„Zu Hause gut versorgt“ – Eine Broschüre der BAGSO

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO hat eine neue Broschüre veröffentlicht, die unter www.bagso.de bestellt werden kann. Die BAGSO schreibt:

„Die Broschüre soll ermutigen, sich Unterstützung zu holen, wenn es nötig ist. Man weiß heute, dass Pflegebedürftigkeit hinausgezögert werden kann, wenn man sich traut, rechtzeitig Hilfe und Unterstützung anzunehmen“, so der Vorsitzende der BAGSO und ehemalige Bundesminister Franz Müntefering.
Der Ratgeber enthält zahlreiche Hinweise und Tipps zu Angeboten rund um den Haushalt, Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige, Hilfe bei Behördenangelegenheiten, Fahrdiensten, Hausnotruf, Wohnungsanpassungsmaßnahmen oder Umzugshilfen. Checklisten am Ende der Kapitel nennen die Punkte, auf die man bei der Auswahl eines Dienstleisters unbedingt achten sollte.

Der 50-seitige Ratgeber, dessen Erstellung durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) ermöglicht wurde, ist kostenfrei erhältlich.

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Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge der Erzdiözese München sucht ehrenamtliche Mitarbeiter und bietet dafür in Mühldorf einen ersten Informationsabend an. Der Termin ist am Mittwoch, den 1. März 2016 von 18.30 – 20.00 Uhr im Pfarrsaal von St. Peter und Paul.

Es wird um eine verbindliche Anmeldung gebeten unter: telefonseelsorge@eomuc.de. Dort kann man auch nähere Informationen bekommen.

Der Kurs selber beginnt mit einem Wochenende vom 8. – 10. April im Kloster Armstorf. Danach gibt es drei Wochenenden in Traunstein und einen Tag in München. Schließlich noch Hospitationen und verschiedene Thementage mit Selbsterfahrungsanteilen und Supervisionsabende. Es ist also eine recht fundierte und gründliche Ausbildung zu diesem sehr lebensnotwendigen und manchmal auch lebensrettenden Dienst, für den ich gerne Werbung mache. Für Interessenten habe ich auch einen Flyer in gedruckter Form, den ich gerne zur Verfügung stelle.

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Gedanken zum 2. Fastensonntag 2016

Als Anregung für diesen Fastensonntag und die kommende Woche zitiere ich ein Gebet von Karl Heinz Schmitt.  Mich hat dabei vor allem das MEHR angesprochen. Gott ist mehr als unsere Vorstellungen; Gott ist mehr als unsere Wünsche; Gott ist mehr als unsere Hoffnungen und Sehnsüchte.

Diesem Mehr Gottes auf die Spur zu kommen, das ist für mich die Aufgabe der Fastenzeit (und darüber hinaus).

Gott des Lebens,

Gott meiner Sehnsucht.

Ich suche Dich,

Du lockst mich

in meinen Hoffnungen und Träumen,

in meiner Angst und meiner Verzweiflung,

im Leben und im Sterben.

Lass mich glauben,

dass es mehr gibt,

als ich zu hoffen wage,

dass Licht wird, wo Dunkel ist,

dass Freude wächst, wo Trauer herrscht.

Dass meine guten Träume wahr werden

schon jetzt in dieser Zeit und dann in deiner Ewigkeit.

 

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Das Vermächtnis – die Welt, die wir erleben wollen

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat durch das „Institut für angewandte Sozialwissenschaften GmbH“ (infas) und das „Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung“ (WZB) eine Studie erstellen lassen, welche die Werte unserer Gesellschaft untersucht. Im Vorwort zur Pressepräsentation am gestrigen Tag schreibt „Die Zeit“:

Kennen wir uns eigentlich selbst? Wissen wir, was wir wollen, was wir schätzen an unserem Leben und was wir gerne nachfolgenden Generationen mit auf den Weg geben würden? Worauf könnten wir verzichten? Was ist uns wichtig? In welchem Verhältnis stehen für uns Beruf und Privates, persönliche Erfüllung und materieller Wohlstand, Selbstbestimmtheit und Familienwunsch? Was würden wir sofort hinter uns lassen,wenn wir ein zweites Mal auf die Welt kämen? Welche sinnlichen Eindrücke nehmen wir als Schatz mit in die Zukunft? All diese Fragen sind Thema der großen Vermächtnisstudie, welche DIE ZEIT, infas und WZB vor zwei Jahren gemeinsam initiiert haben. Über 3.000 Menschen in Deutschland sind für diese repräsentative Studie in einem persönlichen Interview befragt worden. Die Studie wurde am 17. Februar in Berlin vorgestellt.

In dieser Pressekonferenz werden Gemeinsamkeiten über die Generationen hinweg festgestellt. Sie betreffen vor allem den Wunsch nach Gemeinschaft, Nähe und Wir-Gefühl. Außerdem verbinden alle Generationen der Wunsch nach Gesundheit, Lust am Leben und das Recht auf einen würdevollen Tod.

Es werden auch Unterschiede festgestellt. So wird der Religion heute eine viel geringere Bedeutung beigemessen. Bei den Normen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede im Bereich von Partnerschaft und Liebe, Generationenunterschiede zeigen sich bei Themen rund um Technik-Akzeptanz, Internet und technische Hilfsmittel, auch unterschiedliche Einkommensgruppen zeigen unterschiedliche Normen.

Was die Zukunftserwartungen angeht, scheint alles reichlich offen und unbestimmt. Manche Menschen erwarten, dass alles so bleibt, wie es ist. Andere befürchten einen Verfall heutiger Werte, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich.  Eine dritte Gruppe scheint sich auf Veränderungern zu freuen, manche gehen das auch entschlossen an. Viele Menschen scheinen jedoch zu kapitulieren, was der gesamten Gesellschaft eher schadet. Die Studie zeigt hier konkrete Beispiele auf.

Wer sich genauer informieren will (das war übrigens auch meine Quelle), kann folgenden Link anklicken:  https://www.wzb.eu/de/news/das-vermaechtnis-die-welt-die-wir-erleben-wollen

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Gedanken zum 1. Fastensonntag 2016

Zur Fastenzeit gebe ich einen Gedanken wieder, den ich in einer Predigt gehört habe (er stammt also nicht von mir selber):

Die „österliche Bußzeit“ nimmt nicht so sehr unsere Sünden und Verfehlungen in den Blick (das wohl auch), vielmehr schauen wir an, wie unsere Beziehung zu Gott ist. Buße hat schon im Alten Testament immer mit einer Besinnung auf das Verhältnis zu Gott zu tun: Pflegen wir diese Beziehung in ausreichendem Maße? Leben wir so, wie es Gott (zumindest nach unseren Vorstellungen) von uns erwartet? Spiegeln sich unsere Vorstellungen von Gott in unserem eigenen Handeln wider? Werden wir auch den anderen Menschen gerecht? (Soweit die Predigt)

Ich frage mich nun nach meinen Vorstellungen von Gott. Woran orientieren sich die? Bestimmen meine Wünsche oder Bedürfnisse dieses Gottesbild? Bestimmt die Lehre der Kirche meine Vorstellung? Welche Rolle spielt die Bibel dabei?

Durch bestimmte Ereignisse können sich solche Vorstellungen verändern, manchmal auch zerbröseln sie, weil sie nicht mehr tragfähig sind. Und dann?

Dann kann viel Resignation kommen und die finstere Nacht der Gottferne. Es kann ein mühsamer, langwieriger Prozess der Gottsuche beginnen, ein spiritueller Wüstenweg voller Dürre und Einsamkeit, ohne Gewissheit, dass sich Gott nochmal als lebendiger Gott zeigt.

Ich möchte Sie ermutigen, solche Fragen und solche Zeiten zuzulassen (man sucht sie sich ja nicht). Sie haben großartige biblische Vorbilder (von Abraham über Mose, Hiob, Jeremia bis Jesus) und Sie haben großartige Vorbilder in der nachfolgenden Geschichte (exemplarisch: Teresa von Avila, Martin Luther, Simone Weil).

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Liebe und Sex im Alter – eine Broschüre der Deutschen Seniorenliga

Die Deutsche Seniorenliga bietet eine ganze Reihe informativer Broschüren zu allen möglichen Bereichen des Lebens im Alter an. Dabei sind Themen im Gesundheitsbereich (etwa Magen- und Darmerkrankungen) genauso vertreten wie etwa Rententhemen oder in Bezug auf die gesellschaftliche Teilhabe der Senioren. Die neueste Broschüre befasst sich mit einem oft tabuisierten Thema: „Liebe und Sex im Alter“.

Man kann sie (wie alle anderen Themen auch)  unter folgendem Link bestellen: www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html

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Gedanken zur Fastenzeit

Am Mittwoch beginnt wieder die Fastenzeit. Das Fasten hat für viele Menschen eine hohe Attraktivität – wenn auch nicht unbedingt aus religiösen Gründen. Entschlackung ist angesagt oder Abnehmen des „Winterspecks“. Manche stellen auch ihre Essgewohnheiten auf den Prüfstand und kommen ohne Fleisch oder Süßigkeiten aus (zumindest nehmen sie sich das vor). Manche stellen in den Wochen bis Ostern ihren Alkohol- oder Nikotinkonsum ein, andere weiten das auf ihren Konsum insgesamt aus und verzichten auf das Autofahren oder den Internetgebrauch (außer wenn es unumgänglich ist). Sie wollen damit ein größeres Bewusstsein erreichen über ihr von so viel Routine geprägtes Leben und ggf. die ein oder andere dauerhafte Änderung erzielen.

Gerade Christen meinen, das Fasten ginge auf Jesus und seinen 40-tägigen Wüstenaufenthalt zurück. Aber das Fasten gibt es in allen Kulturen, auch schon vor der Zeitenwende. Es diente höchst unterschiedlichen Zielen: mal als Buße für Verfehlungen, mal als Vorbereitung für einen Krieg, mal stellvertretend für andere, mal als Sensibilisierung für die Stimme Gottes. Jesaja warnt davor, im Äußerlichen stecken zu bleiben und ruft zu einem veränderten Sozialverhalten auf: „Brich dem Hungrigen dein Brot und die im Elend ohne Obdach sind, führe in dein Haus…!“ (Übrigens ein schönes Motto für die überhitzte Flüchtlingsdebatte!)

Jesus hat auch gefastet – nach seiner Taufe zog er sich für 40 Tage in die Wüste zurück. Wozu?

  • Musste er eine Schuld büßen?
  • Musste er seine in der Taufe gerade bekannt gemachte Berufung überdenken?
  • Wollte er sich vor seinem öffentlichen Wirken nochmal vorbereiten in der Innerlichkeit?
  • Die Wüste gilt auch als Ort des Todes. Sucht er eine (erste) Todeserfahrung in der Vorbereitung auf sein Sterben?
  • Sein Leben in der Reduktion der Wüste ist ein gewisser Gegensatz zum „Leben in Fülle“, das er selber verheißen wird.

Als Impuls daraus für unsere Fastenzeit möchte ich Ihnen die Frage nach Ihrer Berufung stellen (auch wenn Sie vielleicht schon sehr alt sein sollten). Vielleicht dient der Blick auf unsere Fehler dazu, die Barmherzigkeit Gottes schärfer in den Blick zu bekommen (zumindest als Hoffnung oder Sehnsucht). Vielleicht ist die kommende Zeit auch eine Vorbereitung auf unser Sterben und das Leben in Fülle, das uns verheißen ist. Denn das Ziel der „österlichen Bußzeit“, wie die kommenden Wochen liturgisch heißen, ist ja Ostern mit seiner Erfahrung von Auferstehung und dem Leben in der Herrlichkeit Gottes.

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Die Flüchtlinge und unsere Rente

Gestern abend habe ich auf br-alpha eine Podiumsdiskussion gesehen, an der die sechs führenden Wirtschaftsinstitute Deutschlands mit ihren Präsidenten vertreten waren. Sie diskutierten die Frage, wieviel uns die Flüchtlinge kosten und was sie uns finanziell bringen. Einig waren sich alle, dass die Flüchtlinge zunächst einmal hohe Kosten (bis zu 12 Mrd. € pro Jahr, das war die höchste Zahl) verursachen. Einer der „Wirtschaftsweisen“ wies jedoch darauf hin, dass wir dies nicht unter dem Aspekt „Kosten“ sehen sollten, sondern als  „Investitionen“. Wenn wir nämlich jetzt in Integration, in Bildung und Berufsausbildung investieren, wenn die Flüchtlinge dann in Arbeit kommen, zahlt sich das wieder aus: als Konsumenten oder auch als Beitragszahler, die dann auch unsere Renten finanzieren. Die demografische Entwicklung (schade, dass kein Soziologe bei der Diskussion dabei war) macht deutlich, dass wir ein schrumpfendes Volk sind, dass Zuwanderung dringend geboten ist, dass wir die Menschen, die zu uns kommen, dringend brauchen.  Sonst müssen sehr wenige Jüngerre eine immer größer werdende Zahl an Rentnern finanzieren. Nachdem es aber bis jetzt kein Einwanderungsgesetz gibt (wie es etwa Kanada schon hat und mit dem legale Arbeitszuwanderung geregelt wird), bleibt uns gar nichts anderes übrig, als die Flüchtlinge zu integrieren, zu schulen und auszubilden. Darin waren sich alle Wirtschaftswissenschaftler in der sehr sachlich und ohne Polemik geführten Diskussion einig.

Für mich bedeutet das, dass wir den Blick wieder einmal verändern müssen: weg von den Defiziten und Kosten hin zu den Ressourcen und Gewinnen. Gewinnen werden wir alle, wenn wir in die Integration investieren und sie auch angenommen wird: Wir, die schon lange hier leben und auch die, die neu dazukommen. Wir, die wir Angst haben um unseren Besitzstand und auch die, die mit wenig herkommen. Letztlich auch die, die sich jetzt zu den Vernachlässigten rechnen, weil für sie zu wenig übrig zu bleiben scheint. Dazu braucht es allerdings auch noch sehr große Anstrengungen.

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Vom besonderen Sehen – ein Seniorennachmittag in Altmühldorf

Anfang der Woche war ich im Seniorenclub in der Pfarrei St. Laurentius in Altmühldorf. Wir haben uns dabei mit dem Sehen beschäftigt, freilich nicht mit der altersbedingten Unschärfe, die den Besuch beim Augenarzt oder Optiker notwendig macht. Wir haben anhand von Lupe und Fernglas in das vergangene Jahr hineingeschaut und uns die Frage gestellt: „Was sehe ich an Freudigem und was auch an Schwerem?“. Wir haben dabei sowohl manch Großes entdeckt und manchmal auch eine winzige Kleinigkeit, die wir beinahe übersehen würden. Es waren die Flüchtlinge im Blick (und die Not der noch fremden Menschen) und auch das regelmäßige Schachspiel mit einem guten Freund. Wir sahen die eigene Beschwerlichkeit und auch die Freude im Seniorenclub. Wir erinnerten uns an manche Ausflüge, an das gemeinsame Kaffeetrinken, an die Freude des Immerwiedersehens. Auch der Blick in die Zukunft mit dem „Zauberfernrohr“ ließ uns Heiteres und Sorgenvolles entdecken: dass es nicht mehr so gut gehen wird, dass die Gesundheit nachlassen könnte; aber auch die Hochzeit der Enkelin oder der Fasching im Seniorenclub.

Dann haben wir uns ein sehr spezielles Sehrohr angeschaut: das Kaleidoskop. Wenn man durch ein Kaleidoskop blickt, sieht man bunte Blumen und Muster, die sich verändern, wenn man das Kaleidoskop dreht. Alle Senioren haben durchgeblickt und es tauchte immer ein Lächeln und Staunen auf ihren Gesichtern auf. Blumen und Muster werden durch kleine Glasbruchstücke und Spiegel hervorgerufen und dienten uns als Anregung, über eigene Lebensbruchstücke nachzudenken. Manchmal wurde daraus durch einen veränderten Blickwinkel auch etwas Schönes, Lebendiges.

Schließlich haben wir den Blick ins Himmelreich gelenkt. Jesus und die Bibel geben uns manchmal eine Lupe in die Hand, mit der wir das Himmelreich im Kleinen entdecken können: im Senfkorn, in der wiedergefundenen Münze etwa. Mit einem Fernrohr können wir das weit Entfernte sehen wie das „königliche Hochzeitsmahl“ oder die himmlische Stadt Jerusalem oder das Kommen des Menschensohnes. Das Kaleidoskop lenkt den Blick auf die Heilungsgeschichten, bei der alle Wunden und Bruchstücke des Lebens in eine „Heilsordnung“ überführt werden und so an ihr Ende kommen, ja sogar Heil daraus entsteht.

Es war ein manchmal nachdenklicher, oft heiterer Nachmittag mit viel Staunen, mit sehr aktiven Senioren, den wir damit beendeten, dass wir in einer Geschichte den Blick auf die schönen Erlebnisse eines jeden Tages lenkten.

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„Mit 75 bin ich noch zum jung für den Seniorenclub!“

Praktisch alle Seniorenclubs klagen über „Nachwuchsmangel“. Oft bekommen die Leiterinnen (es sind zumeist Frauen!) zu hören, dass die Angesprochenen noch zu jung seien. Noch drastischer sagte es eine Frau: „So alt kann ich gar nicht werden, dass ich da hingehe!“

Was ist das für ein Altenbild, das sich darin ausdrückt? Was ist das für eine Vorstellung vom Seniorenclub?

Dahinter steht wohl das Vorurteil, dass man im Seniorenclub nur eingeschränkte Menschen antrifft – eingeschränkt in der Mobilität, in der geistigen Beweglichkeit, im sozialen Kontakt, in den Interessen. Diese Vorstellungen orientieren sich stark am Defizit. Damit einhergeht dann die Vorstellung, dass man durch die Teilnahme am Seniorenclub öffentlich demonstriert, dass man nicht mehr so fit ist, dass man nicht mehr so kann, dass man in manchem (in allem?) nachlässt. Und so etwas zugeben will niemand gerne. Konsequenz: „Da geh ich nicht hin!“

Natürlich haben sich die Lebensumstände von Senioren gewandelt und wandeln sich immer noch. Die heute 65-jährigen haben kaum noch Ähnlichkeit mit den 65-Jährigen vor 25 Jahren (als viele Seniorenclubs gegründet wurden). Sie sind gesünder, fitter, aktiver, selbstbestimmter. Sie suchen sich aus einem großen Angebot heraus, was ihren Interessen entspricht. Heutige Rentner sind anspruchsvoller als die Rentner damals. Heutige Senioren sind nicht mehr nur auf den Seniorenclub angewiesen.

Wenn wir allerdings mal nicht von der Geburt an rechnen, sondern umgekehrt vom Tod her, haben wir in den Seniorenclubs damals wie heute Menschen, die noch etwa 15 – 25 Jahre zu leben haben. Es stellen sich dieselben Fragen: Wie meistere ich die kommenden Beeinträchtigungen? Wie habe ich mein Leben bisher gelebt? Was gibt meinem Leben Sinn und was gibt mir Halt? Wie bleibe ich geistig, körperlich und sozial rege? Was ist der „rote Faden“ in meinem Leben? Was geschieht nach dem Tod?

Senioren sind an solchen Fragen interessiert. Senioren wollen dazugehören. Senioren wollen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen, sie wollen gebraucht werden. Senioren brauchen lebensnotwendig den Kontakt zu anderen. Senioren suchen die Lebensfreude – gerade im Angesicht mancher Beschwernis.

All das lässt sich im Seniorenclub finden. All das macht den Seniorenclub so bedeutsam. Vorausgesetzt, es gelingt, die Senioren in die Gestaltung einzubinden. Ein schönes Beispiel habe ich heute erzählt bekommen: Eine Seniorenclubleiterin wollte denen, die nicht mehr kommen können, einen Weihnachtsgruß zukommen lassen. Dadurch sollten sich die ehemaligen Mitglieder immer noch erinnert fühlen. Allerdings fehlte der Leiterin die Zeit dazu und so bat sie die Seniorenclubmitglieder, diesen Besuch jeweils zu zweit zu machen, mit einer Grußkarte und einer kleinen Süßigkeit. Es fanden sich ausreichend Interessenten und die berichteten dann ganz begeistert von der Freude, die sie gemacht und auch selber bekommen haben.

Wir lernen allmählich, die Senioren nicht mehr nur von ihren Defiziten her zu definieren, sondern von ihren Kompetenzen, Resourcen und Lebensthemen. So machen wir sie zu aktiven Teilnehmern statt zu passiven Empfängern. Und das ist es, was heutige Senioren bis ins hohe Alter brauchen und wünschen.

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