Die Beziehung bei Demenzerkrankung

Ich bin auf einen Podcast gestoßen, der immer wiede Informationen und Hinweise auf die Demenzerkrankungen gibt. Es ist der Demenzpodcast von Christine Schön.

In der aktuellen Folge geht es um die Beziehungsgestaltung, wenn einer in einer Partnerschaft an Demenz erkrankt. Zu Wort kommt u.a. ein Ehepaar, bei dem die Frau an Demenz erkrankt ist und sichder Mann sehr fürsorglich und partnerschaftlich um seine Frau kümmert. Deutlich wird dabei, wie frühzeitig über die Erkrankung gesprochen und gemeinsam Wege des Umgang gesucht und gefunden werden.

Da war es für mich sehr erhellend und wichtig, sich schon in gesunden Zeiten um eine gute Beziehung zu kümmern. Nur unter dieser Voraussetzung ist es überhaupt möglich, die Erkrankung gemeinsam zu gestalten und zu bestehen. Der Altenpfleger und Theologe Christian Müller-Hergel sagt: „Wenn die Beziehung angespannt oder ausgebrannt ist, wenn man lange Merkzettel mit sich herum trägt, sollte man tunlichst von der Pflege Abstand nehmen.“ Er bringt auch die eigene Belastbarkeit ins Gespräch Als pflegende Person ist es notwendig, sich so bald als möglich Hilfe und Unterstützung zu holen durch nachbarschaftliche Hilfe, durch Pflegedienste, durch Tagespflege, aber auch mittels einer Selbsthilfegruppe. Gerade in den Selbsthilfegruppen kann man/ frau viel eigene Erfahrung loswerden und erlebt sich nicht mehr so als Einzelner.

Aus eigener Erfahrung als Seniorenseelsorger (und auch als Sohn) weiß ich, wie sehr sich Menschen engagieren, ohne auf die eigenen Grenzen zu achten. Manchmal haben sich besonders Töchter sehr aufgerieben in der Pflege eines demenzkranken Angehörigen. Dann kann der Einzug in eine Seniorenheim die Beziehung zum Angehörigen sehr entlasten und wieder einer feinen, manchmal auch heiteren Stimmung Platz machen.

Berührend ist am Schluss des Podcasts, dass auch der pflegende Ehemann von seiner demenzkranken Frau proitiert und neue Lebenssichtweisen entdecken kann.

Wer den Podchast selber nachhören will: hier ist der Link:

https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9kZW1lbnotcG9kY2FzdC5wb2RpZ2VlLmlvL2ZlZWQvbXAz/episode/OGNhOTU1NGJiZGVjNzAyOTM5NDIyOThkNjBjNWU0ZGM?ep=14

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Auf einen Ratsch

Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner lädt ab kommenden Freitag wieder zu ihrer Gesprächsmöglichkeit Auf einen Ratsch ein. Wer auch immer Lust auf lockere Begegnungen hat und dabei einen kostenlosen Kaffee trinken will (spendiert vom Lechertshuber & Wimmer), der ist beim Edekamarkt in der Oderstraße herzlich willkommen.

Das 14-tägige Treffen von 10 – 12 Uhr hat sich mittlerweile gut etabliert. Die kommenden Termine finden Sie auf dem Flyer unten.

Flyer: Marianne Kaltner

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Impuls zum Ostersonntag 2024

Das Evangelium vom Sonntag schließt genau an meinem Impuls für den Karfreitag an. Woran werdet ihr erkennen, dass ER es ist?

Maria von Magdala, die mit Jesus Vertrauteste von allen, sucht ihn im Grab und findet ihn nicht. Sie erkennt ihn auch nicht, als er ihr begegnet. Sie erkennt ihn nicht an seiner Gestalt und auch nicht an seiner einfühlsamen Frage: „Frau, warum weinst du?“ Und er fügt die Frage an, die er schon den Knechten im Garten Gethsemani gestellt hatte: „Wen suchst du?“ Auch da gibt es kein Erkennen.

Ich denke, Maria ist da den Zeitgenossen des Evangelisten sehr nahe. Sie suchen Jesus und erkennen ihn nicht. Seine Stimme, seine Gestalt: nicht mehr/ nicht sehr vertraut. Und auch in der Empathie gegenüber ihrem Kummer erkennen sie nicht Jesus, der ihnen begegnet. Obwohl das Erkennen, wie es um die andere bestellt ist – das ehrliche Interesse – das offen bekundete Wohlwollen: Hinweise sein könnten für die Begegnung mit dem Göttlichen, mit Gott.

Erst als Jesus ihren Namen ruft, erkennt Maria von Magdala. Ich habe mir immer wieder vorgestellt, mit welchem Ton, mit welchem Klang, mit welcher Schwingung Jesus den Namen „Maria“ sagt. Immer taucht bei mir eine sanfte Stimme auf, eine Behutsamkeit, eine Zärtlichkeit. Nichts Forderndes. Nichts Strenges. Nichts Enttäuschtes. Eine Stimme voller bedingungsloser Warmherzigkeit.

Bild: Michael Tress

Wie gut ist es, wie gut tut es, eine solche Stimme zu hören! Wie wohltuend ist es, meinen Namen mit so einer Stimme zu hören. Das ist die Stimme, der Blick, die Zärtlichkeit Gottes. Das sind dann sicher sehr besondere Momente im Leben eines Menschen. Weil es sicher nicht so ganz häufig vorkommt. Wie groß ist auch die Sehnsucht, eine solche Stimme zu hören, die mich – gerade mich – meint!

Ostern ist das Versprechen, dass wir diese Stimme hören werden. Dass Gott uns beim Namen ruft mit viel Erkennen und Verstehen, mit viel Sanftheit und Zärtlichkeit, mit viel Erbarmen und voller Liebe. Am Ende unserer Tage – aber immer wieder auch schon jetzt.

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Fastenzeit 2024 – Karfreitag

Karfreitag

Es ist ein merkwürdiges Missverhältnis zwischen der öffentlichen Aufmerksamkeit, die Jesus zu teil geworden war und dem Nichterkennen zunächst der Soldaten und dann auch von Pontius Pilatus.

So steht am Anfang der heutigen Passion die Frage Jesu: „Wen sucht ihr?“ und die Antwort: „Jesus von Nazareth“.

Wir können diese Frage der Soldaten aber auch verstehen als eine Frage von uns Heutigen, die in der Kirche sitzen oder daheim und die Passion hören:

Wen sucht ihr? Wen suchst Du?

Und woran würden wir erkennen, dass wir „den Richtigen“ gefunden hätten?

Auch Pilatus scheint Jesus nicht zu kennen. Merkwürdig für den ersten Mann im Staat, dass er einen Aufwiegler nicht kennt, einen, der angeblich bestrebt ist, „König“ sein zu wollen. Für einen König macht Jesus sicher nicht viel her. Zumindest nicht im landläufigen Sinn. Aber der Königstitel zieht sich durch: als Spottbezeichnung, als Verhöhnung – nicht nur Jesu, sondern des ganzen Volkes Israel.

Nur einmal wird das durchbrochen – durch das Wort: „Seht, der Mensch.“ Da ist Jesus schon gefoltert. Im gefolterten, gequälten, ausgelieferten Jesus sieht man den Menschen. Man sieht ihn als Opfer und man sieht darin auch die Täter, das, wozu Menschen fähig sind.

Foto: Michael Tress

In meiner früheren Gemeinde in München haben wir am Karfreitag immer ein Kreuz aufgestellt. Ein Kreuz ohne Corpus. Aber mit Bildern von gefolterten, verachteten, leidenden Menschen unserer Zeit. „Seht, der Mensch“ in seiner erniedrigten Gestalt. „Seht, der Mensch“ in seiner erbarmungswürdigen Gestalt. „Seht, der Mensch“ in seiner Gestalt, die uns, die Gottesdienstbesucher, zur Stellungnahme herausfordert. Die herausfordert, eine Haltung einzunehmen zu diesen Menschen am Rande unserer Gesellschaft, am Rande unseres Bewusstseins.

Das verweist wieder auf die Eingangsfrage: „Wen sucht ihr?“

Und woran werdet ihr erkennen, dass ER es ist?

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Fastenzeit 2024 – Palmsonntag

In diesem Jahr gestalte ich meine Impulse zu den jeweiligen Sonntagsevangelien.

Heute nehme ich aus der Markuspassion einen kleinen Satz, der vermutlich oft überhört wird:

„Sie hat getan, was sie konnte.“

Schon einmal hatte sich Jesus dagegen gewandt, ein vom Betrag her kleines Opfer auch noch klein zu reden und gering zu achten (Lk 21, 1-4). Bei Jesus zählt offensichtlich das, was eine tun kann („sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt gegeben“), mehr als die große Summe. Und auch jetzt ist es wieder eine Frau, die tut, was sie kann. Sie kann Jesus nicht vor dem Tod bewahren. Aber sie kann ihn für seinen Tod salben. Welch ein hellsichtiger Weitblick, der allen anderen fehlt!

Und sie erntet mit ihrer Tat Unwillen und böse Bemerkungen (vermutlich von Männern!). Diese Vorwürfe – von J.S. Bach in seiner Matthäuspassion eindrucksvoll vertont – sind vielleicht/ sicher unter einem sachlichen Aspekt nicht falsch: 300 Denare ist der Lebensunterhalt fast für ein ganzes Jahr. Damit hätte man wirklich viel Armut lindern können. Gleichzeitig aber wirkt diese Kritik, wirken diese Vorwürfe doch falsch. Denn was haben diese Kritiker selber getan zur Linderung von Not? Oder reagieren sie so, weil sie selbst so wenig/ nichts getan haben? Reagieren sie aus einem Gefühl der Beschämung heraus so?

Wir können sicher nicht die Not bei uns, die Not der Welt beseitigen. Dafür fehlen uns die Mittel, dafür fehlt ein gesellschaftlicher Konsens über das vordringlichste Projekt, dafür fehlt es bestimmt auch am nötigen Wissen. Aber „sie hat getan, was sie konnte.“ Mit diesem Satz verweist Jesus seine Zuhörer, verweist Markus seine Leser – heute uns – auf unsere Möglichkeiten. Verweist uns auf unsere Beobachtungsgabe. Verweist uns auf unsere Kreativität. Verweist uns auf unser mitfühlendes Herz.

Die Stadtkirche Mühldorf macht in der Fastenzeit eine Aktion: in den Kirchen stehen Kartons. In diese Kartons kann man/ frau Waren einlegen (Lebensmittel, Hygieneartikel etc.), die dann an die Tafel weitergegeben werden. Es ist nicht viel, was der Einzelne beisteuern kann. Aber es hilft viel!

Wer es gerne internationaler und vor allem dauerhafter haben möchte: wir sind ein kleiner Verein, der das Projekt „sariry“ (in der Sprache der Indigenen: „miteinander vorwärts kommen“) in Bolivien unterstützt. Dort kümmert man sich um Kinder und deren Mütter. Wir unterstützen mit unseren kleinen Spenden den Unterrricht, die Mahlzeiten, die Gesundheitsvorsorge, weil jeder Euro zählt, weil sich jeder Euro auszahlt. Wer sich informieren möchte, kann dies auf unserer deutschsprachigen Homepage tun: www.sariry.de . Dort gibt es auch eine Kontoverbindung für eine Spende

Man/ frau tut, was möglich ist.

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Fastenaktion der Stadtkirche Mühldorf für die Tafel

Die Stadtkirche Mühldorf macht in der Fastenzeit – wie schon seit einigen Jahren – eine Aktion zu Gunsten der Tafel.

In den Pfarrkirchen stehen leere Kartons. In die kann man Lebensmittel und Hygieneartikel legen, die dann zur Tafel gebracht werden. Hier kommen sie den vielen Menschen in prekären Situationen zu gute. Es ist eine einfache, unspektakuläre Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen.

Hier der Flyer der Stadtkirche, bei dem das Benötigte detailliert aufgelistet ist zur eigenen Auswahl.

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Fastenzeit 2024 – 5. Fastensonntag

In diesem Jahr gestalte ich meine Impulse zu den jeweiligen Sonntagsevangelien.

Das heutige Evangelium wirkt ein wenig zusammengewürfelt. Es gibt keinen durchgängigen Gedanken.

Am Anfang stehen einige Griechen, die Jesus sehen wollen. Sie gehen nicht direkt zu ihm, sondern suchen Vermittlung. Halten sich an den „Dienstweg“. Ob ihrem Wunsch entsprochen worden ist?

Der Autor des Evangeliums greift die Situation seiner Zeit um das Jahr 100 auf. Jesus ist nur noch vermittelt erfahrbar, in der dritten und vierten Generation. Und wenn heute wir Jesus sehen wollen – wer vermittelt uns dieses Sehen, Spüren, Erfahren?

Stattdessen redet Jesus von „Verherrlichung“. Da stellt man sich zunächst etwas sehr Großartiges vor. Mit viel Pomp und Spektakel, unübersehbar, unüberhörbar. So wie unmittelbar vorher beim Einzug in Jerusalem, bei dem viele „Aa-dabei“ (wie man im Bayerischen so schön sagt) sein wollten. Auch heute sucht man – gerade in unserer Kirche – das Pompöse, das Herausragende, das Besondere, die große Bedeutsamkeit. Jesus aber deutet die Verherrlichung gerade andersherum: als seinen Kreuzestod, am Schandpfahl, als ausgestoßener Verbrecher.

Mitten drin dann das berühmte Wort vom Weizenkorn. Es handelt davon, sein Leben in den Dienst des Lebens zu stellen wie das Weizenkorn. Es in den Dienst Jesu zu stellen und es wie er aufzugeben. Erst dann kann das eigene Leben groß werden und Frucht bringen. Es ist also die genaue Umkehrung der Verherrlichung.

Foto: Michael Tress

Dann spricht Jesus vom Dienen. Ein Diener wird oft übersehen, ist eine Randfigur. Oft verrichten dienende Arbeiten Menschen aus wirtschaftlich, bildungsmäßig und sozial eher benachteiligten Verhältnissen. Das Dienstleistungsgewerbe (etwa in der Pflege, im Supermarkt, bei der Müllabfuhr) ist oft schlecht bezahlt, von daher haben sie es mit der gesellschaftlichen Teilhabe eher schwer. Auch ihr gesellschaftliches Ansehen ist ganz anders als das derer, die in der Herrlichkeit des Lebens sind. Die jedoch die „Diener“ brauchen, um angehimmelt, „verherrlicht“ zu werden. Aber solch ein Blick auf die „Diener“ ist eigentlich missbräuchlich, dient er doch nur der eigenen Selbsterhöhung.

Wenn wir in dieser Fastenzeit (und darüber hinaus) Jesus sehen wollen, dann erkennen wir ihn daran, dass sich jemand wie er in den Dienst der Menschen stellt – nicht aus Geltungssucht, sondern weil sie/ er ihnen ein Mehr an Leben eröffnen will.

Vielleicht gibt es solche Menschen auch in Ihrer Umgebung? Eine Nachbarin, die im Notfall hilft. Ein Freund, der verlässlich ist. Vielleicht auch jemand Unbekannter, der Ihnen zulächelt. Ein Kind voller Lebensfreude.

Machen Sie sich doch mal auf Entdeckertour!

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Broschüre zur Vorbeugung von Suizid im Alter

Das Bundesministerium für Familie und Senioren hat eine Broschüre neu aufgelegt. Sie trägt den Titel: Wenn das Altwerden zur Last wird – Suizidprävention im Alter. Thema ist der Wunsch mancher Senior*innen, ihrem Leben ein Ende zu setzen, wenn es nicht mehr lebenswert erscheint. Sie richtet sich sowohl an Suizidgefährdete wie auch an Menschen in deren Umfeld.

In dieser kostenlos herunterzuladenden Broschüre wird auf den Hintergrund und die möglichen Auslöser für den Wunsch, zu sterben, eingegangen. Außerdem gibt es Hinweise, woran man eine mögliche Gefährdung erkennen kann. Zum Dritten beschreibt das Heft eine ganze Reihe von Maßnahmen, damit es nicht so weit kommen muss. Da sind für mich besonders zwei Aspekte wichtig: erstens, frühzeitig – also schon bevor man älter wird – viele Kontakte zu knüpfen, nicht nur bei Gleichaltrigen, sondern auch zu Jüngeren. Und zweitens auch, sich um eine positive Lebensbilanz zu kümmern, die auch in den Brüchen und dem Schwierigen des Lebens einen Sinn entdeckt.

Was diese Broschüre wertvoll macht, sind am Ende auch die medizinischen und juristischen Hinweise sowie vor allem die vielen verschiedenen Hilfsmöglichkeiten.

Wer diese Broschüre lesen will, findet sie unter dem folgenden Link:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/wenn-das-altwerden-zur-last-wird-96012

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Wenn Pflege notwendig ist – was muss ich wissen?

Ich möchte auf einen Vortrag des vdk und des Pflegestützpunkts Mühldorf hinweisen. Heute um 14.00 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Landratsamts gibt es Ratschläge und Informationen, was zu tun ist bei einem Pflegefall – etwa über finanzielle Unterstützung, Pflegedienste, hauswirtschaftliche Versorgung etc.

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Fastenzeit 2024 – 4. Fastensonntag

In diesem Jahr gestalte ich meine Impulse zu den jeweiligen Sonntagsevangelien.

Wieder das Johannesevangelium, diesmal Kapitel 3 die Verse 14-21.

Es ist ein etwas verschachteltes Stück Frohbotschaft. Zum einen geht es um eine Deutung des Kreuzestodes Jesu als Hingabe Gottes an die Welt. Dann wird das Gericht der Rettung gegenübergestellt. Und schließlich kommt ein Aufruf, sich dem Licht Gottes zuzuwenden und zum Glauben zu kommen.

Ich möchte beim Vers 17 bleiben: Jesus kommt nicht in die Welt, um zu richten, sondern um zu retten.

Das hat für mich etwas sehr Tröstliches, bin ich doch in meiner Kindheit – wie wohl sehr viele Senior*innen vor und mit mir – mit einem strengen, richtenden Gottesbild erzogen worden. Da gab es unglaublich viel Angst und Skrupel und Scham. Und auch viel Resignation, wenn das, was ich gerade eben gebeichtet hatte, schon wieder passiert ist. „Ich schaffe es nie!“

Gott kam in die Welt, um zu retten. Rettung braucht man in der Not. Braucht man, wenn man alleine nicht mehr weiterkommt. Wenn man an die Grenze der eigenen Wirkmächtigkeit gelangt ist. So wie ich als kleiner Bub. Das, was ich selber schaffe, ist gut, auch zu tun. Für den Rest brauche ich den göttlichen Beistand. Und dennoch bleibt manches offen, ungesagt, ungetan, ungeliebt, ungetröstet, ….

Rettung verstehe ich bei Johannes aber in einem noch viel tieferen Sinne. Das griechische Wort beinhaltet auch das Glück, das Heil. Das Wort, das wir mit „richten“ übersetzen (krinein), meint eigentlich die Scheidung, die Unterscheidung, die Krise. Das griechische Wort für „retten“ meint genau das Gegenteil: das heilen, das glücklich machen, das zusammenfügen. Etwas ganz machen.

Es ist damit auch die Rettung aus der Angst gemeint, etwa vor der ewigen Verdammnis, der „Hölle“. Es ist stattdessen die Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit, die mir am Ende meines Lebens entgegenkommt und umfängt. In einem Gespräch mit einem Senior heute ging es genau um das: erzogen mit einem verurteilenden Gottesbild fand er zu einem gnädigen Gott. „Gerettet“ aus seiner Angst, froh und geheilt in seinem Glauben.

Das war ja auch die Botschaft – die frohe Botschaft – Jesu, dass die Menschen auf das göttliche Erbarmen, das göttliche Mitgefühl, das göttliche Handeln rechnen können. Dass Gott auch am Ende des Lebens noch da ist und in der Auferstehung (Jesu und auch von uns allen) Leben ermöglicht in der Ganzheit, im Heilsein, in der Fülle. Sowie es im Johannesevangelium steht: „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10, 10)

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