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Kommunale Altenhilfestrukturen stärken

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros“ (BaS) hat ein Impulspapier veröffentlicht, das sehr lesenswert ist.

Ich greife einen Satz (Seite 7) heraus, der den Horizont beschreibt, der zu gestalten ist: Wenn fast 1/3 der Bevölkerung über 65 Jahre alt ist und diese Lebensphase für die meisten Älteren dann bis zu 30 Jahre andauert, verlangt dies eine völlig neue Ausgestaltung des Für- und Miteinanders der Generationen im gesellschaftlichen Leben.

Der Autor des Impulspapiers Reinhard Pohlmann beklagt, dass es in vielen Kommunen noch am Bewusstsein für die Problematik mangelt. Die Veränderungen in unserer Gesellschaft bringen es mit sich, dass der Blick auf die Pflegebedürftigkeit allein nicht ausreicht. Es braucht auch Beteiligungsmög-lichkeiten für die Senioren. Ich zitiere nochmals aus dem Impulspapier (S. 14): Es gilt, die großen Potentiale und die hohe Bereitschaft älterer Menschen zu heben, sich außerhalb der Familie im Gemeinwesen zu engagieren.

In der Pressemitteilung heißt es:

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS) ruft mit dem Impulsbeitrag „Kommunale Altenhilfestrukturen stärken!“ zu einem Bündnis für zukunftsfeste Altenhilfestrukturen auf. BaS-Vorstandsmitglied Reinhard Pohlmann plädiert dafür, die offene Altenhilfe in den Kommunen stärker zu fördern und auf eine solide gesetzliche Grundlage zu stellen. Seniorenbüros und andere Anlaufstellen für ältere Menschen sind eingeladen, sich an diesem Diskussionsprozess zu beteiligen. Der Beitrag ist bei der BaS auch als gedrucktes Heft erhältlich.
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Überlastung in der häuslichen Pflege

In den Nachrichten ist heute von einem Mann die Rede, der nach 70 Jahren Ehe seine an Demenz erkrankte Frau getötet hat. Er sei mit der jahrelangen Pflege überfordert gewesen.

Mir liegt jedes moralische Urteil völlig fern. Vielmehr bin ich tief berührt, dass ein alter Mann mit so viel Hingabe seine Frau pflegt und dabei über seine eigenen Grenzen geht. So viel Liebe und Verbundenheit!!!

Erschüttert hat mich, dass er keine Hilfe hatte. Ich weiß nicht, aus welchem Grund – ob er es nicht wusste oder ob er es nicht wollte.

Erschüttert hat mich auch, dass diese Überlastung wohl niemand in seinem Umfeld mitbekommen hat. (Auch das ist eine Spekulation meinerseits, da ich außer der dürftigen Nachricht nichts weiß.) Hätte ihm jemand helfen können? Hätte ihn jemand entlasten können – vielleicht auch nur mit dem Hinweis, dass Hilfe und Unterstützung zur Verfügung steht durch Pflegedienste, staatliche oder auch kirchliche Stellen?

Ich kann mir vorstellen, dass solche Situationen häufiger vorkommen. Ich weiß von vielen Menschen, die unglaublich viel auf sich nehmen, um ihren demenzkranken Angehörigen daheim zu pflegen. Das ist ein hoher Wert!

Das zu erhalten, kostet wahnsinnig viel Kraft und Energie. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrem Umfeld, der das tut? Dann weisen Sie ihn bitte, bitte bitte auf die möglichen Unterstützungsangebote hin. Für den Landkreis Mühldorf finden Sie Adressen auf meiner Hilfenetzwerkliste dieser Homepage. Und schon dass Sie diese Person ansprechen (trotz aller Scheu, das verstehe ich gut!) zeigt ihr, dass sie im Blick ist, dass sie nicht allein ist, dass jemand solidarisch ist.

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Sankt Martin in der Coronazeit

Übermorgen ist das Fest des Heiligen Martin. Die Kinder feiern es gerne mit einem Laternenumzug und Liedern. Dort, wo es möglich ist, wird oft auch die Geschichte vom Soldaten Martin und dem Bettler gespielt. Ihm, der kaum bekleidet an einem kalten Wintertag vor der Stadt Amiens lebte, ist Martin begegnet. Der war Mitgleid der kaiserlichen Garde und hatte so einen (übrigens weißen) Umhang an. Martin hatte aus Mitleid mit dem Mann seinen Mantel geteilt. Nachts ist ihm dann Jesus Christus erschienen mit dem geteilten Mantel. Das erinnert an das Matthäusevangelium, Kapitel 25 Vers 36: „…ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben.“

In diesem Jahr fallen die Laternenumzüge aus und ebenso das Spiel. Statt dessen gibt es verschiedene Alternativvorschläge: ein kleiner Umzug vor ein Seniorenheim, bei dem die Kinder dann mit dem notwendigen Abstand die Martinslieder singen zur Freude der Bewohner*innen. Ein virtueller Martinsumzug, bei dem Bilder ins Internet gestellt werden und so zu einem Lichterband zusammengefügt werden können.

Mein Vorschlag wäre, dass jeder Haushalt eine Kerze ins Fenster oder vor die Tür stellt. Das wäre ein Lichtzeichen der Gemeinschaft und der Verbundenheit. Es wäre ein Zeichen der Solidarität – nicht mit einem Mantelteil für den Bettler, sondern mit einem Drandenken an die, die nach Gesehenwerden, nach Begegnung, nach Kontakt betteln. Das können die Coronaerkrankten sein (und die, die sie pflegen); das können die Senior*innen sein (daheim und in den Einrichtungen); das können die Kinder sein oder die Eltern in Homeoffice; das können die sein, die ihre Arbeit verloren haben oder davon bedroht sind. Das können auch die Menschen weiter weg sein in anderen Ländern rund um den Globus. Auch den tatsächlichen Bettlern in Deutschland und anderswo könnte unser Licht leuchten. Dem Drandenken sind da keine Grenzen gesetzt.

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Politische Teilhabe älterer Bürgerinnen und Bürger stärken

Unter dem obigen Titel fand heute die Jahrestagung der Bagso statt. Schon lange wurde auf die vielen Kompetenzen und Potenziale der Senioren hingewiesen, schon lange bringen sie diese auch in die Gesellschaft ein. Auch wir als Kirche leben vom Engagement der Älteren. Dazu habe ich etwa vor knapp 2 Jahren mal einen Workshop gehalten (siehe mein Beitrag: Wir geben Gottes Schwung weiter – Bericht von meinen Workshops „Neongrün statt beige“ vom 1. April 2019). Außerdem erlebe ich das ja Tag für Tag in meiner Arbeit, wie sehr sich Senior*innen beispielsweise als Seniorenclubleiter*innen, als Besuchsdienst oder als Seniorenbeauftragte engagieren.

Ich zitiere die Pressemitteilung der bagso:

Bereits jetzt engagieren sich ältere Menschen in Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen, wirken in Seniorenvertretungen und Altenparlamenten mit und übernehmen gesellschaftliche Verantwortung in demokratischen Parteien und Wahlämtern. Beispielhaft wurden Bewegungen wie „Maria 2.0“ und die „Omas gegen Rechts“ vorgestellt, die innerhalb kurzer Zeit viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter für ihr Anliegen gewinnen konnten. „Gerade im Alter haben wir die Freiheit und auch die Verantwortung, unsere politische Meinung zu äußern und aktiv zu werden“, sagte Uta Saenger von „Omas gegen Rechts“ in Hannover.

Jedoch werden die Kompetenzen und die Expertise der Senior*innen oft nicht wahrgenommen. Zu sehr herrscht ein defizitorientiertes Altenbild vor, zu oft meint man (manchmal in einer paternalistischen Attitüde) die Senioren beschützen zu müssen (als ob sie das nicht selber täten), zu oft werden Senioren reduziert auf die Adressaten von Wohltaten. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere meldet sich etwa auf der oben erwähnten Tagung wieder. Ich zitiere wieder aus der Pressemitteilung:

Ältere Menschen wollen ihren Beitrag dazu leisten, die aktuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Sie wollen mitdenken, mitgestalten und auch mitentscheiden. Das war ein wichtiges Ergebnis der BAGSO-Jahrestagung, die am 3. November 2020 unter dem Titel „Politische Teilhabe älterer Bürgerinnen und Bürger stärken“ digital stattfand. Gemeinsam plädierten die Teilnehmenden dafür, politische Teilhabe auf allen Ebenen und im Miteinander der Generationen zu fördern.

Zur Eröffnung sagte die Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Juliane Seifert: „Die Corona-Pandemie hat umso deutlicher gemacht, wie wichtig es ist, ältere Menschen an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Auch mit Blick auf die neuen Kontaktbeschränkungen ist es notwendig, dass die Anliegen und Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren gehört werden….Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass wir als Gesellschaft die Corona-Zeit geeint überstehen und die notwendigen Einschränkungen nicht zu Lasten der Seniorinnen und Senioren gehen. Erneute drastische Einschnitte wie im Frühjahr wollen wir unbedingt verhindern.

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Apokalypse 2020

In der Zeit der Corona-Pandemie, von der ja die ganze Welt betroffen ist, haben Verschwörungstheoretiker Hochkonjunktur. Hinter allem und jedem wittern sie finstere Machenschaften und spekulieren auf „den Untergang des Abendlandes“ oder die Machtergreifung durch satanische Mächte.

Dahinter steckt sicher eine gehörige Portion Angst. Angst vor dem Kontrollverlust, Angst vor dem Ausgeliefertsein an etwas, das man nicht in den Griff bekommt, Angst vor der Unverfügbarkeit des Schicksals. Man erwartet die Hilfe von anderen (den Virologen, den Politikern) und kann es kaum aushalten, dass die auch nur tastend und unsicher die Lage verstehen und gestalten können.

Ähnliche Horrorszenarien haben Menschen zu allen Zeiten erlebt: Naturkatastrohen, Krankheiten, Übervorteilung, Armut, Gewalt, Verfolgung, etc. Schon damals bewegte die Menschen zwei Fragen: „Woher kommt das?“ und „Wo führt das hin?“

Als religiöse Menschen haben sie es mit Gott in Verbindung gebracht. Das war die Geburtsstunde der sog. „Apokalyptik“. In diesen Schriften des Ersten Testaments (das Buch „Daniel“ etwa) und auch des Neuen Testaments (das Buch „Offenbarung“) wird die jeweils aktuelle gesellschaftliche und politische Situation als Kampf zwischen Gut und Böse, als Strafe für Vergehen, als ein endzeitliches Geschehen gedeutet. Deshalb werden sie von manchen Verschwörungstheoretikern auch gerne als Beleg hergenommen für ihre abstrusen Theorien und vielleicht berufen sie sich sogar auf Jesus: „So erkennt auch ihr, wenn ihr das alles seht, dass das Ende der Welt nahe ist.“ (Mt 24,33).

Die Bücher der Apokalyptik wollen aber nicht Angst machen, sondern im Gegenteil ermutigen. Sie wollen ermutigen, die schwierige Situation durchzustehen.  Es ist eben nicht das Ende von allem, es ist kein Weltuntergang! Vielmehr zeigt sich in diesen ängstigenden Erfahrungen auch all das, was hilfreich ist. Am Ende steht immer die Vision einer neuen Welt.

Apokalypse 2020 – Weltuntergang oder neue Vision? Die „neue Welt“ könnte eine sein, bei der es ein sehr viel größeres Miteinander gibt (weil wir sehen, dass kein Land für sich allein das Coronavirus stoppen kann). Bei der die sozialen Ungerechtigkeiten beseitigt werden (und nicht nur einzelne Großkonzerne Riesengewinne machen). Bei der Solidarität in den Vordergrund rückt (weil wir merken, dass einzelne Unverantwortliche, die ihr eigens Wohlbefinden über das der anderen stellen, ein ganzes Land in den Lockdown befördern).

Ob das geschieht? Wir können das unsere dazu beitragen. In unserem kleinen Rahmen und in unserem großen Rahmen.

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Kleine Sonntagsgottesdienste

Nachdem sich jetzt die Situation durch das Coronavirus verschärft hat, biete ich wieder die „kleinen Sonntagsgottesdienste“ auf der entsprechenden Seite an.

Gerne dürfen Sie ihn ausdrucken und auch an andere weiterleiten – etwa an Menschen, die nicht mehr in eine Kirche zum Sonntagsgottesdienst gehen können.

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Bagso-Podcast: Wohnen: gemeinsam statt einsam

Die Bundesarbeitsgemeinscahft der Seniorenorganisationen gibt einen Podcast unrer dem Titel „Zusammenhalten in dieser Zeit“ heraus. Zu finden ist er unter folgendem Link: https://www.bagso.de/corona-pandemie/zusammenhalten-in-dieser-zeit-ein-podcast-der-bagso/

Die aktuelle Sendung heißt: „Wohnen – gemeinsam statt einsam“. Der Link zum Text: https://www.bagso.de/fileadmin/user_upload/bagso/03_Themen/Corona-Pandemie/Bagso_Podcast_15_-_wohnen_-__gemeinsam_statt_einsam.pdf

In dieser Sendung werden Menschen vorgestellt, die sich – angestoßen durch Corona und der Angst vor Vereinsamung – zusammengefunden haben und jetzt ihr Leben ein Stück weit miteinander teilen. Auch neue Wohnformen werden darin vorgestellt.

Solche und andere Wohnprojekte dienen nicht nur dem Einzelnen, sodnern strahlen auch in die Umgebung aus. Beispielsweise in Bielefeld, wo sich Senior*innen auch zur Freizeitgestaltung treffen.

Vielleicht lässt sich so etwas Ähnliches auch bei uns initiieren?

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Besuche bei Senior*innen in der Corona-Zeit

In der letzten Zeit habe ich wieder mal verstärkt erfahren, wie wichtig, ja lebensnotwendig Besuche bei Senior*innen sind. Damit meine ich zum einen die Menschen in den Seniorenheimen, aber auch die, die daheim leben.

Die ehrenamtlichen Besucher unserer Kurse berichten, wie sehr manche ihrer Besuchten körperlich, seelisch und geistig (und vielleicht auch geistlich?) abgebaut hätten in den Zeiten ohne Besuch. Das liegt sicher nicht am fehlenden Einsatz des Pflegepersonals, die bis an die Grenze der Belastbarkeit (und wohl auch darüber hinaus) das Ihrige tun, um die Situation zu entschärfen, lebbar zu machen und sich um die Bewohner kümmern. Sie haben ja selbst einen Spagat zu meistern zwischen eigener Besorgnis um die Gesundheit ihrer selbst (und im Hintergrund ihrer Familie) einerseits und andererseits der Sorge um das Wohlbefinden „ihrer“ Bewohner.

Auch für die Menschen, die daheim leben (und manchmal eben auch allein), ist ein Besuch oder offener gesagt ein Kontakt wichtig. Ein kleiner Ratsch am Gartenzaun oder Küchenfenster ist schon viel an Abwechslung. Ab und zu ein Telefonat oder ein schriftlicher Gruß zählt eine Menge. Ich selber erlebe recht häufig bei meinen Telefonaten, wie groß das Redebedürfnis ist – und nicht nur bei denen, die allein leben.

Jetzt erleben wir grade die berüchtigte „zweite Welle“. Schon das Bild allein macht Angst – und Angst lähmt. So erkennen wir nicht mehr die Spielräume, die wir auch jetzt noch haben. Noch sind Besuche (einer pro Tag und Bewohner) möglich. Noch dürfen sich bis zu 5 Personen aus zwei Haushalten daheim treffen. Noch sind auch Gruppentreffen möglich, wenn auch mit beschränkter Teilnehmerzahl. Noch kann man sich in Cafés verabreden oder miteinander eine Runde um den Block drehen.

Es geht also immer darum, in allen Einschränkungen die möglichen Spielräume zu entdecken und zu nutzen. Und die gibt es vielleicht auch dann noch, wenn sich die Lage (wie zu befürchten ist) verschlimmert. Aber dazu ist Kreativität und auch ein bisserl Mut gefragt.

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Allerheiligen 2020

An den beiden Festen „Allerheiligen“ und „Allerseelen“ denken wir im kirchlichen Leben an die Verstorbenen. Dabei stehen an Allerheiligen diejenigen Menschen im Blickpunkt, die keinen eigenen Gedenktag haben, obwohl sie zu den Heiligen gerechnet werden.

Gerade in der Frühzeit der Kirche gab es sehr viele Märtyrer. Man versammelte sich am Todestag an deren Gräbern und feierte die Eucharistie. Später – im Zuge der Völkerwanderung – wurden deren Gebeine in die Kirchen gebracht und dort verehrt. Eine formale „Heiligsprechung“ kam erst später auf und war zunächst eine Aufgabe der Ortsbischöfe. Erst um das Jahr 1000 n. Chr. beanspruchte der Papst dieses Privileg für sich; 1170 wurde es durch Papst Alexander III. kirchenrechtlich so fixiert.

An Allerseelen erinnern wir uns der Verstorbenen der eigenen Familie, der Freunde und auch der Menschen im Dorf. Da sind also sehr konkrete Erinnerungen vorhanden. Deshalb versammelt man sich zum Gottesdienst in der Kirche und geht anschließend zu den Gräbern, die dann gesegnet werden. So jedenfalls im Normalfall.

Den Normalfall haben wir dieses Jahr jedoch nicht. Deshalb entfällt z.B. bei uns im Dekanat Mühldorf der Gräberumgang, weil der nötgie Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann. Statt dessen gibt es Handreichungen und Weihwasser für die Angehörigen, das selbst zu tun. Darin liegt für mich auch ein wunderbarer Hinweis, wozu wir Gläubigen selbst befähigt und in der Lage sind.

In diesem Jahr gilt es auch all der Menschen zu gedenken, die in der Zeit von Corona gestorben sind. Etliche konnten nicht im Sterben begleitet werden, bei vielen fand die Beerdigung lediglich im kleinsten Kreis statt. Das war für ganz viele sehr bedrückend und schmerzhaft. Auch ein tröstendes, hoffnungsvolles, Zuversicht spendendes Wort aus dem Glauben heraus wurde vermisst. Zumindest war das nicht in einem öffentlichen Gottesdienst möglich.

Der christliche Glaube jedoch hat seine spezifische Ausrichtung in der Perspektive der Auferstehung. Wir alle, ob Heilige oder „arme Seelen“, werden durch Gottes Barmherzigkeit und Güte, die größer ist als alles andere, durch die Auferstehung am letzten Tag (unseres Lebens/ der Welt) bei Gott sein. Ich persönlich glaube, hoffe und wünsche, dass die Menschen schon im Sterben das wunderbare Leben sehen, das gleich auf sie zukommt. Eine Bekannte erzählt mir immer von Sophie Scholl. Die soll sich unmittelbar vor ihrer Hinrichtung von ihrem Bruder und den anderen Verurteilten verabschiedet haben mit dem Satz: „In einer Viertelstunde beim lieben Gott.“

„Allerheiligen“ bereitet also sozusagen den Boden vor für das Fest „Allerseelen“. Im Glauben, dass die Heiligen bei Gott sind, erhoffen und wünschen wir das auch für alle, die wir gekannt haben. Und auch für uns selber.

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Teilhabe hochaltriger Menschen fördern

Ergebnisse des Projekts „invisible talents
 
Über den Newsletter der bagso bin ich auf ein sehr interessantes Projekt aufmerksam geworden. Dabei war es das Ziel, ältere Menschen in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe zu präsentieren und dabei auch neue Formate zu entwickeln. Herausgekommen ist eine 36-seitige Präsentation unterschiedlichster Ideen in fünf europäischen Ländern. Ein wunderbares Zeichen dafür, wie kreativ und engagiert ältere Menschen sind.

Im Newsletter heißt es:
Lebenslanges Lernen und soziale Teilhabe sind wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden älterer Menschen. Ziel des internationalen Projekts „invisible talents“ von Erasmus+ war, Teilhabemöglichkeiten von Hochaltrigen zu untersuchen und konkrete Maßnahmen umzusetzen, mit denen die Interessen und Fähigkeiten der Zielgruppe sichtbar gemacht und gefördert werden können. Zum Abschluss des zweijährigen Projekts stehen nun die Ergebnisse in einer Broschüre, einer Methodenbox und einer Online-Präsentation online zur Verfügung.

Zu den Ergebnissen

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