Die Deutsche Seniorenliga e. V. hat einen neuen Ratgeber veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit der Sturzgefahr, die mit zunehmendem Alter steigt. Zu diesem Ratgeber gehört auch ein Test (online oder zum Herunterladen), mit dem man das eigene Risiko einschätzen kann.
Von einer früheren Fortbildung bei Seniorenclubs durch Dr. Stephan von Clarmann, jetzt Leiter der Geriatrie im Innklinikum Mühldorf, weiß ich, dass man noch im Alter lernen kann, „richtig“ zu fallen; d.h. so, dass man größere Schäden minimiert. Außerdem lohnt es sich immer – so Dr. von Clarmann – auf die Ursache des Sturzes zu schauen. Es macht einen Unterschied, ob es an den Augen oder an den Füßen liegt.
Darauf weist auch der Ratgeber der Deutschen Seniorenliga e. V. hin und zählt noch etliche andere Risikofaktoren (schlechtes Licht z.B.) auf. Außerdem weißt er auf die möglichen Folgen eines Sturzes hin. Und selbst kleine, harmlose Stürze können ein Anlass sein, genauer nachzuschauen.
Wer den Ratgeber der Deutschen Seniorenliga e. V. kostenlos herunterladen oder bestellen will, kann dies unter folgendem Link tun:
Am Aschermittwoch haben wir der Endlichkeit des Lebens ins Auge geblickt. Vielleicht auch den Impuls bekommen, das Leben neu auszurichten.
Eine der bevorzugten Formen des Gebets ist das Lob Gottes. Meistens orientiert sich das Lob Gottes darauf, dass er uns eine lebenswerte, schöne, wunderbare Welt geschaffen hat – ein Garten, wie es der älteste Schöpfungsbericht in Gen 2 erzählt.
Foto: Michael Tress
In diesem Garten im Osten gibt es noch keinen Unterschied in der Wertigkeit zwischen Mann und Frau. In diesem Garten spaziert Gott herum und redet vertrauensvoll mit den Menschen. Als Gott den Menschen vermisst, ruft er ihn: Adam, wo bist du? („adam“ heißt: Mensch. Es ist noch kein Name und es ist noch nicht ausschließlich der Mann gemeint. Gott ist auf der Suche nach dem Menschen als Gesprächspartner!)
Auch in späteren Zeiten haben die Menschen Gott gelobt für alles Schöne, das es in dieser Welt gibt. „Toll, was du, Gott, da wieder gemacht hast!“ Ich erinnere mich etwa an den ersten Regen nach der langen Trockenzeit im letzten Jahr. Ich erinnere mich an einen doppelten Regenbogen. Ich erinnere mich an die tiefe Stille hoch über einer Schlucht. Ich erinnere mich an das innige Verständnis, das ich in der Begegnung mit jemand anderem erfahren habe.
Sicher: es lässt sich oft auch (natur-)wissenschaftlich erklären. Und doch gibt es dieses Staunen und Sich-freuen. Weil es eben nicht so selbstverständlich ist. Das zeigt uns der Blick in die Welt immer wieder.
Wir schauen in die Welt und sehen das Schreckliche von Kriegen, von Umweltzerstörung und Dürre, von Hungersnöten, Ungerechtigkeiten, Gewalt und Unterdrückung, von Profitgier und Ignoranz.
Und wir sehen auch das Schöne in der Welt: die aufblühende Natur, die Solidarität der Menschen, der Einsatz für Frieden der Völker oder für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die alltägliche Pflege von Beziehungen auch unter schwierigen Bedingungen ….
Dass so etwas möglich ist trotz oder in all dem Furchtbaren, das könnte ein Anlass sein zum Lob Gottes, der uns Menschen solche Fähigkeiten zum Lebensförderlichen gegeben hat und zum Staunen.
Mein Impuls für diese Woche: Haben Sie Anlass zum Lob Gottes? Und wofür?
In der diesjährigen Fastenzeit 2023 möchte ich über die verschiedenen Arten von Gebet nachdenken.
Was ist ein Gebet mal ganz grundsätzlich?
Beten heißt: mit Gott reden.
Wir Menschen leben mit der Sprache, in der Sprache, durch die Sprache. Wenn jemand niemanden zum Reden hat, dann vereinsamt er. Wir brauchen ein Gegenüber, mit dem wir reden, bei dem wir uns aussprechen können. Wir brauchen einen Zuhörer (und ich meine damit immer auch die Frauen mit dabei). Das ist vielleicht noch wichtiger als jemand, der mit uns redet – womöglich uns sogar „zutextet“.
Beten heißt: mit Gott reden. Was kann ich ihm sagen? Was soll ich ihm sagen? Eigentlich ist alles möglich. Ich könnte mir vorstellen, dass Gott mich fragt: „Wie geht es Dir?“ So wie eine gute Freundin fragt, der ich sehr vertraue. Da werde ich auch nicht einfach sagen: „Gut“. – und das war es. Ich werde mehr von mir erzählen, von meiner Befindlichkeit, von meinen Themen, meinen Fragen, meinen Erlebnissen, meinen Begegnungen. Schon im Erzählen, im „zur Sprache bringen“ muss ich mich klären, muss und will ich mich erklären, komme ich zu größerer Klarheit (wenn es gut läuft). Selbst wenn noch keine Antwort kommt.
Nun ist Gott ja kein Mensch, der mir so antwortet, wie es eine Freundin/ ein Freund tut. Das macht die Kommunikation mit Gott schwer. Es kommt keine Nachfrage, es kommt kein Bedauern oder Mitfreuen, es kommt kein Tipp zur Veränderung, es kommen keine Schuldvorwürfe, es kommt keine Verurteilung. Die Ant-wort Gottes, das Wort Gottes ist vielleicht auch gar kein kurzes, sondern eines, das Zeit braucht, das lang ist.
Wilhelm Bruners schreibt in seinem Buch „Gottes hauchdünnes Schweigen“ auf Seite 28: „Die (göttliche) Stimme ist sprachlos, sie ist „ein Atemholen Gottes“, unhörbar für das äußere Ohr, aber nicht für das innere.„
Mein Impuls für die Fastenzeit: die Aufmerksamkeit auf das „Atemholen Gottes“ legen.
Vor allem am Anfang der Coronapandemie wurden die Senior*innen als besonders schützenswerte Personengruppe erkannt. Das hatte zum einen zur Folge, das sie schneller geimpft wurden, zum anderen auch, dass es früher und länger andauernde Beschränkungen etwa bei Besuchen im Seniorenheim gegeben hat. Nun gibt es eine Untersuchung über die indirekten Gesundheitsfolgen, die das differenzierter betrachtet. Die bagso (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.) weist in ihrem neuesten Newsletter darauf hin und schreibt:
In der öffentlichen Debatte kam es häufig zu pauschalisierenden Aussagen über die „vulnerablen und zu schützenden Alten“. Befunde aus dem Deutschen Alterssurvey zeigen nun: Die ältere Bevölkerung in Deutschland ist hinsichtlich vieler indirekter Gesundheitsfolgen resilient gegenüber den Herausforderungen des ersten Pandemiejahrs gewesen. Ungünstige Entwicklungen, beispielsweise der Anstieg des Einsamkeitsempfindens, waren nicht an das Lebensalter gebunden. Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) empfiehlt deshalb, das Lebensalter allein nicht als Risikomarker für ungünstige indirekte Gesundheitsfolgen der Corona-Pandemie heranzuziehen.
In diesem Altersurvey wird dargestellt, dass die älteren Menschen wohl weniger unter Corona gelitten haben, sondern mehr unter dem Rückzug und der Vereinsamung. Die beobachteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien wohl eher auf die „normale“ Alterung zurück zu führen. Dagegen hätte die Stigmatisierung als vulnerable Gruppe einem defizitären Altersbild Vorschub geleistet.
Meiner eigenen Beobachtung nach haben sich gerade die Älteren sehr verantworungsbewusst verhalten und Kontakte von ihrer Seite eingeschränkt sowie andererseits eine große Hilfsbereitschaft etwa Nachbarn gegenüber an den Tag gelegt. Auch die vorbildlichen und solidarischen Hilfsangebote bei uns im Landkreis Mühldorf (vorwiegend durch Jugendliche und unge Erwachsene) wurden nicht im erwarteten Ausmaß in Anspruch genommen. Das Bild einer besonders zu schützenden Gruppe hat sich allerdings auch dahingehend ausgewirkt, dass sich etwa Seniorenclubs sehr lange Zeit nicht mehr treffen wollten oder durften. Dabei war gerade dieser Kontakt so wichtig für das Wohlbefinden – und darum nochmals mein herzlicher Dank an alle Seniorenkreisleiterinnen, die über Telefon oder Brief oder Gartenzaungespäche diesen Kontakt mit sehr viel Kreativität und Aufwand aufrecht erhalten haben! Auch unsere Abteilung „Seniorenpastoral“ im Erzbischöflichen Ordinariat in München hat das sehr intensiv unterstützt.
Ich möchte auf den Pflegestützpunkt im Landratsamt Mühldorf hinweisen. Dort bekommt man unglaublich viele Informationen rund um die Pflege. Welche Arten von Pflege es gibt (z.B. Verhinderungspflege), welche Voraussetzungen man erfüllen muss, wie die Finanzierung aussieht etc.
Diesen Dienst können nicht nur Pflegebedürftige in Anspruch nehmen, sondern auch Angehörige. Und es geht auch schon dann, wenn sich eine Pflegebedürftigkeit ankündigt (also nicht erst, wenn sie eingetreten ist).
Die beiden Mitarbeiter sind mit sehr vielen einschlägigen Stellen vernetzt, sodass die jeweils optimale Lösung gefunden werden kann.
Die Seniorenseelsorgerin für den Landkreis Mühldorf Marianne Kaltner bietet wieder die „Exerzitien im Alltag“ an. Exerzitien sind eine Zeit, in der sich die Aufmerksamkeit gezielt darauf richtet, das Göttliche im Leben zu erfahren. Bei den Exerzitien im Alltag geschieht das nicht im Rahmen einer Auszeit (etwa in einem Kloster), sondern mitten im normalen Alltagsablauf. Dafür trifft sich die Gruppe einmal in der Woche für neue Impulse und zum Austausch. Dieser ganze Prozess geht über vier Wochen in der Fastenzeit.
Die diesjährigen Exerzitien im Alltag stehen unter dem Motto: Verbunden leben. Sie finden jeweils am Mittwoch statt. Marianne Kaltner bietet zwei Gruppen an: eine Vormittagsgruppe von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg für Menschen ab der Lebensmitte – und eine Abendgruppe von 19:30 – 21:30 Uhr im Pfarrheim St. Josef in Töging. Der Unkostenbeitrag für das Material beträgt 5 €.
Marianne Kaltner bittet um eine Anmeldung bis Montag, 20. Februar unter Tel: 0175-578 98 60 oder per Mail an MKaltner@ebmuc.de
Immer wieder hört und liest man davon, dass vor allem ältere Menschen um Geld, Schmuck und andere Wertsachen betrogen werden. Oft geschieht das über Telefonanrufe, bei denen sich der Anrufer als Enkel oder sonst ein Verwandter ausgibt, der in einer Notlage steckt.
Besonders fies ist es, wenn angeblich die Polizei anruft, um vor einem Diebstahl zu warnen, und dann die Wertgegenstände zur Sicherheit abholt.
Wie das vor sich geht, hat ein Rechercheteam der ARD untersucht und heute einen hörenswerten Beitrag in der Reihe „11km“ veröffentlicht. Darin kommt auch einer der Betrüger zu Wort und schildert seine Taktik. Zu finden ist er in der ARD Audiothek unter „11km“ unter dem Titel: „Der falsche Polizist“.
Ein erster Tip, wenn Sie einen solchen zweifelhaften Anruf erhalten: sofort auflegen ohne etwas zu sagen.
Oder, wenn angebliche Familienangehörige anrufen, etwas fragen, was nur sie wissen können (etwa den Namen des Haustieres).
Eine andere Idee wäre, selber die Polizei anzurufen, um das zu klären.
Schließlich könnte man auch die Polizei Mal in einen Seniorenkreis einladen, damit sie über die unterschiedlichen Maschen der Betrüger und über hilfreiche Gegenmaßnahmen informiert.
Die Seniorenseelsorgerin im Landkreis Mühldorf Marianne Kaltner lädt wieder zu einem Glaubensgespräch ein. Diesmal beschäftigen sich die Teilnehmer mit der Frage: „Wie spricht Gott?“
Darauf gibt es sehr viele und unterschiedliche Antworten: in der Natur, durch Menschen, durch Erfahrungen, durch das Wort, wie es in der Heiligen Schrift niedergelegt ist. Oft erkennen Menschen jedoch auch nicht, dass und wie Gott zu ihnen und mit ihnen spricht. Das ist die Erfahrung, dass Gott schweigt – und auch dafür gibt es in der Geschichte viele Beispiele.
Foto: Michael Tress
Das Glaubensgespräch findet statt am
Mittwoch, den 1. Februar 2023
von 9:00 – 11:00 Uhr
im Kloster Zangberg.
Die Teilnahme ist kostenlos, Marianne Kaltner bittet jedoch zur besseren Planung um eine Anmeldung bis um 31. Januar unter 0175-5789860 oder MKaltner@ebmuc.de
Heute ist der „Weltknuddeltag“. Er macht darauf aufmerksam, wie wichtig Umarmungen sind. Sie stärken das Wohlbefinden und das Glücksgefühl, aber auch das Immunsystem. Schon nach wenigen Sekunden schüttet unser Gehirn das Glückshormon Oxytocin aus und wir fühlen uns viel wohler und zufriedener. Das ist wohl keine Geschlechterfrage, auch Männer umarmen andere Menschen häufiger als früher. Und es ist keine Frage des Alter, das hat uns Corona gezeigt. In den Zeiten der Kontaktbeschränkung und der Kontaktvermeidung haben Senior*innen den Körperkontakt am meisten vermisst: die Berührung, das Streicheln, die Umarmung.
Obwohl ich kein großer Freund von solchen Gedenktagen bin, kann dieser heutige „Weltknuddeltag“ vielleicht ein Anlass sein, mal wieder jemanden zu berühren, zu streicheln, zu umarmen. Viel Freude und viel Glück!
Im Schweizer Radio und Fernsehen SRF gibt es den Podcast „Perspektiven“. Die letzte Folge beschäftigt sich mit der Frage, „was kommt, wenn Gott geht“. Wenn Menschen nicht mehr mit einem strengen, verurteilenden Gottesbild leben können, das ihnen Elternhaus und Kirche vermittelt haben und die sich deshalb von diesem Glauben verabschieden.
Auch mir sind immer wieder Menschen mit einem solchen Gottesbild begegnet. Manche hatten sich von der Kirche (katholisch oder evangelisch) verabschiedet. Andere konnten (wie ich selber) zu einem gnädigen und barmherzigen Gott finden. Immer (ob so oder so) war es ein langer und mühsamer Prozess.
Mich bedrückt es, wenn Menschen unter einem restriktiven Glaubens- und Wertesystem leben müssen und ständig darauf bedacht sein müssen, sich „richtig“ zu verhalten. So viel Angst!!! Da ist ein Ausbruch aus diesem System überlebensnotwendig. Oder ein Wandel des Gottesbildes.
Geholfen haben bei der Veränderung des Gottesbildes Menschen, die in ihrem Wesen etwas von der „Güte und der Menschenfreundlichkeit Gottes“ (Tit 3, 4) widerspiegeln. Geholfen hat, diesen menschenfreundlichen Gott in der Bibel – und zwar auch im Ersten oder Alten Testament – zu entdecken. Da ist Gott derjenige, der väterlich-mütterlich Leben schafft und ermöglicht. Der neue Lebensperspektiven auftut, der Wunden und Traumata heilt, der Versöhnung bewirkt. Geholfen hat, sich selber als liebenswerten Menschen zu entdecken und zu erfahren.
Paulus schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“ (Gal 5,1). Auch und gerade zur Freiheit von strengen, engen, Leben behindernden Gesetzen, Strukturen und Gottesvorstellungen.