Karikaturenwettbewerb „Schluss mit lustig?“

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltet gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO einen Karikaturenwettbewerb. Ziel ist es, die bestehenden, oft einseitig stereotypen Vorstellungen von Altern und Alter aufzubrechen. Die einen verbinden diesen Lebensabschnitt nämlich oft mit Pflegebedürftigkeit, Gebrechlichkeit und Hinfälligkeit, während andere die fitten, lebenslustigen und genießerischen Senioren im Blick haben. Die Realität zwischen diesen beiden Extremen ist jedoch sehr viel breiter und differenzierter. In den Karikaturen soll dieser Lebenswirklichkeit Rechnung getragen werden. Dazu gibt es vier Kategorien:

1) Knackig oder klapprig? – Gesundheit & Wohlbefinden

2) Ein Herz und eine Seele – Freundschaft & Partnerschaft

3) Was geht, Alter? – Jung & Alt

4) Entfalten statt liften – Engagement & Teilhabe

Eine unabhängige Jury entscheidet über die Preisträger, die im 1. Preis jeder Kategorie 2000 € bekommen, die jeweils Zweitplazierten erhalten 1500 €, die jeweils Dritten 1000 €.

Weitere Informationen, die Teilnahmebedingungen und das Einreichungsformular gibt es unter: www.bagso.de/schluss-mit-lustig

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Zum 4. Fastensonntag

Für die kommende Woche habe ich einen Text gewählt von Dorothee Sölle. Sie war eine große Theologin unserer Zeit. Sie schreibt:

„Ich erinnere mich genau an ein Gespräch, das ich vor Jahren mit einem Rundfunkredakteur führte. Fast beiläufig erzählte er mir, es gebe in der katholischen Liturgie eine Bitte um Tränen. Ich erschrak, weil ich merkte, dass mir etwas fehlte…. Er wollte mich hinweisen auf die lösende und reinigende Kraft der Tränen. … Ich erschrak, weil ich merkte, wie lange ich nicht mehr geweint hatte; dieser Schrecken war der Anfang des Gebets.

… Wir verleugnen das Bedürfnis nach dem Geist, der tröstet … wir bilden uns ein, wir könnten ohne Geist leben, ohne ausgedrückten Schmerz und ohne Trost. Wir haben die Bitte um die Gabe der Tränen vergessen.“ (Dorothee Sölle in: „Den Rhythmus des Lebens spüren).

In meiner Arbeit merke ich immer wieder, wie sehr Menschen des Trostes bedürfen und wie wenig sie sich dieses Bedürfnis zugestehen. Vielleicht nehmen Sie in der kommenden Woche Ihre eigene Trostbedürftigkeit in den Blick oder auch ins Gebet.

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Immer mehr Suizide im Alter

Unter der Überschrift „Immer mehr Suizide im Alter“ berichtet der „Mühldorfer Anzeiger“ heute von einer Entwicklung, die mich sehr nachdenklich stimmt. Danach nehmen sich – gemessen am Bevölkerungsanteil – überdurchschnittlich viele alte Menschen das Leben. Männer sind dabei gut viermal so oft betroffen wie Frauen. Als Gründe dafür werden genannt, dass Männer die Hilflosigkeit und das Angewiesensein schlechter gewohnt sind und aushalten als Frauen. Generell scheinen Probleme wie Einsamkeit, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem eingeschränkten Leben vorzuherrschen. Auch Depressionen haben einen hohen Anteil.

Eine Hilfe könnte zum einen der Ausbau der Palliativmedizin bedeuten. Diese Richtung der Medizin kann die Schmerzen und das Leiden in ein erträgliches Ausmaß reduzieren und so auch die Angst vor dem Sterben mindern. Eine andere Hilfestellung könnte im begleiteten Wohnen bestehen und auch in Wohngemeinschaften. So könnte man der Einsamkeit  wehren.

Uwe Sperling vom Nationalen Suizidpräventionsprogramm betont laut „Mühldorfer Anzeiger“ den Vorrang der Palliativmedizin vor der assistierten Selbsttötung. Dem pflichte ich gerne bei. Ich denke, es ist unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe (noch mehr, wenn wir uns als Christen verstehen), Menschen in der Not beizustehen – und das bis zum Lebensende. Wir können diesen Menschen immer wieder eine Perspektive anbieten, sei es im eigenen Engagement, sei es in der Vermittlung an andere, professionelle Stellen. Schon das Augen aufmachen und Wahrnehmen der Lebenssituation ist ein wichtiger Schritt hin zu einer pflegefreundlichen Gemeinde.

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Einkehrvormittag in Niederbergkirchen

Heute Vormittag haben wir uns unter dem Titel: „Jesus dir leb ich; Jesus, dir sterb ich“ Gedanken gemacht zu Tod und Auferstehung. Dabei stand der Tod und die Auferstehung Jesu im Vordergrund, aber es ging auch immer wieder sehr intensiv um die Frage, was mit mir selber mal geschehen wird. Kann ich mir den Himmel durch gute Werke erarbeiten? Bin ich auf die Gnade Gottes angewiesen? Was geschieht mit den Verbrechern – kommen die etwa auch in den Himmel? Diese und ähnliche Fragen, auch der Zweifel und die Unsicherheit haben unser Gespräch sehr geprägt. Aber die Vorstellung, dass mit dem Tod alles aus sein könnte, war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht recht attraktiv. Eher war es die Vorstellung, dass es nach dem Tod etwas Schönes, Heiteres, Unbeschwertes für uns geben wird. In der von Frau Thienel gestalteten Mitte haben wir ein Bild gesehen für das künftige Himmelreich mit Farben, Kostbarkeiten, Licht, Leben. Wir haben uns mit der Zusage Gottes beschäftigt, dass Jesus für alle eine Wohnung bereitet und dass also alle auch in die Herrlichkeit Gottes gelangen. Der Weg dazu ist die Güte und Barmherzigkeit Gottes, nicht etwa unsere mehr oder weniger  bescheidenen guten Werke. Gott wird jedem das geben, was ihm noch fehlt und was er noch braucht. Am Ende stand der Wunsch für unsere Angehörigen, dass sie jetzt im Frieden leben und dass es ihnen gut geht. Genau dasselbe wünschen wir uns auch für uns selber.

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Zur 3. Fastenwoche

Als Motto für die dritte Fastenwoche habe ich wieder ein Wort der Hl. Teresa von Avila gewählt, das uns vor Trübsal und Leibfeindlichkeit bewahren kann. Fasten ist eben nicht nur Verzicht auf Süßigkeiten, Fleisch etc, sondern ein Kümmern um sich selbst.

Das Wort lautet:

Sei freundlich zu deinem Leib, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

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Vortrag zum neuen Pflegestärkungsgesetz

Seit Anfang des Jahres 2015 gilt das neue „Pflegeverstärkungsgesetz“. Darin sind einige Verbesserungen für die Situation der pflegenden Angehörigen enthalten (siehe meinen Artikel).

Die Stadt Neumarkt-St. Veit lädt zu einem Informationsnachmittag dazu ein. Dieser findet am Mittwoch, den 25. März 2015 um 14.30 Uhr mi Pfarrsaal in der Badstr. statt. Referentin ist die Pflegeberaterin Frau Ingrid Wachinger.  Wer einen Fahrdienst benötigt, kann sich an Herrn Franz Göhl unter der Telefonnummer 6250 wenden.

Ich glaube, dass durch diese Informationen die schwere Pflegesituation erleichtert werden kann. Ich wünsche mir, dass die Angehörigen die zur Verfügung stehenden Hilfen annehmen. Der erste Schritt dazu ist immer das Wissen und so denke ich, dass dies eine sehr gute Veranstaltung wird und wünsche allen einen guten Erfolg.

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Einkehrvormittag für das Dekanat Mühldorf in Zangberg

Ich möchte nochmal auf meinen Einkehrvormittag am Dienstag, den 3. März 2015 von 9-11 Uhr im Kloster Zangberg hinweisen. Wir beschäftigen uns mit der Spiritualität der Teresa von Avila und entdecken Impulse für unser eigenes Glaubensleben. Eingeladen sind alle Menschen ab der Lebensmitte im Dekanat Mühldorf, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Unkosten entstehen keine.

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Zum 2. Fastensonntag

Für die zweite Fastenwoche habe ich ein Wort von Simone Weil ausgewählt.

Simone Weil ist 1909 geboren und hat bis 1943 gelebt. Sie stammte aus einer jüdischen Familie, jedoch ohne religiöse Praxis. So suchte sie nach spiritueller Beheimatung und war offen für alle möglichen Impulse aus den verschiedenen Religionen. Auch wenn sie sich dem Christentum sehr verbunden fühlte, ließ sie sich zeitlebens wohl nicht taufen.

Simone Weil studierte Philosophie, wurde Lehrerin und trat aktiv für die Rechte der Arbeiter ein. Sie engagierte sich als Pazifistin im spanischen Bürgerkrieg und nach der Besatzung von Paris in der Resistance. Schon darin wird ihr Bemühen sichtbar, scheinbar unvereinbare Gegensätze zusammen zu bringen.

Ab 1936 trat ihre religiöse Suche stark in den Vordergrund. Sie hatte drei mystische Erlebnisse, die sie nachhaltig prägten. In ihrem eigenen entbehrungsreichen Leben, das immer wieder von Leiden und Krankheit durchzogen war, suchte sie einen Sinn im Glauben und fand ihn in der Christusbegegnung. Viele ihrer Texte kreisen um  die Unmöglichkeit, Gott zu erfahren – außer in der Abwesenheit. An dieser Abwesenheit oder Unerfahrbarkeit Gottes verzweifelte sie jedoch nicht, sondern suchte Gott gerade in der Stille und im Schweigen.

Dies könnte auch für uns zu einer inneren Haltung in der Fastenzeit werden. So lautet ihr Wort, das ich herausgesucht habe:

Das Schweigen Gottes zwingt uns zur inneren Stille.

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Stellungnahme des Ethikrats zum Hirntod

Der Deutsche Ethikrat hat sich im Zusammenhang mit der Organspende zum Zeitpunkt und den Kriterien des Todes geäußert. Es gibt in der Mediathek des zdf ein sehr aufschlussreiches Interview mit Frau Prof. Woopen, der Vorsitzenden des Ethikrates. Darin erläutert sie, dass hirntote Menschen nichts mehr empfänden, also auch keinerlei Schmerzen mehr spürten. Die Körperreaktionen seien lediglich Reflexe, aber nicht mehr bewusst gesteuert. So könnten ihnen in dieser allerletzten und nicht mehr rückgängig zu machenden Phase guten Gewissens Organe entnommen werden, um anderen Menschen Leben zu ermöglichen. Frau Prof. Woopen betont dabei auch das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen, es gebe keine Pflicht zu Organspende.

Ich denke, wir sollten uns immer gut informieren. Möglich ist das durch das erwähnte Interview oder ausführlicher auf der Seite des Ethikrates oder über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.bzga.de

 

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Das ist ein Fasten, wie ich es liebe

Heute vormittag haben wir beim Einkehrtag über die Fastenzeit nachgedacht. Die Ursprünge des Fastens liegen schon in grauer Vorzeit. Die Motive waren aber höchst unterschiedlich: zur Besänftigung der Gottheit; als Klage- oder Trauerfasten beim Tod eines Angehörigen oder Herrschers; auch, um Segen für eine Reise zu erbitten. Auch aus Solidarität mit anderen oder als Protest gegen Unterdrückung wurde gefastet – ähnlich wie heute der Hungerstreik. Jesus hat z. B. gefastet, um sich auf Gott auszurichten und sich auf sein öffentliches Wirken vorzubereiten.

Im Christentum  fastete man zur Vorbereitung auf bestimmte Festtage (Weihnachten/ Ostern) oder freitags im Gedenken an den Tod Jesu oder auch aus Solidarität mit den Armen.

Jesaja (genauer: der sog. dritte Jesja, der die Kapitel 56 – 66 verfasst hat) hat ein anderes Verständnis von Fasten. Ihm geht es nicht um die Gewichtsreduktion oder das Ablegen falscher, lebenshemmender Gewohnheiten. Ihm geht es um die Gerechtigkeit Gottes. Wenn das Fasten nicht einhergeht mit einer gerechten Lebenshaltung, brauchen sich die Menschen nicht zu wundern, wenn Gott keine Antwort gibt. Gott macht dann eine Reihe sehr konkreter Vorschläge: die Kleidung zu teilen (wir benutzen dafür die Kleidersammlung, etwa für Rumänien) – das Joch des Lebens leichter zu machen (etwa wenn man sich der Sorgen anderer öffnet) – Obdachlose zu beherbergen (bei uns sind das die Flüchtlinge aus Afrika oder dem Nahen Osten oder aus dem Balkan)P1060090. Das bezeichnet Gott als ein „Fasten, wie ich es liebe“. Wenn wir so handeln, blüht unser Leben auf, unser Licht leuchtet wie die Morgenröte und – ganz besonders: „schnell vernarben deine Wunden“, dh. diese Art des Fastens heilt auch uns selber.

Wer das alles selber nachlesen will, findet den Text im Kapitel 58 des Buches Jesaja. Vielleicht ist es eine Anregung für Sie, jeden Tag der kommenden Woche mit diesem Text zu beginnen.

 

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