Wir haben gerade eine sehr lange und intensive Hitzeperiode. Die Zahl der Menschen, die an der Hitze gestorben sind, beträgt mehr als 12.000. Das Wasser ist knapp, Bäche und Flüsse trocknen aus. Die Binnenschifffahrt kommt zum Erliegen, Transporte werden auf die Straße umgelegt. Es gibt viele Waldbrände mit unermesslichen Schäden.
Das alles ist kein einmaliges Ereignis. Auch die letzten Jahre waren schon viel zu heiß. Es ist auch kein regionales Ereignis, die ganze Welt ist betroffen vom Klimawandel. Von einem Klimawandel, den meine Generation mit verursacht hat. Wir haben viel zu wenig dagegen getan – lieber die Augen zu gemacht und weiter gewirtschaftet, als ob es kein Morgen gibt. Jetzt – unter dem Eindruck der Hitze – werden „Sofortmaßnahmen“ gefordert. Das ist sicher auch nötig, seien es Klimaanlagen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, seien es Hilfen für die Landwirtschaft, seien es Kühlzonen in den Städten und Aufrufe, ausreichend zu trinken.
Gleichzeitig aber werden Klimaziele verschoben (in Bayern etwa auf 2040). Eine konsequente Energiewende bleibt aus. Die Sofortmaßnahmen belasten die Umwelt zusätzlich – zu Gunsten der Wirtschaft. Noch viel zu sehr setzt unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft auf fossile Energieträger. Spätestens im Herbst wird von Veränderungen kaum mehr geredet werden.
So wird das Leiden von einer Generation zur nächsten weitergereicht. Zu leiden haben dabei die Schwachen: Alte, Kranke, Obdachlose, Einkommensschwache, Kinder…
Wie lange noch?