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Gedanken zu Christi Himmelfahrt

Am Donnerstag feiern wir das Fest „Christi Himmelfahrt“.

Bei dem Wort „Himmel“ schauen wir immer nach oben. Wir sehen Blau, wir sehen Wolken. Das ist der Himmel. Im naturwissenschaftlichen Sinn.

Himmel hat jedoch auch einen theologischen Sinn. Der beruht noch auf dem alten ptolemäischen Weltbild einer Region für die Menschen („Erde/ Welt“) und einer Region für die Götter/ Gott („Himmel“). Die Region der Götter ist oberhalb der Erde angesiedelt.

Auch in der Bibel finden wir immer wieder derartige Hinweise: Gott erscheint in der Gestalt einer Wolke; Moses, Elija und andere steigen auf einen Berg, um Gott nahe zu sein; Jesus sieht bei seiner Taufe den Himmel offen und hört von dort her die göttliche Stimme. Nach seiner Auferstehung wird er jetzt in den Himmel aufgenommen, d.h. er ist jetzt wieder im Bereich Gottes, zu dem die Menschen (noch) keinen Zugang haben.

Was bedeutet es nun, wenn wir das feiern?

Zum einen: Jesus ist weg, unserer direkten sinnlichen Wahrnehmung entzogen. Niemand mehr kann ihn so sehen und erleben, wie ihn die Frauen und Männer zu Lebzeiten erfahren haben.

Zum zweiten: Jesus ist so erfahrbar, wie wir Gott selber erfahren können. Denn es gibt eine untrennbare Verbindung und Einheit.

Drittens: Jesu Himmelfahrt eröffnet eine Perspektive für uns im Glauben, dass auch wir in der Gegenwart Gottes sein werden: untrennbar, eins mit Gott.

Und das ist ja nun eine wirklich gute Perspektive, eine voller Hoffnung, die uns Mut machen kann, die Probleme dieser Welt entschlossen anzugehen.

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Botschaft von Antonio Guterres zu Corona

Die bagso hat eine Übersetzung der Videobotschaft von UN-Generalsekretär Antonio Guterres veröffentlicht, die er am 1. Mai 2020 gesendet hatte:

„Die COVID-19-Pandemie verursacht unsägliche Angst und Leid für ältere Menschen auf der ganzen Welt. Die Sterblichkeitsrate bei älteren Menschen ist insgesamt höher, und bei den über 80-Jährigen ist sie fünfmal so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Abgesehen von ihren unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit setzt die Pandemie ältere Menschen einem größeren Risiko von Armut, Diskriminierung und Isolation aus. Sie wird wahrscheinlich besonders verheerende Auswirkungen auf ältere Menschen in Entwicklungsländern haben. Da ich selbst eine ältere Person bin und Verantwortung für eine noch ältere Mutter trage, bin ich auf persönlicher Ebene zutiefst besorgt über die Pandemie und ihre Auswirkungen auf unsere Gemeinschaften und Gesellschaften. Heute legen wir ein Kurzdossier vor, das Analysen und Empfehlungen zur Bewältigung dieser Herausforderungen enthält. Unsere Antwort auf COVID-19 muss die Rechte und die Würde älterer Menschen respektieren.

Es gibt vier Hauptbotschaften.

Erstens: Kein Mensch, ob jung oder alt, ist entbehrlich. Ältere Menschen haben die gleichen Rechte auf Leben und Gesundheit wie alle anderen. Schwierige Entscheidungen über lebensrettende medizinische Versorgung müssen die Menschenrechte und die Würde aller respektieren.

Zweitens ist zwar physische Distanzierung entscheidend, aber vergessen wir nicht, dass wir eine Gemeinschaft sind und dass wir alle zueinander gehören. Wir brauchen bessere soziale Unterstützung und intelligentere Anstrengungen, um ältere Menschen mit Hilfe der Digitaltechnik zu erreichen. Das ist lebenswichtig für ältere Menschen, die unter Einschließung und anderen Einschränkungen großes Leid und Isolation erfahren können.

Drittens müssen alle sozialen, wirtschaftlichen und humanitären Maßnahmen die Bedürfnisse älterer Menschen voll und ganz berücksichtigen, von der universellen Gesundheitsversorgung über den Sozialschutz bis hin zu menschenwürdiger Arbeit und Renten. Die Mehrheit der älteren Menschen sind Frauen, die in dieser Phase ihres Lebens eher in Armut und ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung leben. Die Politik muss auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse ausgerichtet sein.

Und viertens sollten wir ältere Menschen nicht als unsichtbar oder machtlos behandeln. Viele ältere Menschen sind auf ein Einkommen angewiesen und engagieren sich voll und ganz in der Arbeit, im Familienleben, im Lehren und Lernen und in der Betreuung anderer. Ihre Stimmen und ihre Führungsqualitäten zählen. Um diese Pandemie gemeinsam zu überstehen, brauchen wir einen Schub an globaler und nationaler Solidarität und die Beiträge aller Mitglieder der Gesellschaft, einschließlich der älteren Menschen. Wenn wir uns besser erholen wollen, brauchen wir Ehrgeiz und Visionen, um integrativere, nachhaltigere, altersfreundliche Gesellschaften zu schaffen, die zukunftsfähig sind.“

Quelle: https://www.un.org/en/coronavirus/our-response-covid-19-must-respect-rights-and-dignity-older-people übersetzt durch Ina Voelcker, BAGSO e.V.

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Gedanken zum 6. Sonntag nach Ostern

Im Evangelium des 6. Ostersonntags ist davon die Rede, dass die Jünger die „Gebote“ Jesu halten werden, wenn sie ihn lieben.

Was mir als erstes auffällt, ist, dass das keine Anweisung ist, kein Auftrag, kein „Gebot“. Nicht: „Ihr müsst meine Gebote halten!“, sondern ihr werdet meine Gebote halten. Das entspricht auch dem Anfang des Zehnwortes: „Ich bin der Herr, dein Gott, der Dich aus Ägypten befreit hat. Du wirst keine anderen Götter neben mir haben.“ (Deuteronomium 5,5) Das ist die richtigere Übersetzung statt der von uns gewohnten „du sollst…“ Es ist also kein Auftrag, kein Befehl, sondern vielmehr eine Konsequenz einer vorher empfangenen Handlung Gottes.

Dann stolpere ich aber doch über das Wort „Gebot“. Im Griechischen meint es „Anweisung, Auftrag, Befehl“. Das Hebräische kennt verschiedene Wörter mit unterschiedlichem Inhalt. Mal sind es religiöse Vorschriften, mal sind es soziale Handlungsanweisungen, mal sind es moralische Verpflichtungen. Oft steht auch nur das Wort „dabar“ da – und das heißt: das gesprochene Wort. Das ist sehr viel offener als ein „Gebot“.

DAS WORT. „Am Anfang war das Wort – und das Wort war bei Gott – und Gott war das Wort.“ So beginnt das Johannesevangelium, dem auch die Sonntage der Osterzeit folgen. Wenn wir also von Jesus als dem Weg ins Leben überzeugt sind, dann werden wir uns an ihn halten. Seinem Weg folgen. Aus der Menschenfreundlichkeit Gottes heraus leben und handeln. Befreit von einer strengen Gesetzerfüllungsmoral, befreit zu einem offenen Herzen für die Begegnungen gemäß Lukas 10, 27: mit Gott – den Nächsten – dir selbst.

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Bessere Unterstützung für pflegende Angehörige

Schon zu „normalen“ Zeiten leisten die Angehörigen enorm viel in der Pflege daheim. Rund 2/3 aller Pflegebedürftigen werden daheim versorgt, meist ohne einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. In dieser Zeit der Corona-Pandemie ist die Belastung nochmals angestiegen.

Jetzt hat der Bundestag im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Verbesserungen für die pflegenden Angehörigen beschlossen. Die Bundesministerin Dr. Franziska Giffey sagt dazu (ich zitiere die Pressemitteilung):

„Mit dem heute verabschiedeten Gesetz verbessern wir die Unterstützung in akuten Pflegesituationen: Wer coronabedingt Angehörige pflegt oder die Pflege neu organisieren muss, kann bis zu 20 Arbeitstage der Arbeit fernbleiben. Das Pflegeunterstützungsgeld kann ebenfalls bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege aufgrund von coronabedingten Versorgungsengpässen zu Hause erfolgt. Außerdem gestalten wir Pflegezeit und Familienpflegezeit flexibler. Pflegende Angehörige sollen leichter eine Freistellung von 6 Monaten (Pflegezeit) beziehungsweise 24 Monaten (Familienpflegezeit) in Anspruch nehmen oder nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen können, sei es vollständig oder wenn sie in Teilzeit arbeiten. Mit diesen Regelungen reichen wir pflegenden Angehörigen die Hand und helfen ihnen dabei, durch diese schwere Zeit zu kommen.“

Wer sich genauer informieren will, findet die einzelnen Regelungen unter folgendem Link: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/akuthilfe-fuer-pflegende-angehoerige-beschlossen/155550

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Namenstag der Hl. Corona

Heute, am 14. Mai ist der Namenstag der Hl. Corona. Sie war eine junge Frau von etwa 16/ 17 Jahren und wurde wohl in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts hingerichtet. Ihr „Vergehen“ war, dass sie einen jungen christlichen Soldaten (manche sagen: ein Freund, ander meinen, es sei hr Verlobter gewesen) während dessen Folter getröstet und ermutigt hatte. Zur Strafe wurde sie selbst gefoltert und am Ende an Armen und Beinen zwischen zwei heruntergebogene Palmen gebunden und dann beim Hinaufschnellen der Bäume zerrissen.

Die Hl. Corona wurde zur Patronin der Schatzgräber und des Geldes. Später kamen dann noch die Metzger hinzu. Und in jüngster Zeit hat man sie im Zuge der Pandemie wieder entdeckt – obwohl die Heilige und die Krankheit nichts miteinander zu tun haben außer der Namensgleichheit. So erfreuen sich die wenigen Coronakirchen, die es gibt (in unserer Gegend sind es zwei) wieder eines regen Zulaufs.

Dass die Metzger eine heilige Corona als Schutzpatronin haben, ist gerade jetzt, wo so viele Beschäftigte in Großschlachtereien mit dem Virus infiziert sind (auf Grund der unwürdigen Unterbringung in abbruchreifen Häusern [so gestern in den Nachrichten]) vielleicht ein Fingerzeig, dass wir uns als Gesellschaft/ Kirche mehr dafür einsetzen, solche Missstände ans Tageslicht zu bringen.

Dass die Finanzwirtschaft eine Heilige als Patronin hat, erscheint mir dagegen mehr als anachronistisch. Das Geld, die Wirtschaft und die Sucht nach „immer mehr“ hat zu einer größeren Ungerechtigkeit und Ungleichheit geführt, welche die Ausbreitung des Virus vor allem bei benachteiligten Gruppen und Völkern begünstigt.

Aber vielleicht führt „Corona“ ja auch in diesem Segment zu einem Umdenken?!

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12. Mai 2020: Tag der Pflege

Wie jedes Jahr ist auch heute wieder der internationale „Tag der Pflege“. Er wird immer am Geburtstag von Florence Nightingale begangen. 2020 jährt sich dieser Geburtstag zum 200. Mal. Auf Florence Nightingale geht die Entwicklung der modernen Pflege in den Krankenhäusern zurück.

Moderne Pflege ist in den letzten Monaten verstärkt in den Blickpunkt einer breiteren Öffentlichkeit gerückt. Es ist ein „systemrelevanter Beruf“ geworden. Wir merken, wie sehr wir auf eine gut ausgebildete, fachlich qualifizierte, personell mindestens ausreichend ausgestattete Pflege angewiesen sind. Die Pflegerinnen in den Krankenhäusern und in den Senioreneinrichtungen verrichten eine wahnsinnig anspruchsvolle und anstrengende Arbeit – nicht nur körperlich, auch seelisch, emotional und spirituell.

Ich fürchte jedoch, dass sich die Anerkennung als „Held*innen“ bald wieder legen wird. (Ich halte nichts von solchen Titulierungen, weil sie ein Problem eher zudecken als es einer Lösung zuzuführen.) Die Einmalzahlung ist halt eben eine Einmalzahlung und es wird außerdem gestritten, wer das finanzieren soll. Das ist reichlich unwürdig! Die Arbeitsbedingungen werden sich nicht großartig ändern; noch immer (und das auf Jahre hinaus) wird es trotz vollmundiger Ankündigung zu wenige junge Menschen geben, die diese Ausbildung machen; noch immer mangelt es an qualifizierten Ausbildern; noch immer ist die Bezahlung der Pflegenden in den Einrichtungen und in den mobilen Pflegediensten zu gering. Es gibt also einiges zu tun!

Trotzdem – oder besser: gerade deswegen – ist es mir wichtig, den Pflegenden ein kräftiges „Danke!“ zu sagen. Ich hoffe außerdem darauf, dass mein kleiner Artikel dazu beiträgt, allen Pflegenden mit mehr Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Und vielleicht schaffen wir es ja gesamtgesellschaftlich, die Bedeutung der Pflege auch nach den Coronazeiten stärker zu würdigen.

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Distanzierung der Deutschen Bischofskonferenz

Am Wochenende hat mich ein Aufruf von Kardinälen, Bischöfen und anderen Personen in Rom erschreckt. Ich war reichlich fassungslos, wie Menschen, die ich für intelligent und für fähig zum kritischen und reflektorischen Denken halte, solch wirre Gedanken über die Corona-Pandemie und ihre (vermeintlichen) Ursachen und Folgen äußern können.

Erleichtert war ich dann über die Stellungnahme der deutschen Bischofskonferenz: „Die Deutsche Bischofskonferenz kommentiert grundsätzlich keine Aufrufe einzelner Bischöfe außerhalb Deutschlands“ sagte der Konferenz-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, am Samstagabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Allerdings füge ich hinzu, dass sich die Bewertung der Corona-Pandemie durch die Deutsche Bischofskonferenz grundlegend von dem gestern veröffentlichten Aufruf unterscheidet.“

Ich frage mich: „Was ist das für ein Geist, der sich in solchen Ideologien zeigt? Es ist ein Geist der Angst und der Verzagtheit, ein „Aber-Geist“, dem immer sofort irgendwelche Einwände in den Sinn kommt, ein Geist der Verfolgungsangst und der Furcht vor Veränderung und Wandel.

Wir gehen auf Pfingsten zu. Am Pfingstfest hat Gott den Aposteln einen anderen Geist geschickt: den Geist der Ermutigung, den Geist der Freiheit, den Geist der Verständigung, der Weisheit, der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis, der Stärke, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.

Ich bin froh, in unserer Kirche und auch in unserer säkularen Gesellschaft immer wieder das Wirken dieses heilenden und heiligen Geistes zu erfahren.

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Muttertag 2020

Übermorgen ist wieder „Muttertag“. Wie seit etwa 100 Jahren rücken die Mütter in den Fokus. Der Ursprung dieser Bewegung liegt wohl schon in der Mitte des 19. Jhd., als Ann Maria Reeves Jarvis einen Austausch von Müttern über aktuelle Fragen organisierte und fünf Jahre später Julia Ward Howe eine Mütter-Friedensinitiative startete mit dem Ziel, die Söhne nicht mehr in den Krieg schicken zu müssen (Quelle: wikipedia)

Ich selber kenne den Muttertag immer nur als einen Tag, an dem die Kinder den Müttern für ihren Dienst in der Familie und an den Kindern danken sollten. Da war von diesen urspürnglich politischen Gedanken nichts mehr zu spüren. Das lag dann ganz in der Tradition, die 1914 als eher privater Dank von Anna Marie Jarvis, der Tochter von o.g. Ann Maria Reeves Jarvis begründet wurde.

Die Rolle der Mutter hat seitdem manche Veränderung erfahren: die Mütter, die im Krieg den Hof versorgt haben; die Mütter, die den Tod des Mannes verkraften mussten mit ihren manchmal noch recht kleinen Kindern; die „Trümmerfrauen“ des Aufbaus, die auch durch all ihre Erfahrungen ein Stück Selbständigkeit und Selbstbewusstsein erworben haben. Dann wieder zurück in eine eher traditionelle Rolle, weil die Männer die Rolle als „Familienvorstand“ und Alleinverdiener beansprucht haben.

Mütter heute leben in einer ganz anderen Situation als damals: als Frau im Spagat von Familie und Beruf; oft in Teilzeit, aber auch in Vollzeit – meist unterbezahlt und damit später mit mieser Rente; als Senioreninnen heute schon mit schlechter Rente wegen der langen Zeiten als Mutter ohne eigenen Job; als Alleinerziehende; mit home-schooling; in herkömmlichen Partnerschaft, manchmal auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen.

Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen hat gezeigt, unter welchen Belastungen Mütter stehen: Home-office unter Familienbedingungen, geteilt mit dem Partner oder auch alleine gewuppt. Klagen, weil manches zusammenbricht ohne die Frauen. Wenig Unterstützung in dieser Zeit (und auch schon davor). Viele „Helden des Alltags“ sind Frauen in „systemrelevanten Berufen“. Heroisierungen, die wohl bald wieder vergessen sein werden, vor allem wenn es um Veränderungen von Arbeitsbedingungen oder Bezahlung geht. Sicher oft keine „heile“ Welt, wenig zum Feiern.

Muttertag 2020: vielleicht gibt es doch wieder mehr als nur schöne Worte – und die liebevollen (vielleicht auch den Erwartungen der Mütter entsprechenden) Gesten. Unsere Kirche gibt dafür leider kein so gutes Vorbild ab. Aber auch das wäre ja (vielleicht im Sinne von Maria2.0) ein lohnendes Betätigungsfeld.

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Telefonengel von retla

Ich bin auf einen Verein aufmerksam gemacht worden, der sich im Seniorenbereich engagiert. Der Name des Vereins ist „retla“ – das ist das Wort „Alter“ rückwärts gelesen. Dieser Verein hat verschiedene Aktivitäten, etwa Konzerte rund um das Seniorenheim. Ich möchte jedoch die „Telefonengel“ vorstellen. Das sind Frauen und Männer jeglichen Alters, die sich und ihre Zeit zur Verfügung stellen. Zugute kommt das Senior*innen, die allein sind, vielleicht sogar einsam und die Lust auf ein Gespräch am Telefon haben. Jetzt zitiere ich die Homepage von retla und lasse den Verein zu Wort kommen:

Seniorinnen und Senioren können unter der Nummer 089 189 100 26 ihren Namen und ihre Nummer hinterlassen und werden dann von einem freiwilligen Helfer angerufen, mit dem sie über alles sprechen können, was sie bewegt. Das Thema ist dabei ganz egal, was zählt, ist der Kontakt. Wenn die beiden gut miteinander auskommen, entsteht eine Telefon-Patenschaft: eine Verbindung, die auch über die Corona-Krise hinaus halten kann.

Wer sich genauer informieren will, findet hier den Link: https://retla.org/telefonengel/

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Verteilungskämpfe in der Kirche

In der Lesung des kommenden Sonntags (Apostelgeschichte 6, 1-7) erfahren wir von Verteilungskämpfen in der Urkirche. Wie immer sind es Frauen, die zu kurz kommen. Wie so häufig auch sind es die Witwen, die auf sich allein gestellt sind (heute würden wir das als Singles und Alleinverdiener bezeichnen), die zu kurz kommen.

Das wirft kein gutes Licht auf die noch junge Gemeinde. So lobenswert wohl die Ansätze sind, nämlich dafür zu sorgen, dass es sozial gerecht zugeht und jeder ausreichend zum Leben hat – so sehr geht es wohl schief.

Ich weiß jetzt nicht, wer auf diesen Missstand aufmerksam gemacht hatte. Waren es die Frauen selbst, die sich – hoffentlich laut – zu Wort gemeldet haben? Waren es die hellenistischen Männer, die dafür ein offenes Auge, Ohr und Herz hatten und sich zum Anwalt der Benachteiligten gemacht hatten? Auf jeden Fall wird es Protest gegeben haben. Und damit eine Lösung.

Für mich steckt da ein Aufruf drin: Liebe Frauen, erhebt Eure Stimme, wenn es ungerecht zugeht! Liebe Männer, hört diesen Schrei (wenn ihr es schon nicht selber merkt)!

Die gefundene Lösung ist für mich allerdings zweischneidig: es kommt zu einer Trennung von Verkündigung und Versorgung. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer hierarchischen Unterscheidung (bis heute). Die Priester haben den höherwertigen Dienst am Wort, die anderen (die „Laien“) den caritativen Dienst. Man hätte das auch anders regeln können damals: mit einer Ausweitung der Apostel und mit einer Änderung der Zulassungskriterien zum „priesterlichen“ Dienst. „Diakonia“ und „Liturgia“ wären als zwei Grundvollzüge christlichen Lebens zusammen geblieben.

Gottesdienst und Menschendienst sind für mich zwei untrennbare Seiten, in denen sich die Nachfolge Jesu und sein Evangelium in Wort und Tat verwirklicht. Vielleicht könnten wir als Kirche heute mal in diese Richtung denken, wenn es um eine Neuausrichtung geht unter den Bedingungen von Priestermangel, Mitgliederschwund, Sinnkrise. Es wäre ein Aufbruch hinein in die „existenziell gewendete Pastoral“, die in unserer Erzdiözese propagiert wird. Eine Seelsorge, die sich dort engagiert, wo Menschen in existenziellen Nöten leben, die bisher am Rand des kirchlichen Bewusstseins sind, die aber gleichwohl inmitten unserer Gesellschaft leben.

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