem weltweiten Synodalen Weg ist diese Offenheit zu wünschen.

Wir Ältere erinnern uns noch an das 2. Vatikanische Konzil und die damalige Aufbruchsstimmung. Auch damals gab es die Furcht vor den ungewissen Veränderungen – und auch das Empfinden der Dringlichkeit. Der damalige Prozess war not-wendig und hat viel Gutes gebracht. Etwa den Blick auf das gesamte Kirchenvolk mit seinen Begabungen, den „Geistesgaben“. So wäre z. B. ich ohne Konzil nie Pastoralreferent geworden.

Der pfingstliche Geist Gottes löst ja alles in Angst Erstarrende und bringt die Jünger*innen Jesu in Bewegung. Und das vielleicht auch heute.

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Gesetz zur Sterbehilfe im Bundestag

Gestern wurde im Bundestag über die Neuregelung der Sterbehilfe debattiert. Diese ist wegen eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts notwendig.

Ich finde solche Debatten immer sehr hilfreich, kann dadurch doch der Blick auf die Thematik geschärft werden. In diesem Fall jedoch geht es – wie schon lange – um Hilfe zum Sterben und nicht um Hilfe beim Sterben.

Die Hilfe beim Sterben leisten etwa Hospizvereine ( in Mühldorf seit 25 Jahren der Anna-Hospiz-Verein), Palliativstationen, Palliativärzte und -Pflegende. Mit pflegerischer, medizinischer und medikamentöser Unterstützung kann der natürliche Sterbeprozess weitgehend angstfrei und schmerzfrei gestaltet werden bis zum Tod. Das Leben wird nicht verkürzt.

Diesen Aspekt habe ich schon häufig geäußert und möchte ihn auch jetzt wieder ins Bewusstsein heben als Hilfe, die im Fall des Falles gewusst werden soll.

Wer Informationen will: hier sind die Kontaktdaten des Anna-Hospiz-Vereins:

Telefon: 08631 1857-0

Info@annahospiz.de

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Pfingsten 2022 – vom guten Geist verlassen?

Am Pfingstfest feiern wir, dass Gottes guter Geist auf die Apostel und Jünger*innen herankam. Von ihnen sollte er in die Welt getragen werden. Mit Blick in die Kirchengeschichte können wir das Wohl und Wehe ermessen.

Heute, im Jahr 2022, blicken wir in unsere Welt, suchend nach dem Geist Gottes, dem lebendigen, friedensstiftenden, heilenden, versöhnenden, tröstenden … Geist Gottes. Wir sehen: Krieg (nicht nur in der Ukraine), Corona (weltweit), den Klimawandel. Wir sehen Ungerechtigkeit (strukturell zwischen Armen und Reichen und Superreichen), Chancenungleichheiten zwischen Gebildeten und Menschen ohne Ausbildung. Wir sehen (auch bei uns) Menschen, die sich auf Kosten anderer bereichern (manchmal legal und dennoch unanständig). Wir sehen den Missbrauch der Macht und den sexuellen Missbrauch – auch, aber nicht nur in den christlichen Kirchen. Und, und, und…

Wo ist da der Geist Gottes???

Eine sehr bedrängende Frage für mich. Ich mag sie nicht zu schnell beantworten mit dem Verweis auf all das Gute, das auch (oft im Kleinen) geschieht. Ich wünsche mir vielmehr, dass Gott sehr viel häufiger und spürbarer auftritt. Nicht unbedingt mit Feuer und Sturm, aber ein bisserl mehr als „nur“ das sanfte Säuseln des Elija darf es schon sein.

Und es regt sich mein Wunsch und meine Befürchtung, dass ich versucht bin, Verantwortung abzugeben. Verantwortung, die ich habe, die mir zukommt. Schließlich habe ich ja Geist Gottes bekommen in Taufe und Firmung. Also stellt sich die Frage: „Wie wirkt Gottes guter Geist durch mich?“ Und zwar ganz egal, ob bei den großen Themen unserer Welt oder in meinem ganz privaten Umfeld.

Ich beende meinen Beitrag nachdenklich.

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Tag der Pflege 2022

Am 12. Mai begehen wir den „Tag der Pflege“. Am Geburtstag von Florence Nightingale rücken – wie jedes Jahr – die Pflegeberufe in den Blickpunkt. Gerade durch die Coronapandemie wurde und wird die Belastung sichtbar, der die Pflegenden unterworfen sind. Und es wird auch spürbar, wie groß die Verantwortung ist, die sie für die Pflegebedürftigen tragen. Das sind Menschen, die verletzlich sind, die angewiesen sind auf die Unterstützung durch andere, die auch ein Stück weit ausgeliefert sind – etwa im Krankenhaus, im Pflegeheim oder auch durch ambulante Pflegedienste zuhause. Nicht zu vergessen, dass die allermeisten unbezahlt von ihren Angehörigen (vor allem Frauen!) gepflegt werden. Diese anspruchsvolle Aufgabe erfordert von den Pflegenden großen Respekt und Achtung vor der Würde der Menschen.

Das wird in den weitaus meisten Betreuungen gewährleistet (natürlich gibt es auch Ausnahmen und da ist es gut, wenn Missstände aufgedeckt werden). Die weitaus meisten Pflegenden nehmen ihre Aufgabe ernst und gewissenhaft wahr. Sie setzen sich ein – allzu oft auch über ihre zeitlichen, kräftemäßigen und sozialen Ressourcen hinaus. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches

„Dankeschön“.

Ich möchte aber (fast schon wie immer) auch dafür plädieren, endlich die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung zu verbessern. Gerade in Krankheitszeiten wie diesen wird sichtbar, wie unverzichtbar die Pflege ist. Auch eine Entlastung derjenigen, die als Angehörige eine Pflege leisten, ist mehr als dringend. Die Pflegenden haben denselben Anspruch auf Achtung ihrer Würde und Respekt vor ihrem Engagement, wie wir es von ihnen für die Pflegebedürftigen erwarten.

Weil sich in der guten Pflege auch die Qualität unseres Staates und unserer Solidargemeinschaft zeigt, weil sich in der guten Pflege auch das Wirken unseres Gottes zeigt, ist es möglich und nötig, dass wir alle uns für die Pflegenden einsetzen.

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Alter und Alkohol

Ich bin in den letzten Tagen ein paar Mal mit dem Thema „Suchterkrankung im Alter“ berührt worden. Es ging darum, dass man die gewohnte Trinkmenge nicht mehr „so gut“ verträgt, es ging auch um Erlebnisse, welche mit Alkohol „leichter zu ertragen“ sind. Ich setze die Anführungszeichen, weil es subjektive Eindrücke sind und nicht objektive Bewältigungen. Sie markieren jedoch typische Veränderungen, die mit dem Alter gekoppelt sind: Verlusterfahrungen, körperliche Veränderungen etc.

Allerdings haben Bewältigungsstrategien mit Suchtmitteln (Alkohol, Nikotin, Medikamente) ihren Preis. Sie kosten die Gesundheit, die Lebensqualität, die sozialen Beziehungen, das spirituelle Erleben…

Aber es gibt Hilfe! Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen. Und Informationsmaterialien. Z. B. bei der „Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen“ dhs. Hier ist der Link dazu:

https://www.dhs.de/infomaterial/page?tx_wwbestell_fe1%5Bf2%5D%5B0%5D=5&tx_wwbestell_fe1%5Bf3%5D%5B0%5D=1&cHash=389c707e9ff32c1ea374fbc1e1851567#page-content

Und noch eine Erfahrung aus meiner früheren Tätigkeit in der Fachklinik Annabrunn: ein Ausstieg aus einer Suchterkrankung und ein Einstieg in die Abstinenz lohnen sich immer! Es führt zu größerer Lebenszufriedenheit, einer positiveren Lebensbilanz, zu erfüllenderen Beziehungen. Es braucht Mut und Konsequenz und gute Unterstützer.

Ich bitte Sie von Herzen, diese Schritte zu gehen bzw. zu begleiten!

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Zu welcher Zeit wollen Sie leben?

Neulich habe ich in der Zeitung von einer Untersuchung der „Stiftung für Zukunftsfragen“ gelesen, nach der jüngere Menschen lieber in der Zukunft, ältere dagegen lieber in der Vergangenheit leben wollen. Ganz wenig nur wurde die Gegenwart gewählt. Die Studie selber konnte ich nicht finden, darum kann ich die Erkenntnisse nicht detaillierter beschreiben.

Aber ich finde den Gedanken anregend: in welcher Zeit wollte ich gerne leben – und warum?

In der Vergangenheit (zumindest der letzten Jahrzehnte) kenne ich mich aus. Da bin ich beheimatet und weiß um das Schöne und das Schwierige. Weiter zurück liegen die Kriege, das Leiden, der mühevolle Wiederaufbau. Und auch Chancen und vielleicht sogar Freiheiten, weil vieles noch nicht geregelt war. Aber auch eine eingeengte Moral, strengere Verhaltenskodizes, restriktivere Sanktionen.

Die Zukunft ist mit Unsicherheiten behaftet. Persönlich und gesellschaftlich. Klima, Kriege, Krankheiten, Corona, Ungerechtigkeiten, Chancenungleichheiten…. Aber auch neue Möglichkeiten, vor allem in der Technik oder der Kommunikation.

Ich selber lebe gerne im Hier und Jetzt. Zufrieden mit meinem bisherigen Leben, neugierig gespannt auf das, was kommt.

Vielleicht/ bestimmt ist aber diese Fragestellung ein interessantes Thema für so manche Gesprächsrunde – u. U. auch mit Hilfe von Bildern früherer Zeiten.

Und vielleicht auch ein Anlass, darüber nachzudenken, was leben bedeutet.

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Ostern: Ecce deus – seht, Gott

Ostern 2022 im Licht des Ukrainekriegs, von Corona, der Klimakrise, der sozialen Ungleichheit und Ungerechtigkeit … Diese Aufzählung ist lange nicht abgeschlossen. Die Beschreibung der aktuellen Zustände klingt eher nach Karfreitag als nach österlicher Auferstehung.

Aber die Auferstehung damals ereignete sich auch in schwierigen Zeiten. Die Auferstehung Jesu war nach den Evangelien kein Ereignis, das groß aufgefallen wäre. Alle haben friedlich (?) geschlafen, nichts hat die Welt bewegt oder gar erschüttert. Nur bei Matthäus hat die Erde einmal kurz gebebt, aber das war auch erst, als der Engel den Erdboden betrat, um am Morgen zwei Frauen die Auferstehung zu verkünden. Ansonsten: Stille, Ruhe, nichts an Veränderung. Schon gar keine große. Schon gar kein Spektakel. Schon gar nichts Gewaltiges und Mächtiges oder Siegreiches. (Übrigens alles Worte einer Kriegs- und Regierungssprache).

Die Auferstehung Jesu geschieht im Verborgenen. Die Auferstehung Jesu bleibt (zunächst) unbemerkt. Erst später erkennt man (besser: Frau), dass sich was getan hat.

Ostern 2022: keine große Veränderung in Sicht. Kein machtvolles, von „Sieg“ geprägtes Erscheinen Gottes. Es braucht vielleicht einen Blick in das Kleine, das Verborgene, das Unscheinbare. Wo ist das bei uns zu finden? Welche Vorstellungen von „Auferstehung“ müssen wir aufgeben, damit unser Blick frei wird? Die Erwartung von etwas Mächtigem, Großartigem, Herrlichem verstellt den Blick auf das Kreative, das Schöpferische, die Solidarität, die Zusammenhänge, bei denen die großen Veränderungen ganz winzig beginnen.

Ecce deus. Seht, Gott.

Wie ist Gott?

Der Lebendige. Die Liebe. Die Solidarität. Die Verbundenheit der Menschen untereinander und mit der Natur. Ein Da-sein für …., Anwalt der Kleinen und Bedrückten und Leidenden.

Das entdecke ich auch heute. Ostern 2022.

Ich wünsche allen ein gesegnetes Osterfest mit einem geschärften Blick und der Erfahrung, dass Gott stärker ist als der Tod.

Foto: Michael Tress

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