Die bagso (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.) hat in ihrem Newsletter folgenden Hinweis:
Zehn Jahre Pflegetelefon: Beratung rund um die häusliche Pflege
Das Bundesseniorenministerium (BMFSFJ) hat vor zehn Jahren ein bundesweites Pflegetelefon eingerichtet. Wer Informationen zu häuslicher Pflege sucht oder Fragen zu gesetzlichen Leistungen und Freistellungsmöglichkeiten hat, braucht seitdem nur zum Telefon zu greifen. Pflegende Angehörige machen den Großteil der Anrufenden aus. Es melden sich aber auch Beratungsstellen, Pflegebedürftige oder Arbeitgeber. Die telefonischen Beratungsgespräche sind anonym und vertraulich. Das Pflegetelefon ist von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar: telefonisch unter 030 / 20179131 oder per E-Mail aninfo@wege-zur-pflege.de.
Aus der Ferne – aus der Fremde machen sich der Legende nach auch die „Heiligen drei Könige“ auf den Weg. Die Bibel spricht von „magoi“, wir würden das wohl am treffendsten mit „Wissenschaftler“ übersetzen. Gebildete Menschen, die führenden Köpfe ihrer Zeit und ihrer Zunft. Sie erkennen das Besondere, das Göttliche, die Ankunft Gottes in der Welt am extrem Entfernten, im Weltall. Für das Irdische, für das Kleine, für das zum Greifen Nahe haben sie wohl keinen geschulten Blick. Aber sie erkennen etwas und machen sich vor allem auf den Weg. So entdecken sie schließlich nach etlichen Irrwegen das ganz Neue. Sie entdecken für sich einen neuen Blickwinkel. Eben nicht beim Herrscher, sondern in einem Stall.
Bild: Michael Tress
Ich meine, uns als Kirche wie auch als Einzelne täte es gut, den Blick zu richten auf das, was am Rande oder sogar jenseits unserer eigenen Welt liegt. Wo spielt sich das Leben ab? Durch welche Bedingungen ist es geprägt? Was schränkt Lebensmöglichkeiten ein? Welche Ängste, welche Hoffnungen, welche Werte zeigen sich da? Diese Orte und diese Menschen sind der Prüfstand für unseren christlichen Glauben. Diese Orte und diese Menschen sind es, an denen uns Gott, an denen uns Christus begegnet.
Aber für diese Begegnung müssen wir uns auf den Weg machen, das heimische (Kirchen-/ Gedanken-/ Kuschel-) Gebäude verlassen. Dafür braucht es den Mut und das Gottvertrauen der Magoi.
Die Barmer hat einen neuen Pflegereport veröffentlicht. Er untersucht, wie sich die Zahlen der Pflegebedürftigen in Deutschland in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern werden.
Im Jahr 2030 wird es statt bisher 4,5 Mio. dann 6 Mio. Pflegebedürftige geben. Davon werden etwa 2/3 daheim gepflegt, meist von den Angehörigen allein. Da erwarten die Experten ein Plus von 630 000.
In den Heimen werden etwa 180 000 Pflegekräfte fehlen, davon 81 000 Pflegefachkräfte, 87 000 Pflegehilfskräfte und 14 000 Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung. Dieser Bedarf wird sich nicht nur durch ausländische Arbeitnehmer decken lassen. Gefordert ist also jetzt schon für eine bessere Bezahlung und familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu sorgen.
Wer den Bericht lesen will, findet ihn unter folgendem Link:
Im Advent schauen wir immer wieder auf Maria und Josef, die auf dem Weg nach Bethlehem sind. Das sind knappe 200 km Weg von Nazareth über Berge und Täler. Ein beschwerlicher Weg zu Fuß, ein beschwerlicher Weg für eine schwangere Frau. Dort – in Bethlehem – gibt es keinen Ort, an dem sie unterkommen können. Manche berichten dann von einem Stall, andere Legenden von einer Höhle. Nachts, bei Kälte, kommt ein Kind zur Welt. Ohne medizinischen oder pflegerischen Beistand. Und dann gehts schon wieder weiter, diesmal als Flucht vor dem Tod, als Flucht vor Verfolgung. Erst Jahre später der Heimweg nach Nazareth – wieder alles zu Fuß.
Übrigens: auch der erwachsene Jesus war ständig unterwegs. Manchmal durchaus auch auf der Flucht vor Verfolgung und Todesdrohung.
Heute gehen zwei Meldungen durch die Presse:
In diesem Jahr haben in der EU insgesamt 71.200 Menschen um Asyl gebeten, davon 17.300 Afghanen, 9.100 Syrer, 3.000 Türken und 2.900 Iraker. Das ist insgesamt nur ein Bruchteil von dem, was im Jahr 2015 zu uns gekommen war.
Papst Franziskus ist auf Zypern, dem Land, das – gemessen an der Einwohnerzahl – die meisten Flüchtenden aufgenommen hat. Dort hat er spontan – und abweichend vom Manuskript – einen flammenden Appell losgelassen, dass wir uns nicht an diese Meldungen über ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer gewöhnen sollten.
Außerdem gibt es immer noch die Migranten, die als Waffe benutzt werden in Belarus. Auch das ist unwürdig! Und die Flüchtlinge in Lateinamerika, China etc.
Herbergssuche und Flucht: nichts Neues, vor allem nichts für idyllische Besinnlichkeit. Mit Blick auf das Alte und das Neue Testament jüdisch-christliches Grundverständnis. Das sich in der Praxis widerspiegelt.
Na, schon was entdeckt in Ihrem Alltag? Etwas, wo das Herz aufgegangen ist? Etwas, wo eine Tür aufgegangen ist (nicht die des Adventskalenders, sondern eine Lebenstür)? Etwas, wo ein neuer Ton, eine neue Melodie gar, zum Klingen kam?
Bild: Michael Tress
Maria macht sich auf die Reise zu Elisabeth, von Nazareth in die Nähe von Jerusalem. Zu einer Hilfestellung. Denn Gott zeigt sich in einer Hilfestellung. Dort, in der Ferne, „entdeckt“ sie, was ihr ganz nahe ist – herzensnah. Manchmal braucht man Abstand, um das Wesentliche zu erkennen. Manchmal braucht man einen anderen für eine andere Perspektive. Manchmal braucht man jemanden, der sensibel ist und spürt.
Aus der Ferne erkennt man das Eigene sicherer. Darum ist es sinnvoll, Fremdes kennenzulernen, weil man damit sich selber besser kennenlernt. Jeder, der schon mal Urlaub in fernen Ländern gemacht hat und die Kultur und Lebensweise dieses Landes erfahren hat (am ehesten außerhalb des Hotels), wird das bestätigen. Es gilt auch für die Begegnung mit Menschen. Maria erkennt sich nicht (nur) in der Begegnung mit dem Engel, sondern in der Begegnung mit ihrer Verwandten.
Natürlich ist das auch eine kunstvoll gearbeitete theologische Aussage. Gott wirkt Leben sowohl bei denen, die keine Perspektive auf Leben mehr zu haben glauben (die Seniorin Elisabeth) wie auch bei denen, die noch alles vor sich haben.
Gott zeigt sich im Lebensförderlichen, in einem MEHR an Leben. Auch bei Ihnen, auch in der kommenden Woche.
Ich ergänze den letzten Beitrag um einen Link, den ich heute (Donnerstag, 25. 11.) gefunden habe. Im Bericht von br24 gibt es ausführliche Zahlen und vor allem Hilfe mit Telefonnummern!
Heute Abend finde ich auf br24 auch verschiedene Aktionen zum „Tag der Gewalt gegen Frauen“. Also geht das Thema doch nicht so spurlos vorüber. Gott sei Dank!
Gestern wurde zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ in Deutschland wieder die Statistik über Gewalttaten in Partnerschaften veröffentlicht. Die reichen von Beschimpfungen, Stalking, Körperverletzungen bis hin zu Mord. 139 Frauen kamen ums Leben und 30 Männer. Ähnlich ist der Prozentsatz insgesamt. Auszugehen ist immer von einer extrem hohen Dunkelziffer, die Zahlen geben nur die angezeigten Delikte an.
Bild: Michael Tress
In Deutschland hat diese Meldung wenig Resonanz erfahren. Anders als in Lateinamerika etwa, wo dieses Thema seit Jahren von Künstlern und Engagierten in die Öffentlichkeit getragen wird. Ich erwähne beispielhaft „Las Tesis“ und Elina Chauvet.
Ich glaube, Gewalt gegen Frauen gab es schon immer. Die Bibel erzählt von Susanna und den geilen alten Männern (im Buch Daniel), Jesus hat es mit der „Sünderin“ zu tun. Beide schaffen einen geschützten Raum für die Frau. Dass die von Männern geschriebene Bibel von Missbrauch und Gewalt und dem Eintreten für die Frau berichtet, will was heißen! Ich verstehe das auch als Kritik an männlichen Machtgebaren, das sich quer durch die Geschichte zieht. Auch heutige Seniorinnen haben diese Erfahrung machen müssen und konnten/ können nicht darüber reden.
Sehen wir das nicht? Hören wir das nicht? Identifizieren wir die Gewalt nicht unter diesem Aspekt?
Eigentlich müsste ein Aufschrei durch unser Land gehen!
Die bagso bewirbt den Seniorentag, der diesmal digital stattfindet. Noch ist eine Anmeldung möglich. Die bagso schreibt dazu:
Rund 80 digitale Veranstaltungen auf dem 13. Deutschen Seniorentag: Wir laden Sie herzlich ein!
Der 13. Deutsche Seniorentag vom 24. bis 26. November wird zum ersten Mal vollständig online stattfinden. Die Festveranstaltung, das Programm im Kuppelsaal, die Programmpunkte der Messebühne sowie zahlreiche Einzelveranstaltungen werden im Internet übertragen. Alle weiteren Informationen und die Links zur Einwahl in die jeweiligen Veranstaltungen sind zu finden auf der Website:www.deutscher-seniorentag.de. Die digitale Teilnahme ist kostenlos.
Die Menschen um die Zeitenwende erwarteten den Messias. Sie stellten sich ihn als großen, mächtigen Herrscher vor, der die bisherigen Reiche mit ihren Unterwerfungs- und Unterdrückungsmechanismen beseitigen sollte. Ein alternativer Herrscher also, aber ebenso mit Macht und Pomp und Glorie.
Wenn man solche imperiale Vorstellungen hat, übersieht man leicht das Alltägliche, in dem sich das Göttliche/ Gott auch und vermutlich viel häufiger zeigt. So, wie in einem kleinen Kaff von gerade mal 100 Einwohnern. So, wie in einer Frau. So, wie in einer Schwangeren. Das Göttliche kommt auf leisen Sohlen, das Göttliche kommt unbemerkt, das Göttliche kommt eher im Normalen. Das macht es schwer, es zu entdecken. Das macht es schwer, Gott im Alltag zu erkennen.
Allerdings bietet die Bibel Hilfestellungen an. Gott zeigt sich immer bei den Schwachen, bei den kleinen Leuten, bei den Benachteiligten, bei den Randständigen. Gott hört man in den leisen Tönen, im Sanften und Freundlichen. Das ist der Ort, an dem wir suchen können.
Das Göttliche/ Gott erkennen wir immer daran, dass sich etwas zum Leben hin wendet. Dass sich eine neue Option auftut, dass sich Beschränkendes in Befreiendes wandelt.
Im Advent können wir unsere Sinne schärfen für die Begegnungen, die Gott für uns im Alltäglichen bietet.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen Bagso e. V. hat in ihrem Newsletter eine feine Idee veröffentlicht. Es geht um einen sehr besonderen Adventskalender, der zwar nicht direkt mit Weihnachten zu tun hat, aber auf ungewöhnliche Weise sichtbar macht, wie unsere Welt menschlicher werden kann. Die Bagso schreibt:
Adventskalender: So engagieren sich auch Menschen im hohen Alter
Viele ältere Menschen engagieren sich auch mit über 80 Jahren in Familie, Nachbarschaft und Gesellschaft. Um weitere Hochaltrige zu einem aktiven sinnerfüllten Leben zu ermutigen, lädt die Stiftung ProAlter ab 1. Dezember ein, auf ihrer Internetseite täglich digital ein Türchen in ihrem Adventskalender zu öffnen. Dort präsentieren sich Menschen aus ganz Deutschland mit ihrem Engagement. Wer sich per Mail meldet, erhält 24 Tage lang den aktuellen Link, um kein „Türchen“ zu versäumen: adventskalender@stiftung-pro-alter.de