Eine Geschichte zu Weihnachten

Es war einmal ein Wolf, der lebte in der Gegend von Bethlehem. Die Hirten wussten um seine Gefährlichkeit und waren jeden Abend damit beschäftigt, ihre Schafe vor ihm in Sicherheit zu bringen, denn er war hungrig und listig.

Es war in der heiligen Nacht. Soeben war der Gesang der Engel verklungen, der den Hirten die Geburt des Kindes verkündet hatte. Der Wolf wunderte sich sehr, dass alle Hirten weggingen, um dieses Kind anzuschauen. „Wegen eines Kindes so ein Getue“, sagte sich der Wolf. Aber – neugierig und hungrig, wie er war – schlich er ihnen nach. Beim Stall versteckte er sich und wartete. Als sich die Hirten wieder von Maria und Josef verabschiedet hatten, hielt der Wolf seine Zeit für gekommen. Er wartete noch, bis Josef und Maria eingeschlafen waren, denn sie waren sehr erschöpft von der Reise und der Geburt.

Auf leisen Sohlen schlich er in den Stall. Niemand bemerkte sein Kommen. Allein das Kind. Es schaute zum Wolf, der sich, Tatze vor Tatze setzend, lautlos der Krippe näherte. Er hatte den Rachen weit geöffnet und die Zunge hing ihm heraus. Er war schrecklich anzusehen. Nun stand er dicht neben der Krippe. „Ein leichtes Fressen“, dachte er.

Da aber berührte ihn behutsam und liebevoll die Hand des Kindes. Das erste Mal in seinem Leben streichelte jemand sein hässliches, struppiges Fell, und mit einer Stimme, wie der Wolf sie noch nie gehört hatte, sagte das Kind: „Wolf, ich liebe Dich!“

Da geschah etwas Unvorstellbares: im dunklen Stall von Bethehem platzte die Haut des Wolfes auf und heraus stieg ein Mensch. Ein wirklicher Mensch. Der Mensch sank in die Knie, küsste die Hand des Kindes und verließ dann den Stall – lautlos, wie er zuvor gekommen war.

Aber er gnig in die Welt, um allen zu künden: „Dieses Kind kann dich durch seine Berührung erlösen!“

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Fortbildungen für Ehrenamtliche

Die „Koordinationsstelle Wohnen im Alter“ weist im jüngsten Newsletter auf Fortbildungen für Ehrenamtliche hin. Sie schreibt:

„Das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern (LBE) bietet an unterschiedlichen Standorten sein umfängliches Fortbildungsprogramm an. Themen sind beispielsweise professionelles Arbeiten mit Ehrenamtlichen, Rechtliche Fragen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Neu im Programm ist eine Weiterbildung zur ehrenamtlichen Arbeit im interkulturellen Bereich. Darin geht es um das Erkennen kultureller Unterschiede und deren Berücksichtigung in der Ehrenamtstätigkeit. Das Fortbildungsprogramm der LBE finden Sie unter www.lbe.bayern.de/service/fortbildung/lbe/index.php.
Unter www.hochschul-kooperation-ehrenamt.de finden Sie Informationen zur berufsbegleitenden Weiterbildung „Professionelles Management von Ehrenamtlichen“, die im Februar 2016 startet.“

 

 

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Wozu brauchen wir Weihnachten?

In einem Gespräch mit Menschen, die der Kirche eher fern stehen, sind wir auf die Frage gekommen: Wozu brauchen wir eigentlich Weihnachten? In diesem sehr offenen, ehrlichen und ernsthaften Gespräch kamen dann Antworten wie:

„Ich brauche Weihnachten, um mich an meine Kindheit zu erinnern. Das war nämlich schön – und diese Erinnerung tut mir gut.“

„Ich brauche Weihnachten, weil dieser Tag anders ist als sonst. Da komme ich nämlich zur Ruhe und innerem Frieden.“

„Ich brauche Weihnachten nicht, vor allem nicht den heuchlerischen Geschenketausch. Vor allem, wenn man sonst nicht an den anderen denkt.“

„Ich brauche Weihnachten, weil ich da mit anderen zusammen bin und wir ein schönes Fest mit gutem Essen feiern.“

Gerade der letzte Beitrag war dann Anlass, mal zu überlegen, was wir da eigentlich feiern. Einer hat es so gesagt: „Eigentlich ist Weihnachten ja eine Geburtstagsfete. Eigentlich müsste es da lustig zugehen. Eigentlich müsste ich da lauter Freunde vom Geburtstagskind treffen.“ Ich denke, der liegt gar nicht so falsch. Aber bei uns Christen geht es eher beschaulich-besinnlich zu mit „StilleNacht“ – von „Fete“ ist wenig zu spüren.

Vielleicht liegt das ja auch daran, welche Beziehung wir zum Geburtstagskind haben. Sind wir Freund? Welche Bedeutung hat dieser Jesus für mich ganz persönlich? Hat er überhaupt eine? Wenn ja: welche? Was brauche ich von diesem Jesus? In früheren Zeiten – so künden es die Lieder, die wir singen – stand die Vergebung der Sünden im Vordergrund. Heute – so scheint es mir – brauchen wir einen, der uns hilft, mit diesem Leben zu Recht zu kommen. Hier auf Erden, nicht erst nach dem Tod.

Wozu brauchen Sie Weihnachten?

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Zum 3. Advent: Gedanken von Angelus Silesius

Für den 3. Advent habe ich zur Besinnung ein paar Sprüche von Angelus Silesius (1624 – 1677) zusammengestellt. Aufgewachsen inmitten des Dreißigjährigen Krieges hat Angelus Silesius eine innige Mystik entwickelt, die vom Ringen um Gottes Nähe geprägt ist:

Das liebste Werk, das Gott so inniglich liegt an, ist, dass er seinen Sohn in Dir gebären kann.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem gebor´n und nicht in Dir, du bleibst noch ewiglich verlor´n.

Bist  Du in Gott gebor´n, so blühet Gott in Dir, und seine Gottheit ist dein Saft und deine Zier.

Ich bin Gott´s Kind und Sohn; er wieder ist mein Kind. Wie gehet es doch zu, dass beide beides sind?

Mensch, werde wesentlich; denn wenn die Welt vergeht, so fällt der Zufall weg. Das Wesen, das besteht.

 

 

 

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Ein Weihnachtsbild zum Schmunzeln

amazonIch habe dieses Bild bekommen und finde, es nimmt den Geschenkewahn sehr heiter auf die Schippe.

Oder ging es in der biblischen Geschichte doch um mehr als nur darum, Geschenke abzuliefern? War die persönliche Begegnung (die auf dem Bild ja fehlt) nicht doch das Wichtigere und Entscheidende?

Ich wünsche Ihnen jedenfalls diese persönliche Begegnung mit dem Göttlichen im Kind in der Krippe.

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Gedanken zum zweiten Advent

Papst Franziskus hat das Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Diese Barmherzigkeit soll unser Leben und unser Bewusstsein im kommenden Jahr besonders prägen. Zum einen die Barmherzigkeit, die wir selber erfahren durch andere. Da heißt es dann, Augen, Ohren, Herzen aufzutun, um sie zu spüren und zu erkennen. Zum anderen aber auch die Barmherzigkeit, die wir anderen geben, weil uns ihre Situation zu Herzen geht. Dehalb möchte ich als Impuls für diese zweite Adventwoche folgenden Text zum Nachdenken geben:

Sieben Werke der Barmherzigkeit für heute:

Einem Menschen sagen: „Du gehörst dazu.“

Einem Menschen sagen: „Ich höre Dir zu.“

Einem Menschen sagen: „Ich rede gut über Dich.“

Einem Menschen sagen: „Ich gehe ein Stück mir Dir.“

Einem Menschen sagen: „Ich teile mit Dir.“

Einem Menschen sagen: „Ich besuche Dich.“

Einem Menschen sagen: „Ich bete für Dich.“

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Alles beginnt mit der Sehnsucht

Gestern haben wir im Kloster Zangberg wieder mal einen sehr besinnlichen Vormittag verbracht. Thema war dabei die Sehnsucht, denn wir Menschen sind ja „Sehnsuchtswesen“. Die Sehnsucht kann sehr unterschiedliche Farben haben: blau, gelb, rot – manchmal auch zu Spiralen geformt, die uns hineinziehen, manchmal waren es Bilder aus der Vergangenheit, die dieses Gefühl von Sehnsucht auslösen. Sehnsucht verbindet sich oft mit anderen Menschen, manchmal mit der Vergangenheit des eigenen Lebens, manchmal auch mit der Zukunft. Sehnsucht markiert in jedem Fall etwas Fehlendes, ein Defizit, einen Mangel. Sehnsucht richtet sich auf Immaterielles (das unterscheidet sie von den Wünschen). Es gibt im Menschen die „Sehnsucht nach dem Wunderbaren und Übernatürlichen, wie Schleiermacher es ausdrückte; und es gibt die „Sehnsucht hinter der Sehnsucht“, die auf Gott hinzielt.

Dann haben wir das Gedicht „Alles beginnt mit der Sehnsucht“ von Nelly Sachs gelesen. Fasziniert und vor allem auch irritiert waren wir von dem Gedanken, dass Gott Sehnsucht nach dem Menschen haben kann. Dass also Gott einen Mangel spürt, dass Gott nicht alles hat und nicht alles ist. Dass Gott bedürftig ist, dass er des Menschen bedarf als eines Gegenübers, auf welches sich seine Liebe richten kann.

Dass Gott bedürftig ist, sehen wir am augenfälligsten im kleinen Kind in der Krippe. Gott bedarf der Fürsorge des Menschen und der Hingabe des Menschen, anders kann er nicht groß werden. So wurde dieser Vormittag zu einer intensiven Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

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Eine Geschichte zum ersten Advent

Ich habe zum 1. Advent eine Geschichte gefunden, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Gerade weil wir ja in diesen Tagen unsere Zimmer und Fenster mit Sternen schmücken – im Wissen darum, dass Sterne Sehnsuchtszeichen sind und wir uns an ihnen orientieren – verstört mich diese Geschichte doch ein wenig. Natürlich sind Nebel und Nacht auch Bilder für unser menschliches Leben und Erleben.

Aber ist das, was der Fischer tut, eine rettende Idee? Oder muss er die Situation einfach aushalten? Was mag mit diesem Fischer geschehen sein? Wo wird er gelandet sein? Wird er sein Glück gefunden haben?

Ich wünsche Ihnen jedenfalls, dass Sie in diesem Advent und auch in allem Dunklen Ihres Lebens  Ihren Stern finden und ihm zu folgen sich trauen.

Der Stern
Es war einmal ein Fischer, der fuhr jede Nacht aufs Meer hinaus, um seine Netze auszulegen. Früh am Morgen kehrte er zurück, dann waren seine Netze voll mit Fischen. Denn er kannte die Wege, die die großen Fischschwärme nahmen.
Selbst in der tiefsten Nacht fand er seinen Weg. Er sah hinauf zu den Sternen, die über ihm am Himmel standen, und ließ sich von ihnen den Weg zeigen.
Aber einmal kam eine Zeit, da war der Himmel von Wolken verhangen. Dicker Nebel lag über dem Meer, so dass man kaum die Hand vor den Augen sehen konnte. Weder Sonne noch Mond noch Sterne ließen sich blicken. Das war eine schlimme Zeit. Denn der Fischer konnte nicht hinausfahren. Tag für Tag hoffte er, dass sich der Nebel bald verziehen würde.

Aber der Nebel blieb.

„Wenn ich wenigstens einen einzigen Stern sehen könnte“, dachte der Fischer, „damit ich übers Meer finde“.
Aber kein einziger Stern schaffte es, den dichten Nebel zu durchdringen.
Da fasste der Fischer einen Entschluss. „Ich werde mir einen eigenen Stern machen“, dachte er. Er ging in den Schuppen und schnitzte sich aus einem alten Brett einen großen Stern. Den hängte er an eine Stange. Die Stange befestigte er an seinem Boot.
Als der Abend kam, ruderte der Fischer hinaus aufs Meer.
Rings um ihn herum war dichter Nebel. Aber vor ihm leuchtet sein Stern. Er brauchte nur hinter ihm her zu rudern.

Am Morgen bemerkten die anderen Fischer, dass sein Boot nicht an seinem Platz war. Sie warteten auf ihn. Aber er kam nicht zurück. Niemand hat ihn je wieder gesehen.

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7. Besuchsdienstkurs beendet

In der vergangenen Woche haben wir unseren siebten Kurs für Besuchsdienste im Krankenhaus, im Seniorenheim oder auch für zu Hause beendet. Zwölf Frauen haben sich über acht Wochen hinweg mit verschiedenen Themen beschäftigt: etwa das Leben im Alter oder in der Krankheit, Grundzüge der Demenz und der respektvolle Umgang damit. Wir haben darüber gesprochen, wie Kommunikation gelingen kann und was sie schwierig macht. Wir haben uns in einer sehr intensiven Einheit über das Sterben und den Tod ausgetauscht und über unseren Glauben nachgedacht. Wichtig war, das haben die Teilnehmerinnen immer wieder betont, der intensive persönliche Austausch über die eigenen Erfahrungen und Prägungen.

IMG_2699 Am Ende des Kurses hat mit uns Frau Dorn vom Seniorenzentrum Sonnengarten erarbeitet, was die Aufgaben eines Besuchsdienstes sind (und was auch nicht), dass es um Verlässlichkeit und Regelmäßigkeit geht, weil sich die Bewohner ja auf den Besuch freuen. So werden die zwölf Frauen ab dem kommenden Jahr in verschiedene Einrichtungen unseres Landkreises und darüber hinaus gehen und manchem Bewohner oder Gemeindemitglied ein wenig Abwechslung und Freude in ihren Alltag bringen.

 

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Besinnungsvormittag für Menschen ab der Lebensmitte

Ich möchte alle Menschen ab der Lebensmitte im Dekanat Mühldorf zu meinem nächsten Besinnungsvormittag einladen, mit dem wir uns im Advent auf Weihnachten vorbereiten könnten.

Als Thema habe ich ein Wort von Nelly Sachs gewählt: „Alles beginnt mit der Sehnsucht“, denn zu kaum einer anderen Zeit werden wir so mit unseren Sehnsüchten in Berührung gebracht wie im Advent. Diesen unseren Sehnsüchten wollen wir nachspüren und auf den Grund kommen. Allerdings nimmt das Gedicht von Nelly Sachs eine erstaunliche Wende, sodass für Überraschung gesorgt ist. 

Der Besinnungsvormittag findet statt am 1. Dezember 2015 von 9.00 – 11.00 Uhr im Kloster Zangberg, die Teilnahme kostet nichts, eine Anmeldung ist hilfreich, aber nicht notwendig.

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